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Geboren am Weltflüchtlingstag: Shorash hat neu angefangen

„Flüchtling zu sein, gibt dir die Kraft, wie eine Heldin zu handeln“, sagt Shorash Abdullah Khalaf. Dass sie genau das kann, hat Shorash bewiesen. Geboren ist sie am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag, in Damaskus in Syrien. Der Krieg zwingt sie, ihre Heimat zu verlassen.

Shorash verlässt Syrien im Februar 2013. Sechs Jahre später kehrt sie ins syrische Derek zurück.Sie bleibt dort wegen eines erneuten Ausbruchs von Kämpfen aber nur für zwei Monate und flieht in den Nordirak. Während Shorash dort in einem Camp Zuflucht findet, macht sich ihr Ehemann auf die waghalsige Flucht nach Europa und schafft es nach Bregenz in Österreich.

Getrennt von ihrem Mann lebt Shorash gemeinsam mit ihrer Familie im Domiz Camp für Geflüchtete. Um ihre Angehörigen finanziell zu unterstützen, arbeitet die gelernte Buchhalterin zunächst als Tagelöhnerin in einer Fabrik, wenig später beginnt sie einen Job als Arabischlehrerin. „Wenn du plötzlich zu einem Flüchtling wirst, stehst du vor vielen Problemen. Als erstes brauchst du Geld. Es kommt nicht mehr darauf an, was du gelernt hast. Du arbeitest in jedem Job, damit du dich und deine Familie ernähren kannst“, so Shorash.

 

Als im Frühjahr 2020 COVID-19 im Irak ausbricht und verstärkt nach HygienehelferInnen gesucht wird, bewirbt sich Shorash bei CARE. Sie wird  Leiterin des CARE-Hygieneteams im Mam Rashan Camp für intern Vertriebene. Dort gibt sie Trainings zur Prävention von COVID-19, verteilt Hilfsgüter wie Masken und andere Hygieneartikel und unterstützt Frauen und Mädchen bei Fragen zu ihrer Menstruationshygiene.

„Es ist sehr wichtig Frauen und jungen Mädchen, die geflüchtet sind, zu helfen, ihren Körper zu verstehen und auf ihre Hygiene zu achten. Denn sie haben ihre Periode trotz der vielen Schwierigkeiten, denen sie sich auf der Flucht stellen müssen. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich sie unterstützen kann. Ich tue etwas Gutes und kann gleichzeitig meiner eigenen Familie helfen. Flüchtling zu sein, gibt dir die Kraft, wie eine Heldin zu handeln. Meine Schwestern sagen mir immer, dass ich ihr Vorbild bin“, erklärt Shorash.

Trotz der erfüllenden Arbeit im Camp bleibt die Sehnsucht groß, sich mit ihrem Ehemann ein gemeinsames Leben mit Perspektive aufzubauen. Nach jahrelanger Fernehe gelingt es Shorash im Mai 2021 endlich zu ihrem Mann nach Bregenz zu ziehen. Dort angekommen, macht sie sich aktuell mit ihrer neuen Umgebung vertraut und freut sich darauf, ihren 30. Geburtstag am 20. Juni (Weltflüchtlingstag) gemeinsam mit ihrem Mann in einem neuen und sicheren Land zu feiern.