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Gefangen in Armut und Verschuldung

Wie geht es syrischen Flüchtlingen im siebenten Jahr des Krieges in Syrien?

CARE hat sich ihre Lage in Jordanien genau angeschaut.  Das Nachbarland hat besonders viele Menschen aus Syrien aufgenommen. Sie finden zwar Zuflucht, doch sie kämpfen ums wirtschaftliche Überleben und leiden unter traumatischen Erfahrungen.

In vielen Familien sind Frauen auf sich allein gestellt und tragen die Last, für die Kinder sorgen zu müssen. Ohne humanitäre Hilfe könnte eine große Zahl von Flüchtlingen gar nicht über die Runden kommen. Etwa 40 Prozent von ihnen geben Hilfeleistungen als ihre einzige Einnahmequelle an.

„Mütter und Väter geben alles, um ihre Familien zu ernähren, aber ohne Einkommen geraten die Flüchtlinge immer tiefer in eine Spirale aus Armut und Verschuldung“, sagt Marten Mylius, CARE-Nothilfekoordinator im Nahen Osten.

Syrische Flüchtlinge in Jordanien sind zusätzlich mit sich stark verändernden Geschlechterrollen konfrontiert. „Frauen müssen ihre Familien vermehrt finanziell unterstützen, teilweise auch als alleiniges Familienoberhaupt“, so Mylius. „Das sorgt für Spannungen und höhere Erwartungen an Frauen, die sich bereits um Familie und Haushalt kümmern.“

 

Hanna (50) muss alleine für ihre 5 Kinder sorgen. Foto: Mary Kate MacIsaac/CARE

„Ich muss stärker sein als der Druck, unter dem ich stehe“, sagt Hanna (50). Sie muss auch für ihre fünf Kinder wie den 6 Jahre alten Moutaf stark sein. Sie wachsen ohne Vater auf.

Hannas Mann sitzt in Syrien im Gefängnis. Sie hat seit mehr als zwei Jahren nichts mehr von ihm gehört. Sie ist allein mit ihrer Familie nach Jordanien geflüchtet.

„Ich erzähle den Kindern viel über unser früheres Leben in Syrien. Ich möchte die Erinnerung daran wach halten“, sagt Hanna. „Ich lebe in der Hoffnung, meinen Mann und meine Verwandten in Syrien eines Tages wiederzusehen.“

 

CARE hilft syrischen Flüchtlingen wie Hanna und ihrer Familie. Helfen auch Sie mit Ihrer Spende!

Vor welchen Herausforderungen stehen syrische Flüchtlinge in Jordanien?

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick:

·         78 Prozent der Flüchtlinge sind arbeitslos, nur einer von fünf syrischen Flüchtlingen besitzt eine offizielle Arbeitserlaubnis. Grund dafür sind schwierig zu erfüllende Bedingungen für den Erwerb einer Arbeitserlaubnis und fehlende Arbeitsplätze.

·         89 Prozent sind verschuldet, weil die Kosten für Miete, Essen und Medizin das monatliche Einkommen im Schnitt um 25 Prozent übersteigen.

·         Etwa ein Drittel der Familien wird von Frauen geführt. Als Verantwortliche für Haushalt und Familie suchen Frauen eher flexiblere Arbeit, die sie von zu Hause aus erledigen können. Schwarzarbeit setzt sie hohen Sicherheitsrisiken aus.

CARE fordert deshalb, an Lösungen für Familien zu arbeiten, es müsse realistische Zukunftsperspektiven geben, sowohl für Männer als auch Frauen.

„So lange der Krieg andauert, herrscht Not, sowohl für syrische Flüchtlinge als auch Jordanier. Sie brauchen eine Hand, die ihnen aufhilft. Die internationale Gemeinschaft muss diesen langen Weg gehen. Es ist noch nicht zu spät“, sagt Mylius.

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