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Flüchtlingslager Azraq: Zuflucht hinter Stacheldraht

Im Flüchtlingslager Azraq in Jordanien leben vor allem Flüchtlinge aus dem Nachbarland Syrien. Unter ihnen sind viele Frauen und Kinder.

Von Alexandra Zivkovic, Referentin für Fundraising bei CARE Österreich

Es hat über 50° als wir uns dem Flüchtlingslager Azraq nähern. Das zweitgrößte von insgesamt fünf Flüchtlingslagern Jordaniens liegt mitten in der Wüste ca. 90 km von der syrischen Grenze entfernt. Ein beklemmendes Gefühl überkommt mich, als ich die schier endlosen Reihen weißer Wellblechhütten umgeben von hohem Stacheldrahtzaun sehe.

Über 56.000 Menschen leben hier, viele seit Jahren und ohne zu wissen, ob sie je in ihre Heimat zurückkehren können. Einfach unvorstellbar…

Azraq ist seit 2014 Zufluchtsort für syrische Flüchtlinge. Täglich treffen mehr Menschen mit letzter Kraft hier ein. Sie mussten vor Gewalt und Zerstörung fliehen, um ihr Leben zu retten, und hoffen auf Sicherheit für ihre Kinder.

Hier in der Wüste ist es so heiß, dass die Kinder Verbrennungen 2. Grades erleiden, wenn sie am Blech der Hütten ankommen. Dazu der Wind, der einem den Sand wie tausend Nadelstiche ins Gesicht peitscht. Das Lager ist in vier „Dörfer“ unterteilt. In nur einem davon gibt es Strom, aber auch erst seit Mai.

Für die Flüchtlinge bedeutet dies ein Stück Normalität. Warmes Wasser zum Kochen und abends beleuchtete Wege – keine Selbstverständlichkeit mitten in der Wüste.

Noch viel schwerer wiegt, dass die Menschen keine Perspektive haben. Mit nichts als dem, was sie tragen können, kommen sie oft mit letzter Kraft in Azraq an. Sie haben hier zwar ein Dach über dem Kopf und das Nötigste zum Überleben, doch es gibt für sie weder Arbeit noch die Möglichkeit, sich etwas aufzubauen.

Sie können nur abwarten und auf Frieden in ihrer Heimat hoffen, damit sie zurückkehren und ihr Land wieder aufbauen können.

Besonders dramatisch ist die Situation für die Kinder. Denn viele kennen nichts als Krieg und Leid. Was soll bloß aus ihnen werden … ?

Zu Mittag sehe ich wenige Gassen weiter eine der beiden Schulen im Lager. Hoffnung macht sich in mir breit, als ich lachende Kinder mit
Rucksäcken sehe, die gerade die Schule verlassen. Vormittags besuchen die Mädchen den Unterricht, am Nachmittag die Buben.

Einige der jüngeren Kinder gehen in den Kindergarten in dem von CARE errichteten Gemeinschaftszentrum, das ich jetzt besuche:
Viele neugierige und fröhliche Kindergesichter blicken zu mir, als ich den Raum betrete. Die Kinder basteln, spielen und schauen mich
mit großen neugierigen Augen an.

Alexandra Zivkovic zu Besuch im Kindergarten von Azraq. Foto: Thomas Haunschmid/CARE

Ein Mädchen freut sich besonders darüber, dass ich es fotografieren möchte und weicht nicht mehr von meiner Seite.
Ich denke an meine kleine Tochter und ihren wohlbehüteten Start in das Leben. Dies blieb den Kindern hier verwehrt. Sie wurden im Krieg geboren und haben den größten Teil ihres noch jungen Lebens im Lager verbracht. Welche Perspektiven, welche Zukunft haben sie?
Eine Frage, die mich fortan begleitet …

CARE leistet hier im Flüchtlingslager zusammen mit 20 anderen Hilfsorganisationen unter der Leitung des UNHCR tagtäglich wichtige Arbeit für die geflüchteten Menschen. Unermüdlich werden Nahrungs- und Hygiene-Pakete, Decken, Kleidung und das Nötigste zum Überleben an die vertriebenen Familien verteilt.

CARE verantwortet zudem einen Großteil des Camp-Managements und ist die erste Anlaufstelle für die vielen Menschen, die Tag für Tag neu ankommen. Ich frage einen der Verantwortlichen, was derzeit am dringendsten gebraucht wird: Es sind vor allem Windeln für die Babys, Hygieneartikel wie Seifen und Zahnbürsten sowie natürlich Nahrungsmittel.

Die Menschen in Azraq u nd den anderen Flüchtlingslagern Jordaniens haben Unvorstellbares durchgemacht und am Ende alles verloren.
Die Kinder und ihre Familien brauchen jetzt dringend unsere Hilfe!

Bitte helfen Sie heute Leben zu retten – mit Ihrem CARE-Paket!