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Äthiopien: „Wir haben alles verloren“

„Als wir im Flüchtlingslager ankamen, hatten wir nichts mehr“, erinnert sich Ade Galgalu Bagaju. Die 45-jährige Witwe und Mutter von acht Kindern musste wegen des Konflikts im Grenzgebiet zwischen Oromia- und Somali-Region in Äthiopien flüchten. „Früher besaßen wir Vieh und ein kleines Geschäft, von dem wir leben konnten. Das haben wir alles verloren.“ 

Viele Existenzen wurden im Herbst 2017 bei den schwersten Auseinandersetzungen seit langem zerstört. Ades Haus ging in Flammen auf, ihr Vieh wurde gestohlen. Übrig blieb nichts. „Wir hatten anfangs solchen Hunger im Camp“, berichtet Ade. „Wir hätten 15 Kilo Getreide von der Regierung bekommen sollen, als Notration für die ganze Familie für einen Monat. Aber die Verteilung hat nicht stattgefunden. Erst nach mehr als zwei Monaten haben wir etwas bekommen. Ich wusste nicht mehr, wie ich meine Kinder noch ernähren soll.

Von CARE hat Ade Hygieneartikel wie Seife und Waschmittel sowie Wasseraufbereitungstabletten erhalten. In Hygiene-Schulungen hat sie gelernt, dass durch richtiges Hände waschen und Sauberhalten der WC-Anlagen im Camp die Verbreitung von Krankheiten verhindert werden kann.

Mit der Bargeld-Soforthilfe, die Ade ebenfalls im Rahmen des CARE-Projekts bekommen hat, konnte sie neben Schulmaterialien für ihre Kinder auch einen Esel kaufen. Die alleinerziehende Mutter wurde bei früheren Kampfhandlungen in ihrem Heimatort am Fuß verwundet und muss seither mit Krücken gehen. „Weil ich eine Behinderung am Bein habe, kann ich allein kein Wasser holen. Der Esel hilft mir, die Wasserkanister und die Essensrationen von der Verteilstelle zu holen.“

Künftig wird sie den Esel als Lasttier vermieten, um ein Einkommen für sich und ihre Familie zu erwirtschaften. Denn nach wie vor fehlt es an allen Ecken und Enden: Kochutensilien werden ebenso dringend benötigt wie eine Mühle, um das Getreide zu mahlen.

Mehr Informationen zu diesem Projekt gibt es hier.