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Ägypten: „Kurzfristige Besucher“

In Ägypten organisiert CARE Treffen für syrische Flüchtlinge, damit besonders junge Menschen lernen, mit ihrer Situation als Flüchtling umzugehen. Sie teilen ihre Geschichten, unterstützen einander und bekommen das Gefühl, nicht allein zu sein.

von Mona Soliman, CARE-Kommunikationsbeauftragte in Ägypten

„Wir möchten nicht als Flüchtlinge bezeichnet werden“, erzählte mir Mahmoud, ein junger Syrer Anfang 20, als ich ihn während eines psychosozialen Treffens in Obour in der Metropolregion Kairo traf. Er und seine Freunde sehen sich selbst als „kurzfristige Besucher“.

„Ich dachte ich würde nur für einen Monat in Ägypten bleiben. Aber im nächsten Moment war ich schon an einer ägyptischen Universität eingeschrieben. Spätestens dann war mir klar, dass ich länger bleiben würde. Bis wann? Ich weiß es nicht“, erzählt Mahmoud den anderen, als sie ihre Geschichten teilen.

Mahmoud ist nicht der einzige; die anderen in seiner Altersgruppe teilen das gleiche Gefühl der Ungewissheit. Sie wissen nicht, wann ihr Aufenthalt enden wird. Sie leben ein provisorisches Leben. Ein Leben, das sie niemals erwartet hatten. Ich konnte sehen, dass sie alle Heimweh haben. Aber wohin sollen sie gehen? Sie haben kein Zuhause, in das sie zurückkehren können. Die meisten der Häuser in Syrien sind nicht mehr als auf dem Boden verteilte Ziegelsteine.

Ein Gefühl der Gemeinsamkeit

Sie vergessen die Außenwelt, wenn sie sich treffen. Es ist, als ob sie wieder in Syrien sind. Die psychosozialen Treffen, die von CARE in Ägypten organisiert werden, helfen ihnen durch verschiedene Aktivitäten ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Sie lernen, wie ein Team zu arbeiten, sich auszudrücken, ihre Erfahrungen zu teilen und ihr Verhalten zu analysieren.

Ich hörte ihre Geschichten, und konnte deutlich sehen, dass sie mit unvergesslichen Traumata konfrontiert waren, bevor sie Syrien verlassen konnten. Manche mussten dabei zusehen, wie FreundInnen und Familienmitglieder erschossen oder inhaftiert wurden. Zurückhaltend teilen sie ihre Geschichten, aber es ist erkennbar, dass sie glücklich sind, auf Menschen zu treffen, mit denen sie etwas gemeinsam haben.

Einige TeilnehmeInnen erzählen katastrophale Geschichten. Geschichten, die sie normalerweise nicht an Außenstehende herantragen würden. Aber sie verbringen eine Menge Zeit miteinander, sodass sie keine Fremden mehr sind. Sie teilen ihr Leid und helfen einander ihre Vergangenheit zu bewältigen.

Positive Erinnerungen schaffen

Bei den Aktionen lachen sie auch, wenn ihnen witzige Rollen zugeteilt werden. Einmal werden sie dazu aufgefordert, mit einem Partner wie typische Nachbarn zu streiten und anzufangen, unterschiedliche Verhaltensweise zu kritisieren, die andere provozieren, wie etwa tropfende Wäsche oder laute Kinder. Aktivitäten wie diese helfen ihnen dabei, ihre Frustrationen auf eine unterschwellige Weise zu zeigen.

Sie verbringen ihre Zeit in Ägypten nicht länger nur mit Warten und bedrückenden Erinnerungen. Sie sind glücklich darüber, echte Reaktionen zu bekommen und Aktivitäten mit anderen SyrerInnen durchzuführen. Sie kreieren neue, positive Erinnerungen. Sie lernen zusammen positiv in die Zukunft zu blicken; nicht als Fremde, sondern als Freunde, die sich umeinander kümmern.

CARE geht in Ägypten die Probleme von sexualisierter Gewalt unter syrischen Flüchtlingen jeden Alters und Geschlechts ganzheitlich an. Unter anderem werden sportliche Aktivitäten angeboten, Kunsttherapie, Theater, Aufklärung zu sexualisierter Gewalt, psychosoziale Treffen und rechtlicher Beistand.

Sie verbringen ihre Zeit in Ägypten nicht länger nur mit Warten und bedrückenden Erinnerungen. Sie sind glücklich darüber, echte Reaktionen zu bekommen und Aktivitäten mit anderen SyrerInnen durchzuführen. Sie kreieren neue, positive Erinnerungen. Sie lernen zusammen positiv in die Zukunft zu blicken; nicht als Fremde, sondern als Freunde, die sich umeinander kümmern.

CARE geht in Ägypten die Probleme von sexualisierter Gewalt unter syrischen Flüchtlingen jeden Alters und Geschlechts ganzheitlich an. Unter anderem werden sportliche Aktivitäten angeboten, Kunsttherapie, Theater, Aufklärung zu sexualisierter Gewalt, psychosoziale Treffen und rechtlicher Beistand.

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