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Hilfe für Syrien: UN-Sicherheitsrat beschließt Verlängerung

Die internationale Hilfsorganisation CARE zeigt sich über den Beschluss des UN-Sicherheitsrates erleichtert, die humanitäre Hilfe für mehr als vier Millionen Syrer:innen zu sichern. Über den Grenzübergang Bab al-Hawa im Nordwesten des Landes sollen für weitere sechs Monate Hilfsgüter gelangen. Diese Hilfe ist für die Menschen in der Region lebenswichtig, denn auf diesem Weg können Nahrung, Trinkwasser und medizinische Versorgung zu ihnen gelangen.

Der grenzüberschreitende Zugang wurde zuletzt immer wieder nur für einen Zeitraum von sechs Monaten genehmigt. Dies führt dazu, dass Einsatzpläne gekürzt werden und die humanitäre Hilfe an die Resolution des Rates angepasst wird, anstatt die humanitären Bedürfnisse im Blick zu haben und zu berücksichtigen. Hilfsorganisationen wie CARE und unsere humanitären Partner vor Ort benötigen aber einen verlässlichen Finanzierungsrahmen von mindestens einem Jahr, um humanitäre Hilfe zu planen und bereitzustellen. 

Leider erhält der Nordosten Syriens weiter keine grenzüberschreitende Hilfe, obwohl die humanitäre Lage ähnlich katastrophal ist. Seit der Schließung des Grenzübergangs al-Yarubiyah im Jänner 2020 ist der Bedarf weiter deutlich angestiegen. Eine anhaltende Dürre erschwert für Millionen von Menschen den Zugang zu sauberem Wasser. Der Hunger ist weltweit zurück und trifft auch den Nordosten Syriens. So ist die Unterernährung von Kindern in den letzten sechs Monaten um 150 Prozent gestiegen.

Vor Ort verschlechtert sich die Lage rapide. Im Winter brauchen viele Familien dringend Hilfe. Aus der Sicht von CARE hat die internationale Gemeinschaft die moralische Pflicht, den Zugang zu humanitärer Hilfe für alle Menschen in den betroffenen Gebieten in Nordsyrien zu schaffen. Wir hoffen, dass die lebenswichtige grenzüberschreitende Hilfe der Vereinten Nationen auch über Juli 2023 hinaus bestehen bleibt, wenn der Sicherheitsrat erneut darüber entscheiden muss, ob sie weiter genehmigt werden soll.

Bis dahin werden die Menschen in Syrien mehr als zwölf Jahre Konflikt und Entbehrungen ertragen haben, die durch wirtschaftlichen Zusammenbruch, Dürre, Gesundheitsnotstand und eine weltweite Hungerkrise noch verstärkt wurden. Wir fordern den Sicherheitsrat auf, das Leben der Menschen in Syrien an die erste Stelle zu setzen.

CARE Österreich hilft mit Unterstützung der Europäischen Union gezielt Familien in Syrien. Viele wurden bereits mehrmals vertrieben und haben alles verloren. Kinder werden aus Not zwangsverheiratet, müssen arbeiten oder werden in den Krieg rekrutiert. Wegen der vorherrschenden gesellschaftlichen Normen sind Frauen regelmäßig unterschiedlichen Formen von Gewalt ausgesetzt. Auch während der COVID-19-Pandemie hat häusliche Gewalt stark zugenommen. CARE bietet psychosoziale Hilfe an und leistet Gewaltprävention.

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