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Ausgangssperre im Flüchtlingslager: „Früher hatte niemand Angst“

Dieses Gefühl kennen viele von uns seit Beginn der Corona-Krise: Wir wünschen uns ein normales Leben zurück. So geht es auch Muridi Zuriberi (25). Er ist als Kind mit seinem Onkel aus Somalia geflohen. Seitdem lebt er im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia. CARE-NothelferInnen hat Muridi erzählt, wie die Angst vor Ansteckung die Menschen dort erfasst hat. Als Vater einer sechs Wochen alten Tochter macht ihm Sorgen, wie es nun weitergehen soll. Lesen Sie seinen berührenden Bericht:

„Mich treffen die Maßnahmen gegen das Coronavirus hart. Ich arbeite sonst als Tagelöhner und habe jetzt kein Einkommen mehr, weil wir auf Anweisung der Regierung zu Hause bleiben müssen. Viele Geschäfte sind geschlossen. Das macht es derzeit schwierig, selbst an die grundlegendsten Dinge zu kommen.

Wir sind jetzt gezwungen, unsere Mahlzeiten zu reduzieren und können nur noch zweimal am Tag essen. Vor allem brauchen wir mehr Informationen zur Krankheit und was zu tun ist, wenn sich jemand ansteckt. Eigentlich bräuchten wir Gesichtsmasken und andere Schutzausrüstung und Quarantäne-Stationen, wo Infizierte isoliert werden können. Das alles gibt es hier nicht.

Früher hatte niemand Angst. Bei uns Muslimen ist es üblich, Gott für die gute Gesundheit zu danken, wenn jemand niest. Jetzt ist Niesen zu einem Problem geworden, denn sobald du niesen musst, laufen die Leute weg vor dir.

Was mir am meisten Sorgen bereitet, ist die Art und Weise, wie dieses Virus tötet. Viele Menschen auf der ganzen Welt sterben jeden Tag daran. Selbst in Ländern, in denen es den Leuten an nichts fehlt. Was wird passieren, wenn das Virus dieses Flüchtlingslager erreicht? Wir haben nicht ausreichend medizinische Versorgung, um damit umgehen zu können. Die meisten, die hier leben, haben nichts.

Ich hoffe, dass ich diese Pandemie überlebe und meine Familie vor dem Virus schützen kann! So Gott will, wird diese Krankheit eines Tages ein Ende haben und unser Leben wird wieder sein wie vorher.“