• Home
  • News
  • 16 Tage gegen Gewalt: „Ich wurde von meinem Freund mit HIV angesteckt“

16 Tage gegen Gewalt: „Ich wurde von meinem Freund mit HIV angesteckt“

Eveline Aparo (30) war 15 Jahre alt, als sie das erste Mal geheiratet hat – mittlerweile ist die vierfache Mutter geschieden. Wie viele Frauen ist auch sie Überlende von häuslicher Gewalt. Weil sie nach der Scheidung vom Vater ihrer ersten drei Kinder kaum Einkommensquellen hatte, zog sie mit dem wenigen Geld, das sie gespart hatte, nach Gulu im Norden Ugandas, um dort ein kleines Geschäft zu eröffnen.

„Ich verkaufte Holzkohle. Mein Geschäft entwickelte sich gut und meine Kundschaft wurde immer größer. Sowohl meine Nachbarn als auch das Personal aus einer nahegelegenen Sicherheitsfirma kauften regelmäßig bei mir ein“, erzählt Eveline. Mit der Zeit lernte sie den Chef der Sicherheitsfirma kennen, der ihr versprach, sie finanziell beim Ausbau ihres Geschäftes zu unterstützen. „Ich ahnte nicht, dass mich das in große Schwierigkeiten bringen würde.“

Der Mann nutzte das Vertrauensverhältnis aus und bat Eveline um eine Beziehung. „Ich lehnte nicht ab, weil ich dachte, dass er mir dann seine Unterstützung entziehen würde, wenn ich ihn zurückweise.“ Als die Beziehung intim wurde, weigerte er sich, dem Wunsch von Eveline nachzukommen und einen HIV-Test zu machen. „Er versicherte mir, dass er negativ sei und den Test einfach nachholen würde.“

Trotz Verhütung wurde Eveline schwanger. „Er wollte mich zu einer Abtreibung überreden. Er gab mir sogar das Geld, aber ich weigerte mich“, erzählte Eveline. Bei einer Vorsorgeuntersuchung erhielt sie dann eine erschreckende Nachricht: „Ich wurde getestet und bin HIV-positiv.“ Sie bat den Vater ihres ungeborenen Kindes sich ebenfalls testen zu lassen, doch dieser lehnte erneut ab. „Er begann, mich immer weniger zu unterstützen und brach die Kommunikation zur Gänze ab.“ Versuche, ihn zu kontaktieren und bei der Polizei anzuzeigen, scheiterten.

Ihr aufgebautes Geschäft mit der Holzkohle zerbrach in dieser Zeit. Doch Eveline lässt sich von den Schicksalsschlägen nicht unterkriegen. Sie ist Mitglied einer Kleinspargruppe, die für die Ausbildung ihrer Kinder spart. „Ich spare zusätzlich Geld, um bald wieder ein Geschäft eröffnen zu können.“

Jeder dritte Frau auf der Welt erlebt Gewalt. Im Rahmen der #16DAYS gegen geschlechtsspezifische Gewalt, die jährlich vom 25. November bis zum 10. Dezember stattfinden, möchte CARE Frauen eine Stimme geben. Denn CARE hat sich bis 2030 zum Ziel gesetzt, die Gleichstellung von 50 Millionen Frauen und Mädchen voranzutreiben, sie zu stärken und Gewalt gegen sie zu bekämpfen. Ein Beispiel dafür ist das Projekt WAYREP von CARE Österreich in Zusammenarbeit mit der Austrian Development Agency (ADA).