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Ende der COP27: Wichtiger Meilenstein und alarmierende Verzögerungen

Heute ging die 27. UN-Weltklimakonferenz im ägyptischen Sharm el-Sheikh zu Ende. Die verhandelnden Länder einigten sich auf einen neuen Fonds zur Unterstützung von Klimaschäden. Das sei ein Meilenstein, wie CARE-Klimaexperte Sven Harmeling sagt: „CARE begrüßt, dass auch die EU ihre jahrelangen Blockaden aufgegeben und so wesentlich zu einer Einigung beigetragen hat.“

Doch bevor dieser Fonds Geld an Betroffene auszahlen können wird, müssen insbesondere im nächsten Jahr wesentliche Fragen ausgearbeitet werden. „Dazu gehört auch ein Zahlungssystem, das Verursacher der Klimakrise in die Pflicht nimmt. Die fossile Energieindustrie muss hier miteinbezogen werden. Gleichzeitig muss es einen starken Fokus auf die besonders betroffenen Bevölkerungsschichten in Ländern des Globalen Südens geben.“

Außerdem wurde auf der COP27 ein Arbeitsprogramm für mehr Klimaschutz beschlossen. Dieses wird jedoch kaum ausreichen, um die globale Erhitzung auf 1,5 Grad zu beschränken. „Die Industrieländer inklusive der EU haben sowohl einen Fahrplan für die versprochene Verdoppelung der Anpassungsfinanzierung an ärmere Länder als auch einen Ausgleich für die verspätete Erreichung des 100-Milliarden-Ziels zur Klimafinanzierung verhindert. Da dieses Ziel wohl frühestens 2023, anstatt wie versprochen 2020, erreicht wird, hätten sich die Industrieländer zumindest dazu bekennen müssen, diese Lücke anzugehen“, so Harmeling.

CARE zeigt sich auch über die fehlenden Fortschritte beim Aktionsplan für Geschlechtergerechtigkeit enttäuscht, sagt Karen Knipp-Rentrop von CARE Österreich:

„Frauen und Mädchen sind am stärksten vom Klimawandel betroffen. Er verschärft die bestehenden Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und bedroht ihre Lebensgrundlage, Gesundheit und Sicherheit. Dennoch fehlt es immer noch an einem kohärenten und proaktiven Ansatz für geschlechtergerechte Klimamaßnahmen – auch und besonders, was die Finanzierung für Verluste und Schäden im Globalen Süden betrifft. Auch sitzen immer noch zu wenig Frauen am Verhandlungstisch.“