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CARE-Nothelfer zum Kampf gegen COVID-19: „Hygiene ist der wichtigste Faktor“

Abstand halten, Hände mit Seife waschen, Gedränge meiden: Was in Österreich im Kampf gegen COVID-19 für alle gilt, ist in Krisengebieten oft so gut wie unmöglich. Reinhard Trink, Leiter der Nothilfe-Programme bei CARE Österreich, war schon bei vielen Epidemien im Einsatz. Denn CARE hilft vor allem dort, wo es beim Ausbruch von Krankheiten kein belastbares Gesundheitssystem gibt. Wie es trotzdem gelingt, hoch ansteckende Infektionen wie z.B. mit Ebola einzudämmen, haben wir Trink gefragt.

Viele Menschen befürchten, dass es dramatische Folgen haben könnte, wenn das Coronavirus in Krisengebieten oder Flüchtlingslagern ankommt. Wie muss man sich die hygienische Lage dort vorstellen? 

Das Hauptproblem in dem Fall, dass sich Corona in Krisengebieten oder auch in einem der großen Flüchtlingslager weltweit verbreitet, ist sicher die beengte Wohnsituation. Der vielfach angemahnte Mindestabstand kann dort in aller Regel einfach nicht eingehalten werden, egal ob in Wohnungen, Zelten oder Containern. In Warteschlangen bei Wasser-Entnahmestellen oder bei Verteilungen von Hilfsgütern gilt das ebenso wenig.

Wie bereitet sich CARE auf die Verbreitung des Corona-Virus in den Einsatzgebieten vor? 

CARE fährt schon bestehende Hygieneprojekte hoch bzw. weitet sie aus. Außerdem werden vermehrt Schulungen zu allgemeiner Hygiene durchgeführt. Da geht es um grundlegende Informationen, etwa „Wie wasche ich meine Hände richtig?“, aber auch um Informationen spezifisch zu Corona.

Hatte Sie persönlich schon einmal mit einer Situation wie jetzt zu tun? 

Nein, bei weitem nicht in diesem Ausmaß.

Reinhard Trink leitet die Nothilfe-Projekte bei CARE Österreich.

Worin besteht die Expertise von CARE im Umgang mit Epidemien? 

CARE hat in der Vergangenheit vor allem große Erfahrung mit Ebola gesammelt. In den letzten Jahren in Westafrika, aber auch in der Region der Großen Seen im Osten des Kontinents. Dort wurden ebenfalls vor allem Schulungen und Trainings angeboten sowie gezielte Informationskampagnen. CARE hat hier keine direkten medizinischen Interventionen durchgeführt. Das ist ja auch nicht der Schwerpunkt der Arbeit von CARE. Allerdings wurden die von Ebola betroffenen Gebiete bei der Trinkwasserversorgung unterstützt: zum Beispiel durch den Bau von Brunnen und durch die Verteilung von Wasser-Reinigungstabletten und CARE-Paketen mit Hygieneartikeln. Auch den Bau von Latrinen hat CARE geleistet. Hygiene ist der wichtigste Faktor.

Aktuell bietet CARE die Möglichkeit, CARE-Hygiene-Pakete zu spenden. Was enthält ein CARE-Paket im Hygienebereich konkret? 

Typischerweise gehören dazu ein Wasserkübel, Seife, Shampoo, Zahnpasta und Zahnbürsten, ein Kamm, ein Handtuch und für Frauen und Mädchen auch Damenbinden. Wichtig ist immer, dass nicht nur Pakete verteilt werden, sondern dass das in Kombination mit Schulungen zur Hygiene geschieht.

Wie geht CARE als Organisation mit der Situation in Österreich um? 

Wir halten uns an behördliche Vorgaben, arbeiten so weit möglich vom Homeoffice aus und unsere Meetings finden nur virtuell online statt.