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Aserbaidschan: Flüchtling seit 27 Jahren

Im Jahr 1988 musste die Armenierin Gohar aus der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku fliehen. Sie und ihre Familie ließen all ihr Hab und Gut zurück und verließen ihr Zuhause mit nur dem, was sie am Leib tragen konnten.

„Dass ich keinen Kontakt zu meiner Familie hatte, war für mich unerträglich.“

Gohar erinnert sich: Das war die schmerzhafteste Zeit ihres Lebens.

„Nachdem wir aus Baku geflohen waren, kamen wir in Grosny an, der Hauptstadt von Tschetschenien. Wir hatten keine andere Wahl als nach Grosny zu fliehen. Alle Flüge von Baku nach Jerewan waren gestrichen worden. Später sagte man uns, dass es einen extra Flug für die Flüchtlinge nach Armenien geben sollte. Wir waren püntklich am Flughafen, aber dann erfuhren wir, dass das Flugzeug voll war.

Es kümmerte keinen, was mit uns geschah. Zufällig hörte ich, dass es ein starkes Erdbeben in Armenien gegeben hatte. Ich hatte eine Schwester in Kirovaken, das ist heute Vanadzor. Dass ich an keine Informationen kam und keinen Kontakt zu meinen engsten Familienmitgliedern hatte, war für mich unerträglich. Wir hatten dann großes Glück und konnten Kontakt zu armenischen Freunden in Goris herstellen, mit deren Hilfe wir alle Hindernisse überwanden und schließlich Armenien erreichten.“ 

Gegenseitige Unterstützung gibt Kraft

Gohar und ihre Familie kamen in einem Flüchtlingslager unter. Viele der Armenier, die aus Aserbaidschan fliehen mussten, können sich heute noch immer nirgends niederlassen und sich in eine neue Umgebung einleben. Gohar und ihr Mann haben stets weitergekämpft – für die eigene Familie und gleichzeitig für das Wohlergehen anderer Flüchtlinge. Sie haben sich selbst und andere immer wieder motiviert und aus der gegenseitigen Unterstützung Kraft gewonnen.

„Die humanitäre Hilfe, die den armenischen Flüchtlingen aus Aserbaidschan zukam, war ein Segen“, so Gohar. „Ohne die Hilfe von CARE hätten wir trotz unserer großen Bemühungen nichts erreichen können.“ Gohar und 40 andere Flüchtlingsfamilien aus Aserbaidschan wohnen jetzt in Apartments, die extra für sie gebaut wurden.

Das CARE-Progamm motiviert die Menschen

Mit vereinten Kräften haben wir ein Programm von vielen wichtigen und interessanten Aktivitäten auf die Beine gestellt. Im Rahmen des Projektes „Frauen stärken in der Friedensförderung im Südkaukasus“ organisieren wir Sommercamps für Kinder und führen Trainings, Seminare und Exkursionen durch. Außerdem können wir mit Hilfe von CARE Englisch- und Computerkurse für die Flüchtlinge anbieten und haben eine Jobberatung eingerichtet.

Die Folge dessen ist eine aktive und kluge junge Generation, die ihre Ideen unabhängig vertritt und umsetzt. Und auch die Erwachsenen sind deutlich aktiver und motivierter als früher.“

2014 wurde Gohar mit dem jährlichen Preis der Stadt Goris für außerordenliches gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet.

„Wir sind jetzt in der Stadt bekannt und werden respektiert. Wir sind sogar ein Vorbild für viele andere. Obwohl wir immer noch den offiziellen Status 'Flüchtling' haben, bewegen wir uns nach vorn. Wir haben immer noch Probleme und es ist nicht leicht, diese zu beseitigen. Aber wir wollen nicht mit dem Strom schwimmen und dem Schicksal seinen Lauf lassen. Wir werden unser Allerbestes geben, diese schwere Zeit zu überstehen und zu einer besseren Zukunft beizutragen.“

So hilft CARE mit Ihren Spenden: