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Das CARE-Paket: Hilfe seit 70 Jahren

„Nach dem Krieg fanden meine Eltern und ich am Dachboden eines Bauernhauses Unterschlupf, den wir uns notdürftig hergerichtet haben. Die CARE-Pakete waren für uns Kinder eine riesige Freude. Die warmen Socken, die Zahnpasta, die Erdnussbutter und vieles mehr waren in den sehr harten Wintern im Oberpinzgau eine große Hilfe. Das werde ich nie vergessen“, erinnert sich Helga Winkler-Berger, eine CARE-Paket-Empfängerin.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen große Teile Österreichs in Trümmern, die Menschen hungerten. Umso wichtiger waren die über eine Million CARE Pakete, die im ganzen Land verteilt wurden.

Wie kam es eigentlich dazu?
Wie alles begann: Am 27. November 1945 schlugen die beiden Amerikaner Arthur Ringland und Lincoln Clark einem Konsortium aus 22 amerikanischen Hilfsorganisationen vor, eine private Hilfsorganisation zu bilden – CARE. Der Name stand für „Cooperative for American Remittances to Europe“. Gleichzeitig bedeutet CARE aber auch Sorge, Fürsorge. Die ersten Pakete erhielt CARE von der US-Army. Es handelte sich um sogenannte „10-in-1 Pakete“ – ursprünglich dafür gedacht, US-Soldaten zu versorgen.

Das CARE-Paket kommt nach Österreich
Gerade in Wien – das damals als „hungrigste Großstadt Europas“ galt – wurden die CARE-Pakete dringend benötigt. Die durchschnittliche tägliche Kalorienversorgung betrug gerade einmal 980 Kalorien pro Person. Die Sterberate war dreimal höher als 1930.

Christa Chorherr aus Wien berichtet: „Es war ein sehr kalter Winter 1945/46. Heizmaterial gab es kaum. Strom und Gas gab es nur stundenweise. Ich war damals knapp elf Jahre alt. Weil ich tuberkulosegefährdet war, bekam ich CARE-Pakete. Mit Kakao! So etwas hatten wir schon ewig nicht gehabt. Ich war glücklich und stolz, ein so herrliches Paket bekommen zu haben. Ich hoffe, dass CARE-Pakete heute Kindern weltweit ebensolche Freude bereiten wie uns damals“.

Anfänglich wurden die als „Liebesabgaben“ bekannten CARE-Pakete nur an Personen verteilt, die Bekannte in Übersee hatten. Die EmpfängerInnen wurden von der Ankunft ihres Paketes verständigt und holten es dann in den Lagerhäusern ab. CARE garantierte, dass die Pakete beim Empfänger bzw. der Empfängerin ankamen – ansonsten: Geld zurück. Bald trafen auch „general relief“-Pakete ein. Wer diese Pakete bekam – oft Altersheime, Krankenhäuser, Schulen – entschied das Bundesministerium für soziale Verwaltung.

Hilfe zur Selbsthilfe – für Österreich
Nach und nach wurden die Inhalte der CARE-Pakete flexibler gestaltet. Ab 1947 wurden die Lebensmittelpakete um Schokolade, Honig, Dörrobst ergänzt. Es gab neue Pakete: Decken-, Säuglings-, und Wollstoffpakete oder CARE-Pakete mit koscherem Essen. Bis zum Jahr 1955 wurden über eine Million CARE-Pakete nach Österreich geschickt. Im Schnitt hat damals jede/r 7. ÖsterreicherIn von einem CARE-Paket profitiert.