Diese Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen.
Mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Alle Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

  • Home
  • News
  • 2000 Tage Krieg in Syrien

2000 Tage Krieg in Syrien

Seit mehr als 2000 Tagen tobt der Krieg in Syrien: Hunderttausende wurden getötet, Millionen Syrerinnen und Syrer sind auf der Flucht – innerhalb Syriens und außerhalb.

Hanadi und ihre Familie wurden ebenfalls zu Flüchtlingen gemacht. 2000 Tage ist es her, seit sie das letzte Mal zur Arbeit ging oder mit ihrer Familie im Garten ihres Hauses saß.

2000 Tage, seit nichts mehr so ist, wie es einmal war.

„In Syrien habe ich für das Bildungsministerium gearbeitet. Ich war die Beste in meiner Klasse, habe Stipendien bekommen. Ich habe Pädagogik studiert.

Wir wussten, dass wir fliehen müssen, als es keinen Strom, kein Wasser mehr gab. Wir hatten jegliche Nahrungsquelle für unsere Kinder verloren. 40 Tage lang hatten wir nichts, das wir ihnen geben konnten.

Jeder hat in Angst gelebt. Wir wussten nicht, was mit uns passieren würde. Eines Nachts erwachte ich schreiend. Ich weiß nicht warum, aber wir rannten alle nach unten, aus dem Haus. In diesem Moment wurde es bombardiert. Es war ein Wunder, dass wir überlebt haben.

Dem Tod entflohen

Wir machten uns auf den Weg nach Jordanien. Wir haben 38 Tage gebraucht, gingen von Dorf zu Dorf, Haus zu Haus. Manchmal haben wir draußen geschlafen. Hin und wieder fanden wir ein Auto, das uns mitnahm, aber wir gingen hauptsächlich zu Fuß. Das längste, das wir gegangen sind, waren drei Tage, durch die Wüste, wir schliefen unter freiem Himmel.

Wir hatten Wasser, Decken und Essen mitgenommen, aber es war zu viel zum Tragen. Ich hatte je ein Kind links und rechts auf den Hüften, eines drei Jahre, das andere erst sieben Monate alt. Also haben wir vieles zurückgelassen, aber die Decken für die Kinder, die habe ich behalten.

Als Eltern vergisst du die Wüste, du vergisst den Hunger, vergisst, dass du müde bist oder durstig. Aber du vergisst niemals deine Kinder. Du denkst an nichts anderes als an sie. Dass du sie in Sicherheit bringen musst.

Ich habe früher geglaubt, dass ich schwach bin, dass ich nichts Schweres tragen kann. Aber in so einer Situation erkennt man erst, wie stark man ist.

Die Menschen, denen ich am meisten dankbar bin in Jordanien, sind die Soldaten an der Grenze, die uns begrüßt haben. Sie haben sofort gefragt, ob wir Wasser haben. Meine Tochter sah ihre Waffen und sie begann zu weinen. Einer der beiden legte seine Waffe zur Seite, damit sie sich nicht fürchtet. Da habe ich mich wieder wie ein Mensch gefühlt.“

Mehr als 4,8 Millionen Menschen sind seit Ausbruch des Krieges aus Syrien geflüchtet, 97 Prozent von ihnen in die Türkei, den Libanon und nach Jordanien. CARE leistet seit Beginn der Krise humanitäre Hilfe – vor allem in den städtischen Gebieten, wo die Mehrzahl der Flüchtlinge lebt, und in Flüchtlingslagern. Mehr als 2,3 Millionen Menschen hat unsere Hilfe bisher erreicht.