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Äthiopien: „Wir haben Exkremente getrunken“

„Unser Grundstück war voll mit Exkrementen. Man konnte nirgends mehr richtig hinsteigen. Alles war verunreinigt“, erzählt Kabale Tandhe. Durch die menschlichen Ausscheidungen war jedoch nicht nur der Boden, sondern auch das Wasser verseucht. „Es war als würde man Exkremente trinken, vor allem im Sommer“, erinnert sich Kabale.

Die 50-Jährige nimmt regelmäßig an CAREs Hygiene-Schulungen in Fuloromso in Äthiopien teil. Davon, wie wichtig Hygiene im Sanitärbereich ist, hatte Kabale schon vorher gehört. Wieso hat sie also nicht bereits zuvor damit begonnen, für ihre Familie eine Toilette zu bauen?

„Die Leute in unserem Dorf sagten es wäre eine Schande, eine Toilette zu benutzen“, erklärt Kabale. „Sie fanden es verwerflich, menschliche Exkremente in einem Loch zu sammeln.“

Welche Gefahren verunreinigtes Wasser birgt, zum Beispiel Krankheitserreger und Würmer, darüber wurde Kabale in CARE-Trainings informiert. Mit Unterstützung der Europäischen Union führt CARE im Rahmen eines Projekts Hygieneschulungen und Informationsveranstaltungen durch.

„Wir haben eine Familientoilette gebaut, die von allen Familienmitgliedern benutzt wird“, sagt Kabale. Auch die meisten Nachbarn haben mittlerweile Toiletten gebaut. „Man hat uns erklärt, warum Hände Waschen nach dem Toilettenbesuch wichtig ist, um Krankheiten vorzubeugen. Heute macht das jeder in unserem Dorf.“

Keiner der Dorfbewohner benutzt mehr die Felder oder Umgebung der Häuser als Toilette. Kabale lacht: „Jetzt ist es genau umgekehrt. Nicht mehr das ‚Sammeln von Exkrementen in einem Loch‘ ist verwerflich, sondern draußen im Freien aufs Klo zu gehen!“

Mehr Informationen zu diesem Projekt gibt es hier.