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Ein Mann mit einer Mission

Geschlechtergerechtigkeit im Südsudan: Es gibt noch viel zu tun! Foto: CARE

Eine lebenslange Hingabe: Die Rechte von Frauen und Mädchen schützen

Von Patrick Vuonze, CARE Südsudan

Mehr als einmal habe ich Mitschüler dazu aufgefordert aufzuhören junge Mädchen zu schikanieren. Das hat mich nie sehr beliebt gemacht. Doch seit ich jung war, wollte ich einfach nicht, dass andere leiden.

Ich bin mit dieser Eigenschaft aufgewachsen und jetzt benutze ich sie, um für Frauen und Mädchenrechte im Südsudan zu kämpfen. Über Jahrhunderte wurden Frauen und Mädchen nicht dazu ermutigt, im Südsudan größere Rollen in der Gesellschaft zu übernehmen. Bis heute werden Frauen nicht in wichtige Entscheidungen miteinbezogen, obwohl diese Themen sie mehr als alle anderen im Land betreffen. Die Frage der Friedensstiftung und Konfliktlösung im Südsudan wird noch immer so ziemlich von der Männerwelt dominiert.

Das hat mich dazu inspiriert, Gender-Experte zu werden. Heute arbeite ich mit CARE als Gender- und Protection Manager. Meine Arbeit als Gender-Spezialist ist spannend und gleichzeitig herausfordernd im Kontext des Südsudans, wo Millionen von Menschen in Not sind und unter jahrelangen Bürgerkriegen leiden.

Meine Aufgabe ist es, Frauen und Mädchen dazu zu ermutigen ihre Rechte geltend zu machen. „Empowerment“ bedeutet, mehr Frauen und Mädchen in die Lage zu versetzen, größere Verantwortung in ihren Gemeinschaften zu übernehmen und ihre Anliegen zu äußern.

 

So wenige Frauen in der Nothilfe, doch so viele Möglichkeiten

Es ist eine ziemliche Herausforderung junge Mädchen dazu zu inspirieren, an sich selbst zu glauben. Es gibt nicht genügend weibliche Vorbilder. Die meisten Frauen und Mädchen im Südsudan verlassen die Schule vorzeitig und besuchen keine Universität. Der kulturelle und strukturelle Aufbau unserer Gesellschaft schätzt die Rechte der Frauen nicht und wichtige Entscheidungen fallen oft zugunsten von Jungen.

In meiner täglichen Arbeit beschäftige ich mich auch mit Fragen, die mit Kinderehen zu tun haben. Dies ist ein sehr umstrittenes Thema im Südsudan, aber als humanitäre Helfer sprechen wir uns dagegen aus. Viele Mädchen haben ihre Zukunft verloren, weil sie zu früh verheiratet wurden aus dem verzweifelten Versuch ihrer Familien der Armut zu entkommen. Im schlimmsten Fall werden sie gezwungen, reichere, alte Männer zu heiraten, damit ihre Eltern eine möglichst hohe Mitgift erhalten können.

 

Das Bedürfnis nach kulturellem Wandel

Es ist nicht verwunderlich, dass nur wenige Frauen im humanitären Bereich arbeiten. Obwohl noch viel zu tun ist, öffnen sich die Menschen für neue Ideen. Es bedarf jedoch viel Mut besonders konservative Gemeinschaften davon zu überzeugen, dass ein Mädchen einem Jungen ebenbürtig ist.

Die Menschen fürchten, dass ihre alten Traditionen in Frage gestellt werden. Deshalb sprechen wir immer zuerst mit den Gemeindeleitern und diskutieren mit ihnen Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit. Es braucht Zeit um Verhaltensweisen zu ändern, aber die meiste Zeit verstehen sie, warum eine Veränderung notwendig ist. Mit ihrer Unterstützung sind wir auch in der Lage, die Gemeinden davon zu überzeugen, alte Traditionen und Strukturen zu verlassen.

 

Mein größter Wunsch für Frauen und Mädchen aus dem Südsudan

Im Gegenzug zu meiner Arbeit wünsche ich mir einen Südsudan, in dem Mädchen ihre Ausbildung fortsetzen können um sich zu entfalten und Entscheidungen auf Familien- und Haushaltsebene selbst zu beeinflussen. Nur so können Frauen und Mädchen gestärkt werden. Nur so kann der Südsudan zu einem Ort des Friedens und des Wohlstands werden.

Bildung eröffnet so viele Türen, einschließlich Arbeitsmöglichkeiten. Wenn das passiert, werden die Frauen und Mädchen im Südsudan finanzielle Unabhängigkeit erleben und eine Chance bekommen, ein Leben frei von jeglichen Formen von Gewalt gegen Frauen zu führen.

 

Mein Südsudan Traum

Ich träume von einem Südsudan, in dem alle Menschen fair und gleich behandelt werden, unabhängig von ihrem Geschlecht oder ihrer Heimat. Es ist eine große Aufgabe, aber ich werde hart arbeiten, um meinen Traum zu verwirklichen. Tausende Menschen arbeiten Tag und Nacht daran, ihn zu verwirklichen. Wenn er eines Tages zur Realität wird, werde ich sagen können, dass ich einen Beitrag zu einem Land geleistet habe, das nicht nur die Rechte von Frauen und Mädchen respektiert, sondern sie auch bei der Entfaltung ihres Potenzials unterstützt.