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„Ich lasse mich nicht davon abbringen, zu helfen“

„Für Menschen in Not da zu sein, hat mir geholfen, die Hoffnung nicht zu verlieren.“

Mohammad* arbeitet heute in der Türkei für eine Partnerorganisation von CARE in Syrien.

Als ich noch in Syrien lebte, ist mir klar geworden, dass ich in Zukunft Menschen helfen möchte. Zu dieser Zeit sah ich mich noch nicht gezwungen, Syrien zu verlassen. Also entschloss ich mich, meinen Leuten vor Ort zu helfen. Ich wollte nicht eines Tages mit Schuldgefühlen aufwachen und mich fragen müssen, was ich getan habe, als mein Land in Not war. Unsere Leute brauchen uns.

 

Die Not ist enorm

Jetzt ist nicht die Zeit, neue Geschäfte abzuschließen, sondern den SyrerInnen zu helfen. Die Not ist riesig. Unsere größte Herausforderung ist es, nicht allen helfen zu können - so sehr wir uns auch bemühen. Die Situation wird immer schlimmer, je länger sich der Krieg hinzieht. Nun ist es bereits das fünfte Jahr. Es mangelt an Einsatzkräften und am Geld.

Dazu kommt, dass täglich sicherheitstechnische und logistische Probleme auftauchen. Wir sind konstant damit beschäftigt, Transportlastwagen und Lagerhäuser für Hilfsgüter aufzustellen sowie sichere Straßen zu finden, die humanitären Zugang gewährleisten. Wenn wir nicht gerade mit dieser Arbeit beschäftigt sind, schreiben wir Berichte und bereiten für GeldgeberInnen Dokumentationsmaterial auf. Wir müssen verantwortungsbewusst helfen. Unser Verantwortungsbewusstsein stellt sicher, dass wir die Bedürfnisse der Menschen erkennen und auf transparente Weise den Standards der GeldgeberInnen entsprechend arbeiten.

 

Anderen helfen zu können wiegt schwerer als die Gefahr

Humanitäre Hilfe ist Arbeit rund um die Uhr. Wir wissen, dass jeden Tag, jede Stunde, Menschen auf unsere Hilfe zählen. Trotz unserer Planung gibt es immer wieder Überraschungen und unvorhergesehene Notfälle. Nicht jeder schätzt die Arbeit von humanitären Helfern. Manchmal begeben wir uns in Lebensgefahr. Aber das positive Feedback der Menschen, denen wir helfen konnten, entschädigt uns für das Risiko, mit dem wir leben.

 

"Ich bin kein Pessimist"

Ich habe immer versucht, die Hoffnung nicht zu verlieren. Aber jeden Tag Nothilfe zu leisten, und das seelisch unbeschadet zu überstehen, ist fast unmöglich.

Alle SyrerInnen bekommen die Folgen der Kriegssituation in Syrien zu spüren. Mein emotionaler Zustand ist aber trotz allem gut. Dass es mir gut geht, habe ich der Dankbarkeit, Stärke und Hoffnung der SyrerInnen zu verdanken. Für Menschen in Not da zu sein, hat mir geholfen, die Hoffnung nicht zu verlieren. Solange es Menschen gibt, die für eine bessere Welt arbeiten, glaube ich daran, dass es eine geben kann.

Die Gefahr ist präsent. Aber ich lasse mich nicht davon abbringen, meinem Land zu helfen. Das ist es mir wert.

*Name zum Schutz der Identität geändert

 

 

Die Arbeit von CARE in Syrien

CARE kümmert sich in erster Linie um die Versorgung hilfsbedürftiger Menschen mit Lebensmitteln, Küchenutensilien und Hygieneartikeln für alle Altersgruppen. Während des harten Winters unterstützten unsere Partnerorganisationen syrische Familien mit Matratzen, Decken und Kinderkleidung. Die Partner von CARE haben außerdem Krankenstationen in unterversorgten Regionen aufgebaut, um den Zugang zu medizinischer Versorgung zu verbessern. Frauen erhalten zusätzlich Beratung und Hilfe zur reproduktiven Gesundheit. CARE unterstützt auch Programme zur Trinkwasseraufbereitung sowie zur Förderung der Hygiene im Allgemeinen.

 

Zusätzlich zu der humanitären Hilfe müssen in einem solchen Konflikt auch Existenzgrundlagen neu geschaffen, sozialer Zusammenhalt gestärkt und Stabilität für den Umgang mit der anhaltenden Kriegssituation entwickelt werden. Mit unseren Partnerorganisationen entwickelt CARE Stabilitätsprogramme in Syrien und unterstützt Familien mit Maßnahmen zur Sicherung des Lebensunterhaltes, Mikrofinanzierung und psychosozialer Unterstützung.

 

Ingesamt konnte CARE in Syrien bisher über 400.000 Menschen helfen.

 

Derzeit leben hier nur rund 15% der syrischen Flüchtlinge in einem Flüchtlingscamp. Die große Mehrheit lebt in Ost-Amman und in anderen Städten Jordaniens. Doch in den letzten Tagen registriert das Flüchtlingslager in Azraq wieder mehr Zulauf, da es viele Flüchtlinge nicht mehr schaffen, ihr tägliches Leben selbst zu organisieren. Hinzu kommt, dass Jordanien sich freie medizinische Versorgung für Flüchtlinge nicht mehr leisten kann und offiziell die Grenze zu Syrien so gut wie geschlossen ist. Den großen internationalen Institutionen werden die finanziellen Mittel knapp. So haben im Herbst des vergangenen Jahres die Ankündigungen des World Food Programs, Nahrungsmittelgutscheine wegen Geldmangels reduzieren zu müssen, für enorme existentielle Ängste gesorgt.