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16 Tage gegen Gewalt an Frauen: „Wenn es Probleme gibt, ruft mich die Polizei an“

Foto: Nyokabi Kahura/Care/Fairpicture

Als Mädchen träumte Betty davon, Nonne zu werden. Doch ihr Traum platzte, wie so viele Träume in Uganda, als Ende der 1980er Jahre Unruhen und Bürgerkrieg im Land ausbrachen. Mehrmals wurde sie verschleppt. „Wenn sie dich entführen, wirst du unter den Rebellen umher gereicht. So wurde ich schwanger und begrub meinen Traum, Nonne zu werden“, erzählt sie.

Einen der ehemaligen Kämpfer heiratete sie. Sie gründete mit ihm eine Familie und bekam vier Kinder. Zwei von Bettys Kindern kamen während des Bürgerkriegs 1999 ums Leben. Ihre Ehe zerbrach ein Jahr später und Betty wurde zur alleinerziehenden Mutter.

„Mein Mann weigerte sich, das Schulgeld zu bezahlen. Doch in Uganda kann man kaum überleben, wenn man keine Ausbildung hat“, sagt Betty. „Ich überzeugte meine Kinder, zu studieren. Sie haben es geschafft, höhere Bildungsabschlüsse zu erreichen. Darüber bin ich sehr glücklich.“

Doch ein weiterer Schicksalsschlag traf Betty im Jahr 2016. Ihr Sohn, der damals im zweiten Jahr an der Universität studierte, starb plötzlich. ,,Ich war am Boden zerstört“, erinnert sich Betty. Nach einiger Zeit fasste Betty neuen Lebensmut. Dabei half ihr auch PACHEDO, eine Partnerorganisation von CARE.

Betty machte eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin, um Frauen und Familien, die unter Gewalt leiden, zu helfen. ,,Uns wurde beigebracht, wie man Kinder unterstützt. Sie informierten uns über geschlechtsspezifische Gewalt, über Wege, den eigenen Lebensunterhalt zu verbessern, und ganz allgemein, wie man mit Menschen umgeht. Das hat mir damals sehr geholfen.

Betty arbeitet heute ehrenamtlich in ihrer Gemeinde im Distrikt Gulu im Norden Ugandas. ,“Das macht mir sehr großen Spaß. Wenn es hier Probleme mit Gewalt gegen Frauen und Mädchen gibt, bieten wir Hilfe an. Auf meiner Liste stehen zwölf Haushalte, die ich dauerhaft betreue.“

Das Projekt WAYREP setzt auf die Zusammenarbeit mit Frauen wie Betty, die sich gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen engagieren und die Probleme aus eigener Erfahrung kennen. „Wenn Familien hier Probleme mit Gewalt haben oder wenn der Mann seine Familie nicht unterstützt, bin ich dazu da, einzugreifen. Sogar die Polizei hat mich schon oft angerufen, um in solchen Fällen zu helfen“, erklärt Betty.

Millionen von Frauen und Mädchen weltweit sind Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt. Die #16Days gegen Gewalt an Frauen erinnern jedes Jahr daran – vom Internationalen Tag für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember. CARE nutzt die #16Days um Wege aufzuzeigen, die helfen, die Opfer von Gewalt zu stärken und die Rechte von Frauen und Mädchen zu verteidigen. Diesem Zweck dient auch das gemeinsame Projekt WAYREP von CARE und Austrian Development Agency (ADA) im Norden Ugandas.