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CARE: Klimawandel zwingt Millionen zur Flucht

Im Jahr 2015 haben durch Wetterkatastrophen 15 Millionen Menschen in 113 Ländern ihr Zuhause verloren. Das sind doppelt so viele wie durch kriegerische Auseinandersetzungen und Konflikte. Die Anzahl der Menschen, die aufgrund von Klimawandel flüchten müssen, droht bis 2050 auf bis zu 250 Millionen Menschen anzusteigen. Das ergibt der von CARE International veröffentlichte Studie „Fleeing Climate Change: Impacts on migration and displacement“.

Von 2008 bis 2015 wurden 175 Millionen Menschen in Entwicklungsländern von Überflutungen, Stürmen und anderen extremen Wetterphänomenen vertrieben. Diese Anzahl hat sich seit den 1970er Jahren vervierfacht. Bis zum Jahr 2050 droht die Anzahl der Menschen, die aufgrund von Auswirkungen des Klimawandels ihre Heimat verlassen müssen, auf 250 Millionen Menschen anzuwachsen.

[caption id="attachment_12674" align="alignnone" width="338"]Bangladesch Bangladesch[/caption]

„Es ist eine Katastrophe, wenn Regierungen Millionen Menschen ohne Unterstützung zurücklassen, während der Klimawandel deren Leben drastisch verändert“, sagt Kit Vaughan, Leiter des Klima-Netzwerks von CARE. „Wirtschaftlich und menschlich gesehen ist es besser jetzt zu reagieren als zu spät: nämlich dann, wenn Menschen Nothilfe benötigen, weil sie bereits alles verloren haben. Wir wissen, dass für jeden Dollar, der in landwirtschaftliche Anpassung an den Klimawandel investiert wird, die Bauern und Bäuerinnen vier Dollar erwirtschaften.“

CARE drängt darauf, dass politische Anstrengungen und finanzielle Mittel massiv und schnell erhöht werden müssen. Das ist nötig, um auf den Klimawandel zurückzuführende Wetterphänomene – wie Überflutungen, Dürren und Wirbelstürme – zu bewältigen. Zwar gibt es Fortschritte beim „Warschau-Mechanismus“, der ärmere Länder beim Umgang mit Verlusten und Schäden („loss and damage“) durch den Klimawandel unterstützen soll. Dennoch hinkt die finanzielle Unterstützung für Länder, die schwer mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen haben, weit hinterher.

Ergebnisse der Studie: 3 Szenarien klimabedingter Migration und Vertreibung nach 2100

Die Studie entwickelt drei mögliche Szenarien, die untersuchen wie sich unterschiedliche Temperaturanstiege auf künftige Migrationsentwicklungen, Flucht und Vertreibung auswirken werden. Wie viele Menschen dazu gezwungen sein werden, aufgrund der Folgen des Klimawandels ihre Heimat zu verlassen, hängt nicht zuletzt davon ab, welche Maßnahmen wann ergriffen werden.

·         1,5°C Erwärmung: Grund und Boden von 137 Millionen Menschen droht, überflutet zu werden.

Maximal 1,5 Grad globale Erwärmung ist das Ziel des Pariser Klimaabkommens, das derzeit– mit drastischer Reduktion der Emissionen – noch erreichbar ist. Dennoch: Der Anstieg des Meeresspiegels und die Versalzung des Bodens machen landwirtschaftliche Flächen unbrauchbar – die Auswirkungen betreffen Millionen Menschen. Migration passiert überwiegend freiwillig und nur eingeschränkt, vorwiegend binnenstaatlich – sofern ausreichende Mittel zur Anpassung zur Verfügung gestellt werden.

·         2°C Erwärmung. Grund und Boden von 280 Millionen Menschen droht, vernichtet zu werden.

"Wir haben heuer nichts geerntet", sagt Almarinda. Foto: Johanna Mitscherlich/CAREDramatische Auswirkungen überall auf der Welt: Die Grenze für Anpassung ist überschritten, die Kosten für unvermeidbare Folgen der Erwärmung steigen drastisch. Der Anstieg des Meeresspiegels zwingt nach dem Jahr 2100 rund 280 Millionen Menschen zur Flucht, viele weitere müssen aufgrund von Wetterextremen in Sicherheit gebracht werden. Migration ist nicht mehr temporär, sondern permanent – und keine freie Entscheidung mehr, sondern einzige Option.

·         3°C Erwärmung. Ein um 6,4 Meter erhöhter Meeresspiegel nach dem Jahr 2100 zwingt 432 Millionen Menschen weltweit zur Flucht

Katastrophaler Klimawandel: Die Folgen des Klimawandels zwingen viele Menschen, ihre Heimat zu verlassen. 200 Millionen Menschen müssen sich bis zum Jahr 2050 allein in Afrika aufgrund der zunehmenden Wüstenbildung eine neue Heimat suchen. Weitere Auswirkungen: Große Teile Afrikas und des Nahen Ostens sind aufgrund des Temperaturanstiegs nicht mehr bewohnbar. Verwüstung und Dürren gefährden die Ernährungssicherheit in Afrika; Wetterextreme haben dramatische Auswirkungen in Asien. Binnen- und internationale Migration steigen an. Viele Teile der Welt befinden sich in einem Zustand fortdauernder Krisen.

Die Studie zum Download:

Fotos: http://www.careimages.org/?c=3609&k=1586255ac1