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Dürre in Somalia: Betroffene erzählen vom Überlebenskampf

Es ist die schlimmste Dürre, die ich in meinem ganzen Leben erlebt habe“, sagt die 50-jährige Asha. Vor drei Monaten kam sie in ein Camp für Binnenflüchtlinge. Früher lebte sie glücklich in einem kleinen Dorf in den Bergen Somalias. Zusammen mit ihrem Mann und den sechs Kindern hatten sie 200 Schafe und Ziegen und zehn Kamele. Doch 90% ihrer Tiere sind durch die Dürre gestorben. Als dann die letzten Reste ihrer Vorräte und ihres Ersparten aufgebraucht waren, musste Asha ihre Heimat verlassen. Ihre Kinder ließ sie zurück, in der Hoffnung, eine Arbeit in der Nähe der Stadt zu finden.

Leila Ali (30) macht sich große Sorgen um ihre Kinder. Sie brachte nur ihren Jüngsten, Abdiqani (2), mit in das Lager in Ainabo. Sie ist auf der Suche nach Wasser und Nahrung. Ihre anderen sechs Kinder und ihr Mann blieben in Buurdhaab, ihrem Heimatdorf in den Bergen, etwa 30 Kilometer entfernt. „Ich hoffe sehr, dass sie auch hierher kommen können. Ich habe bereits das Zelt für sie eingerichtet. Aber noch mehr hoffe ich darauf, dass wir irgendwann wieder in unser Zuhause zurückkehren können“, sagt Leila.

Hassan (70) ist beinahe blind. Er erinnert sich gut daran, wie er bereits zwei Mal versucht hat, Essen in das Lager Ainabo zu bringen. Doch jedes Mal wurde er bestohlen. „Wir haben so gut wie nichts zu essen hier und selbst wenn wir mal ein wenig haben, ist es nicht sicher“, sagt er. Hassan musste dabei zusehen, wie seine Herde von 380 Ziegen auf nur noch zehn Tiere schrumpfte. Der Großteil verendete in den letzten drei Monaten, weil sie einfach kein Weideland mehr fanden. „Uns fehlt es an Essen, Arbeit und Unterkunft. Ich habe kein Geld um meine Kinder zur Schule zu schicken. Und ich weiß nicht, wie lange wir hier in diesem Lager bleiben müssen“, beklagt Hassan.

„Meine Mutter stirbt“, erzählt Weris Abdullah (60), während sie nach ihrer 80 Jahre alten Mutter schaut. Sie leidet unter akutem Durchfall und ist mangelernährt. Die wenigen Mahlzeiten, die Weris und ihre Familie bekommen, geben ihnen ihre Verwandten oder Nachbarn. „Einer aus dem Dorf nebenan bringt uns ab und zu sechs Säcke Reis. Diese teilen wir dann mit den anderen 50 Familien hier“, berichtet Weris. Aufgrund der Dürre benötigen über 3,2 Millionen Menschen in Somalia Nahrungsmittelhilfe.

„Das ist mein kleiner Bruder“, sagt Ayan (11). „Er hatte Durchfall, aber jetzt geht es ihm besser.“ Für drei Nächte waren die Geschwister im Krankenhaus in Burao. Jetzt freuen sie sich darauf, bald wieder nach Hause gehen zu dürfen. Ayans Bruder hatte Glück.

Rund 50 000 Menschen in Somalia leiden an akuten Durchfallerkrankungen. Es wird vermutet, dass es sich dabei um Cholera handelt. Bereits über 800 Menschen sind daran gestorben. Um den Ausbruch von Durchfallerkrankungen und Cholera einzudämmen, verteilt CARE Trinkwasser, Wasserreinigungstabletten und Hygiene-Pakete.

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