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Äthiopien: „Früher mussten wir keinen Hunger leiden“

Kolejji Camp, Somali-Region, Ost-Äthiopien. Seit knapp einem Jahr lebt Dheck Abdullahi hier im Flüchtlingslager auf vier Quadratmetern mit ihrem Mann und den zehn gemeinsamen Kindern. Das Wasser ist knapp, die Menschen leiden an Hunger. Durch verunreinigtes Wasser übertragene Krankheiten sind auf dem Vormarsch. Die Familie gehört zu den rund 1 Million Menschen an der Grenze zwischen den Regionen Oromia und Somali, die aufgrund gewalttätiger Konflikte aus ihren Dörfern vertrieben wurden.

Früher war Dheck Bäuerin. „Wir besaßen fruchtbares Land an einem Wasserlauf, wo wir Getreide, Früchte und Gemüse anbauen konnten“, berichtet sie. „Wir hatten Mais, Sorghum, Tomaten, Kraut und Mangos. Damit konnte ich meine Familie versorgen – wir mussten nie Hunger leiden.

Für die Familie ist die Lage im Camp schwierig: Zum einen ist der Verschlag, den sie zu zwölft bewohnen, winzig, zum anderen ist die Versorgung mit Nahrung schlecht. Alle zwei bis drei Monate verteilt die Regierung oder das World Food Programme 100 Kilo Mais- oder Sorghum-Mehl. Doch damit kommt die zwölfköpfige Familie nicht über die Runden. „Unser Essen ist wenig und sehr einseitig. Wir haben hier kein Obst und Gemüse so wie zu Hause“, erzählt die Mutter. „Ich musste mit ansehen, wie meine Kinder immer dünner und teilnahmsloser wurden.“ Schließlich wurde ihre jüngste Tochter Surer (1) krank. „Sie hatte keinen Appetit mehr, bekam plötzlich Fieber und Husten.“

Trotz Behandlung mit Medikamenten wurde ihr Zustand nicht besser. „Schließlich bin ich mit ihr in dieses Gesundheitszentrum gekommen“, so Dheck. Mit Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit stattet CARE bestehende Ernährungszentren in Gesundheitseinrichtungen besser aus und richtet zusätzliche Anlaufstellen ein. Vor allem Kleinkindern, Schwangeren und stillenden Frauen soll hier rasch im Fall von Mangel- oder Unterernährung geholfen werden.

Bei Surer stellten die Krankenschwestern fest, dass sie unter akuter Unterernährung mit medizinischen Komplikationen leidet. Sofort wurde die Kleine stationär aufgenommen und erhielt therapeutische Aufbaunahrung und Milch.

„Jetzt geht es ihr langsam besser“, ist Dheck erleichtert. „Ich hoffe, dass sie bald ganz gesund ist und wir zurück zu unserer Familie können.“ Eine Rückkehr in ihre Heimat ist derzeit ausgeschlossen – zu unsicher ist die Lage in ihrem Dorf. Jederzeit kann es zu neuen Gewaltausbrüchen kommen.

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