Diese Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen.
Mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Alle Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

  • Home
  • News
  • CARE kämpft in Jordanien gegen sexuelle und häusliche Gewalt

CARE kämpft in Jordanien gegen sexuelle und häusliche Gewalt

Das gesamte Ausmaß geschlechtsspezifischer Gewalt in einem Land zu erfassen, ist schwierig. Das gilt auch für Jordanien. Das Family Protection Department in Jordanien, eine polizeiliche Stelle zur Prävention und Aufklärung von sexueller und häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kinder, meldete 2012 7.981 Fälle. Die Dunkelziffer dürfte jedoch weit höher liegen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Soziale Normen – wie etwa patriarchale Unterdrückungsverhältnisse – lassen laut Weltbank mehr als 22 Prozent der jordanischen Frauen denken, es würde Gründe geben, die Gewalt gegen Frauen rechtfertigen. Andere Quellen sprechen sogar von etwa 70 Prozent. Dabei ist besonders besorgniserregend, dass etwa die Hälfte der Frauen nach gewalttätigen Vorfällen keine Hilfe beanspruchte oder dies gar nicht erst konnte. Denn neben diesen sozio-kulturellen Faktoren, sind es strukturelle Probleme, die den Weg zu den Behörden erschweren oder gar verunmöglichen.

Aus diesen Gründen entwickelte CARE in Zusammenarbeit mit seinen langjährigen Partnern National Centre for Human Rights (NCHR) und Jordanian National Forum for Women (JNFW) das Projekt „Hemaya II“. Ziel ist es, Gleichberechtigung von Männern und Frauen zu stärken und geschlechtsspezifische Gewalt in den Bezirken Zarka und Mafraq zu verringern. Dabei arbeitet CARE mit Organisationen auf Gemeindeebene, sozialen Einrichtungen sowie den Betroffenen zusammen.

Zu diesem Zweck war CARE-Helferin Karoline Ohler zusammen mit zwei jordanischen Kolleginnen von CARE und einer Delegation von fünf hochrangigen Offizieren des jordanischen Family Protection- und Public Protection Departments vom 3.-7. Juli zu Besuch im Gloucestershire Public Protection Bureau in Großbritannien. Ziel war es, einen Einblick in die vorbildliche Arbeit dieser englischen Einrichtung zu bekommen. Vom Eingang eines Notrufes über die psychosoziale und medizinische Betreuung der Betroffenen bis hin zur polizeilichen Arbeit konnten sich die jordanischen Offiziere informieren. Besonders spannend war der sogenannte Multi Agency Stakeholder Hub (MASH). In täglichen Meetings kommen die verschiedenen staatlichen bzw. lokalen MitarbeiterInnen von Bildungs-, Gesundheits- sowie Sozialeinrichtungen und der Polizei zusammen. Jeder neu eingegangene Fall wird besprochen und anschließend der geeigneten Stelle zugewiesen. Der effektive Ablauf soll so gewährleistet werden.

Im Projekt „Hemaya II“ verfolgt CARE mehrere Ansätze gleichzeitig. Wir setzen sowohl auf Arbeit mit der Zivilgesellschaft als auch mit der staatlich-strukturellen Ebene. Nur so kann das volle Ausmaß geschlechtsspezifischer Gewalt effektiv bekämpft werden.