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Äthiopien: „Meine Tochter geht zur Schule. Sie wird keine Kinderbraut!“

Kula Garbole mit ihrer Tochter Xume. Foto: Martha Tadesse/CARE

„Alle meine fünf Kinder gehen in die Schule“, sagt Kula Garbole mit Stolz. Auch die sechs Jahre alte Xume (Foto). In ihrer Heimatregion in Äthiopien ist das noch immer nicht selbstverständlich. Kula (30) durfte nicht zur Schule und wurde früh verheiratet. „Ich bin froh, dass die nächste Generation das nicht mehr erleiden muss“, sagt sie.

Ein von der Europäischen Union unterstütztes Projekt in Kulas Dorf hat in den vergangenen zwei Jahren viel verändert. „Ich weiß jetzt, dass Frauen und Männer gleiche Rechte haben. Mein Mann und ich teilen uns seitdem die Aufgaben im Haushalt“, sagt Kula. In ihrem Umfeld übernehmen nun immer mehr Männer Arbeit wie Kinderbetreuung, Kochen für die Familie und Sammeln von Feuerholz. „Wir halten auch nicht mehr an Traditionen wie Genitalverstümmelung oder frühen Ehen fest“, berichtet Kula. Methoden zur Familienplanung werden dagegen gut angenommen.

Xume wird mehr Möglichkeiten haben als ihre Mutter. Foto: Martha Tadesse/CARE

„Mädchen und Buben erhalten Bildung. Die Zahl der Mädchen, die die Schule abbrechen, ist stark gesunken“, sagt Kula. Auch in den Kleinspargruppen haben die Frauen viel gelernt. Die meisten Familien im Dorf leben von Viehzucht und ein wenig Landwirtschaft. „Ich habe beim Sparen gesehen, dass Einnahmen steigen, selbst wenn man klein anfängt“, erklärt Kula. „Ich muss meinen Mann nicht mehr um Geld bitten. Das ist ein großer Erfolg für mich!“

Lesen Sie hier mehr über das Projekt, das von der EU gefördert wird.

Für Mädchen wie Xume eröffnen sich damit viele Möglichkeiten, ihr Leben in Selbstbestimmung und Unabhängigkeit zu gestalten.

Foto: Martha Tadesse/CARE