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CARE zum Welt-Mädchentag im Oktober

39.000 Mädchen werden täglich verheiratet

"Der Traum meines Schulbesuchs ist vor langer Zeit gestorben", berichtet Jobeda Begum aus Bangladesch in dem Bericht. Sie wurde mit 15 Jahren verheiratet und musste daraufhin die Schule beenden. So wie ihr geht es vielen Mädchen:

In 26 Ländern dieser Welt ist es für Mädchen unter 18 Jahren wahrscheinlicher verheiratet zu werden, als eine weiterführende Schule zu besuchen. Das zeigt eine neue Studie, die von CARE veröffentlicht wurde.

"Dass mehr Mädchen verheiratet werden als den Klassenraum einer weiterführenden Schule von innen zu sehen, darf nicht sein", sagt Andrea Wagner-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. Aber: "Diese Praxis ist in vielen Ländern Alltag und bedeutet eine vertane Chance: für das Leben dieses Mädchens, aber auch für die Bekämpfung von Armut."

Laut der CARE-Studie werden jeden Tag 39.000 Mädchen zur Ehe gezwungen. Konkret heißt das: Alle zwei Sekunden wird eine Kinderehe geschlossen. Gleichzeitig gehen 62 Millionen Mädchen nicht zur Schule.

 

Risiken: Zwangsehe, Gewalt, Schwangerschaft

Vor allem die geringe Anzahl der Einschreibungen an weiterführenden Schulen von Mädchen ist laut des Berichts kritisch. "In vielen Ländern besuchen Mädchen mittlerweile die Grundschule. Aber wenn Mädchen in die Pubertät kommen, sind sie Risiken wie Zwangsehe, Gewalt, Schwangerschaft und sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Auch ihre Schulausbildung endet dann". Der Bericht zeigt einige Lösungsansätze für die Abschaffung der Kinderehe, die sich in Ländern wie Bangladesch, Nepal, Äthiopien oder Malawi bereits bewährt haben. Dazu zählt etwa eine CARE-Initiative in Äthiopien, bei der die Gesundheit von über 5.000 Mädchen verbessert und ihnen eine Ausbildung gewährt werden konnte.

 

Weitere Ergebnisse der Studie:

Hauptursachen für Kinderehen sind vor allem soziale, junge Mädchen abwertende Normen, Mädchenhandel, Abhängigkeiten von Mitgift sowie Bürgerkriege wie in Afghanistan oder Mali;

• Im Niger heiraten 76 Prozent der Mädchen unter 18 Jahren: so viele wie nirgendwo sonst auf der Welt. Nur 10 Prozent sind in einer weiterführenden Schule eingeschrieben;  

• Im Tschad, der Zentralafrikanischen Republik, im Südsudan und in Somalia übersteigt die Zahl der Mädchen, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet werden, die Zahl derjenigen, die eine weiterführende Schule besuchen, um jeweils 40 Prozent.

 

Alle Fotos: CARE

Deutsche Kurzfassung der Studie: hier klicken

Englische Kurzfassung der Studie: hier klicken