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COVID-19: Warum Frauen von den Auswirkungen hart getroffen werden

Von Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin CARE Österreich

Die Auswirkungen der Corona-Krise treffen Frauen besonders hart. In vielen Ländern arbeiten sie zumeist in schlecht bezahlten Jobs und ohne soziale Absicherung. Die Pandemie gefährdet Jahrzehnte des Fortschritts für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen. Sie wirkt wie ein „Turbobooster“, der die Ausbreitung von Ungleichheiten beschleunigt. Arme Länder werden sich nur dann rasch erholen, wenn in den Wirtschaftsprogrammen zur Abfederung der Folgen der Krise die Lage der Frauen ausdrücklich Berücksichtigung findet.

Pflege liegt zumeist in den Händen von Frauen. Damit sind sie auch besonders gefährdet, an COVID-19 zu erkranken. Frauen übernehmen 70 Prozent der globalen Pflegetätigkeit. Das ist unabhängig davon, ob sie in einem Gesundheits- und Pflegeberuf arbeiten oder nicht.

Weltweit leisten Frauen und Mädchen übrigens täglich unglaubliche 12 Milliarden unbezahlter Arbeitsstunden für Familien und Angehörige. Zugang zu Bildung oder zum Arbeitsmarkt wird ihnen oft verwehrt. Mädchen, die sich daheim um mehrere erkrankte Familienmitglieder kümmern müssen, können nicht mehr in die Schule gehen.

Weil im Gesundheitsbereich im Kampf gegen COVID-19 viele finanzielle Mittel gebunden sind, schwinden die Ressourcen für Familienberatung oder die Bereitstellung von Verhütungsmitteln. In vielen Ländern zeichnet sich ab, dass die Zahl der ungewollten Schwangerschaften deshalb steigt. Die Folge ist z.B., dass Mädchen ihre Ausbildung abbrechen müssen.

Die wirtschaftliche Unsicherheit und die Ausgangssperren führen zu mehr Gewalt in Familien. Zudem sind Mädchen in Gefahr, viel zu früh und aus wirtschaftlicher Notwendigkeit verheiratet zu werden.

Ein weiterer Bereich, der unter der Corona-Krise Rückschläge hinnehmen muss, sind unzählige Kleinsparvereine, die CARE seit 1991 weltweit gefördert hat. 10,2 Millionen Menschen (davon 80 Prozent Frauen) sind in 54 Ländern Mitglieder in Spargruppen. Im Schnitt sparen diese Kleinsparvereine 2,3 Milliarden USD im Jahr an und sind somit – besonders in ländlichen Gebieten – ein wichtiger ökonomischer Impulsgeber.

Die Ausgangssperren und Versammlungsverbote, die in vielen Ländern gelten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, führen dazu, dass dieses sehr gut funktionierende Mikrofinanzinstrument torpediert wird. Tausende Frauen drohen deshalb den Zugang zu Finanzdienstleistungen zu verlieren.

Wie an all diesen Auswirkungen zu sehen ist, stellen wir uns einer riesigen Herausforderung. CARE hat im Einsatz gegen COVID-19 bislang in 69 Ländern 18,6 Millionen Menschen direkt mit Hilfe erreicht.

Wir hoffen weiter auch auf Ihre Unterstützung! Herzlichen Dank!