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Äthiopien: Erfahrungen aus dem Projekt „Berchi – be strong!“

 

Kese Tsedale Fenta

„In unserer Familie haben wir keine strikte Aufteilung der Haushaltsaufgaben mehr. Wir diskutieren zum Beispiel in unserer SAA Gruppe*, welche Rollen Männern und Frauen traditionell zugeschrieben werden. Meine Frau und ich genießen unser gemeinsames Leben mehr, seit wir darüber reden können, wie wir unseren Haushalt gemeinsam führen. Ich freue mich, meiner Gemeinde und den Mitgliedern meiner Kirche die Vorteile zu zeigen, die Aufgaben im Haushalt zu teilen oder gemeinsam zu erledigen.“

 

Geta Tibebu

„Ich übernehme Aufgaben, die vorher nur von Frauen erledigt worden sind, ich mache Injera oder bereite den Kaffee. Meine Tochter pflügt jetzt den Acker. Wir haben unsere Welt auf den Kopf gestellt. Wenn ein Mitglied unserer Familie krank wird, kann ein anderes Mitglied zum Beispiel das Wäschewaschen oder die Feldarbeit übernehmen, weil wir die Aufgaben aufteilen.“

 

Kasanesh Yibre

„Mein Mann hat mir beigebracht zu Pflügen und jetzt pflüge ich unser eigenes Feld. Anfangs haben manche Gemeindemitglieder über mich gelacht. Ich habe ihnen gesagt, dass es gut ist, die Aufgaben mit meinem Mann zu teilen und nicht an den traditionellen Rollen festzuhalten. Dies hat uns geholfen, unsere Familie mit Essen zu versorgen und unsere Leben bereichert. Ich habe meinem Mann beigebracht, wie man Essen zubereitet und er kocht gerne. Allerdings muss er noch lernen, wie man einen guten Kaffee macht.“

Tazebe Yibka

„Mein Sohn studiert in Debre Tabor. Früher hat meine Frau zuhause für ihn Essen zubereitet, damit er es mit in seine Wohnung nehmen konnte. Es ist nicht die Aufgabe von Männern zu kochen, das war unsere damals unsere Ansicht. Nach einigen Diskussionen in unserer SAA Gruppe haben meine Frau und ich ihn dazu aufgefordert zu lernen, für sich selbst zu kochen. Er war anfangs nicht besonders erfreut. Ich selbst habe gelernt zu kochen, brauche aber noch etwas Übung. Unser Sohn ist jetzt weniger abhängig von uns, weil er sein eigenes Essen zubereiten kann. Die anderen Studenten waren sehr überrascht, als sie gesehen haben, dass er kocht.“

 

Geta Gebeyehu

„In unserer SAA Gruppe gibt es einige Frauen, die ihrem Haushalt vorstehen. Wir alle unterstützen einander. Die Diskussionen in der Gruppe helfen uns, uns gegenseitig Wert zu schätzen. Wir haben unterschiedliche Hintergründe und Herkunft, aber wir sehen einander als gleichwertig. Das ist eine große Unterstützung. Auch andere Mitglieder der Gemeinde haben beobachtet, welche Vorteile es bringt, sich gegenseitig zu unterstützen und haben nun eigene Gruppen gebildet. Ich bin darüber sehr glücklich.“

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier.

 

* In SAA (ction and Analysis) Gruppen werden gemeinsam gesellschaftliche und Gender Normen diskutiert und anschließend Strategien, entwickelt, diese positiv zu verändern und soziale Beziehungen zu verbessern. Ursprünglich wurde diese von CARE entwickelte Methode vor allem für die Verbesserung reproduktiver Gesundheit eingesetzt, in Äthiopien und dem Projekt „Berchi – be strong!“ wurde die Methode adaptiert und thematisiert in besonderem Maße die Auswirkungen bestimmter Gender Normen und geschlechtlicher Arbeitsteilung auf die Ernährungssicherheit.