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CARE-Helferin im Jemen: „Für die Kinder ist die Lage besonders schlimm“

Das Ausmaß des Leids im Jemen lässt CARE-Nothelferin Jennifer Bose (rechts im Bild) nicht mehr los. „So viele Menschen dort brauchen dringend Hilfe. Sie leben in größter Not.“

Zurück in Wien berichtet Bose bei einer Veranstaltung von CARE von ihren Eindrücken. Die verzweifelte Lage der Kinder hat sie tief berührt. Hunger und Unterernährung prägen den Alltag im Krieg. Ohne Unterstützung ist ihr Überleben in Gefahr. „Mehr als 7,4 Millionen Menschen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen“, sagt Bose.

Eines der Kinder, die dringend Hilfe brauchen, ist Rawan.

Sie ist 12 Jahre alt und extrem unterernährt. Rawan kann nicht gehen oder sprechen. Ihre Mutter hat sie aus ihrem Heimatdorf mehr als zwei Tage auf ihrem Rücken in die Stadt getragen, damit sie Hilfe bekommt.

CARE ist im Jemen geblieben, nachdem 2015 der Krieg ausgebrochen ist. „Wir erreichen mit unserer Hilfe jeden Monat eine Million Menschen“, sagt Bose. Die größte Not lindern Nahrungsmittel und Trinkwasser. CARE verteilt auch Saatgut, errichtet Latrinen in Flüchtlingsunterkünften, repariert im Krieg beschädigte Wasserentnahmestellen und baut zerstörte Schulen wieder auf.

Der Bedarf an Unterstützung ist riesig. Die finanziellen Mittel dafür reichen bei weitem nicht aus. Für das Leid der Menschen fehlt auch die Aufmerksamkeit. „Wir hören nicht viel über den Jemen, obwohl das die größte humanitäre Katastrophe der Welt ist“, sagt Bose.

Im Stich gelassen und vergessen fühlt sich auch Thaibah (17). Die junge Frau hat Kühe gehütet und ist auf dem Weg nach Hause, als sie auf eine Landmine steigt.

Thaibah verliert ein Bein in der Explosion. Auch das zweite Bein wird so schwer verletzt, dass sie nicht mehr stehen kann. Sie sitzt den ganzen Tag am Boden. Für sie gibt es kaum etwas zu tun. Manchmal kommen ihre jungen Nichten und Neffen. Dann spielt sie mit ihnen.

Die Eltern von Thaibah sind alt. Die Familie bekommt Unterstützung von CARE, weil sie kaum überleben könnte. Ihnen ist nur noch eine Kuh geblieben. „Thaibahs größter Wunsch ist wieder gehen zu können“, sagt Bose.

Thaibahs Schicksal steht für den Überlebenskampf von 24 Millionen Menschen, die im Jemen humanitäre Hilfe benötigen. Das sind 80 Prozent der Bevölkerung.

CARE-Nothelferin Jennifer Bose spricht über den Jemen. Foto: CARE

Von einer Begegnung, die Hoffnung gibt, berichtet Bose auch. Sie erzählt von Ifthikar (43), einer Witwe, die unter schwierigsten Bedingungen für ihre fünf Kinder sorgt. Auf dem Foto oben ist Ifthikar mit ihrer Tochter Zahra (12) hinter Bose zu sehen.

Die einzige Einkommensquelle der Familie ist eine kleine Schafzucht. Weil sie jedoch kein Geld für ein Gatter für die Tiere bei ihrem Haus hatte, musste sie ihre Tochter wegschicken, um diese Schafe weit entfernt zu hüten. Ifthikar und Zahra litten sehr unter dieser Trennung.

„CARE hat der Mutter ihre Tochter zurückgebracht“, sagt Bose. Weil Ifthikar finanzielle Unterstützung erhielt, konnte sie ein Gehege für die Schafe direkt vor dem Haus bauen. Wieviel Glück das für die Familie bedeutet, ist am Strahlen von Zahra und Ifthikar zu erkennen. (Mehr über die beiden lesen Sie in diesem Beitrag.)

Der Helferin Bose machen solche Erfolge Mut für ihre Noteinsätze, bei denen sie so viel Leid mitansehen muss. „Hier wird klar, wie jede Spende und jeder Euro das Leben einer Familie verändern kann“, sagt sie.

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