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Georgien: Auf der Suche nach einem besseren Leben

Ursprünglich stammt Tengiz Beridzes Familie aus der Region Khulo. Als im Jahr 1989 ein Murenabgang ihr Dorf zerstörte, mussten sie nach Lagodekhi ziehen. „Nach meinem Militärdienst begann ich an der Technischen Universität zu studieren“, erinnert sich Tengiz. „Aber dann habe ich Arbeit in Russland gefunden und das Studium aufgegeben. Ich habe geheiratet und eine Familie gegründet. Und irgendwann haben meine Frau und ich entschieden, dass wir nach Georgien zurückkehren möchten.“

Im Jahr 2005 war es dann soweit: Familie Beridze kaufte ein kleines Haus in Heretiskari, in der Nähe von Verwandten. „Wir wurden Bauern. Meine Frau und ich haben ein kleines Stück Land rund um das Haus bestellt, die Kinder gingen zur Schule. Damals haben wir Kartoffeln, Auberginen, Tomaten und anderes Gemüse angebaut, aber unsere finanzielle Situation war schwierig“, erzählt Tengiz.

Und das, obwohl die Voraussetzungen für Gemüseanbau in Lagodekhi eigentlich gut sind: „Das Problem ist nicht, dass das Land nicht fruchtbar ist, im Gegenteil. Der Ertrag ist prima, aber wenn wir ernten, ernten alle. Die Preise sind im Keller und unser Einkommen ist entsprechend niedrig.“

Die Familie war auf Sozialhilfe angewiesen – und auf Tengiz‘ Invalidenrente: Durch einen Unfall hat er seine linke Hand verloren. „Aber ich wollte nicht mehr vom Staat abhängig sein“, sagt er. „Also habe ich nach Möglichkeiten gesucht, unser Einkommen zu verbessern. Und dann habe ich zufällig von der Lokalen Aktionsgruppe in Lagodekhi gehört.“

Die Gruppe wurde im Zuge des ENPARD-Programms ins Leben gerufen und unterstützt die lokale Entwicklung der Region Lagodekhi. Tengiz reichte einen Antrag zur Finanzierung eines Gewächshauses ein – der genehmigt wurde. Einige Trainings mit CARE später und nach Entwicklung eines detaillierten Businessplans erhielt er einen Zuschuss, um sein Gewächshaus zu bauen.

„Gurken sind jetzt unser Geschäft“, lacht Tengiz. „Wir ziehen die Pflanzen selbst, verwenden keine chemischen Dünger. Das Gewächshaus ist beheizt, hat ein Bewässerungssystem – alles, was man braucht.“ Obwohl das Gewächshaus erst in der zweiten Jahreshälfte in Betrieb ging, hat er schon jetzt mehr eingenommen als im gesamten Vorjahr: „In nur vier Monaten habe ich mehr verdient als mir der Staat ein ganzes Jahr an Sozialhilfe bezahlt hätte. Mit dem Gewächshaus können wir jetzt zwei Mal pro Jahr ernten – und zwar dann, wenn die Preise besser sind.“

Vielleicht wird Tengiz in Zukunft auch andere Gemüsesorten produzieren oder seine Waren exportieren – im Gegensatz zu früher hat er heute viele Möglichkeiten. „Ohne das ENPARD-Programm wäre ich heute nach wie vor ein Sozialhilfeempfänger. Ich wäre abhängig vom Staat und nicht mein eigener Herr. Ich wäre nach wie vor auf der Suche nach einem besseren Leben.“

Mehr Informationen zu diesem Projekt gibt es hier.