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„Die Erschütterung allein wird uns nicht helfen“

CARE Österreich Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager (ild) zum Flüchtlingsdrama im Mittelmeer, bei dem erneut, Hunderte Menschen starben.

„Die Erschütterung alleine wird uns nicht helfen, mit diesen Tragödien, deren Ausmaße immer größer werden, umzugehen. Es ist unglaublich, wie wenige Handlungen – abseits von Worten der Bestürzung – politisch gesetzt werden, um mit den Flüchtlingsströmen umzugehen.

Ich bin davon überzeugt, dass wir uns in Zukunft – aufgrund der vielen chronischen Krisenherde im Nahen Osten, in Nord- und Westafrika – steigenden Zahlen an Flüchtlingen gegenübersehen.  Es ist inakzeptabel, dass das Mittelmeer zu einem Massengrab zwischen den Kontinenten wird. Es ist ebenso inakzeptabel, dass die Mittelmeer Anrainer Staaten von der Europäischen Union weitgehend im Stich gelassen werden.

Konkrete Vorschläge von gemeinsamen europäischen Maßnahmen, wie z.B. der Vorabprüfung von Flüchtlingen in zu installierenden UNHCR Camps in Nordafrika, sollten nicht einfach mit der „Verlagerung“ des Themas abgetan werden. Ebenso wird es bei näherer Betrachtung der politischen Systeme in der Region nicht sehr realistisch sein, dass die Europäische Union allein mit Hilfsprojekten die Attraktivität der lebensgefährlichen Flucht übers Mittelmeer eindämmt.

Ich halte groß angelegte Informationskampagnen und eine Regulierung des kriminellen Schlepperwesens für essentiell – gemeinsam mit den zuvor genannten Maßnahmen. Dass es bei chronischen Krisen und Kriegen politischer Lösungen bedarf, ist eine Binsenweisheit, die gegenwärtig an der konkreten Umsetzung scheitert.“