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16 Tage gegen Gewalt an Frauen: „Frauen sollten nicht im Stillen leiden“

Foto: Nyokabi Kahura/Care/Fairpicture

Grace (37) erkrankte im Lockdown im Frühjahr an Malaria. Mitten in der Nacht brauchte die Mutter von vier Kindern dringend ärztliche Hilfe, doch ihr Mann war nicht erreichbar. Trotz der Ausgangssperre hatte er sich mit Freunden getroffen, um zu trinken. Verzweifelt wandte sich Grace an die Sozialarbeiterin einer Partnerorganisation von CARE. Diese rief einen Krankenwagen für sie.

Als Grace ihr Haus verließ, um auf den Transport zum Arzt zu warten, wurde sie von Dieben angegriffen, die ihr das Handy stahlen. Ihr Mann meldete sich erst am nächsten Tag. Das war für Grace ein einschneidendes Erlebnis: „Mir wurde klar, dass in solchen Situationen mein Mann für mich da sein sollte, aber er war es nicht.“ Grace trennte sich von ihm. Es war ihrer zweite Ehe, nachdem ihr erster Mann gestorben war. Ihre Hoffnung, dass der neue Partner sie als alleinerziehende Mutter unterstützen würde, hatte sich schon zuvor nicht erfüllt.

„Er verdiente etwas Geld, aber ich hatte keine Ahnung, wie ich damit auskommen sollte. Ich mietete das Haus, in dem wir alle wohnten, kaufte Lebensmittel und bezahlte auch die Arztrechnungen für eines meiner Kinder, das an Epilepsie leidet“, erzählt Grace. „Als mir das alles zu viel wurde, versuchte ich, mit ihm darüber zu sprechen, die Aufgaben im Haushalt zu teilen, aber er wurde gewalttätig. Er fing an, mich zu schlagen und drohte sogar, mich umzubringen, falls ich die Beziehung beende“.

Grace führt viele Fälle von Gewalt gegen Frauen auf übermäßigen Alkoholkonsum zurück: „In unserer Gemeinde vertrinken viele Männer alles Geld, das sie in der Tasche haben. Ich glaube, dass viele von ihnen Angst vor familiären Verpflichtungen haben und der Situation nicht gewachsen sind.“ Seit der Trennung geht es ihr besser. „Ich fühle mich inzwischen auch alleine wohl und lebe jetzt gesund und glücklich. Statt in Selbstmitleid zu versinken, habe ich mich nach neuen Möglichkeiten umgesehen und einen Friseursalon eröffnet.”

Grace hat diesen Rat für andere Frauen: „Redet über Gewalt und leidet nicht im Stillen! Sucht Unterstützung! Es gibt zum Glück Organisationen, die Hilfe anbieten.“

Millionen von Frauen und Mädchen weltweit sind Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt. Die #16Days gegen Gewalt an Frauen erinnern jedes Jahr daran – vom Internationalen Tag für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember. CARE nutzt die #16Days um Wege aufzuzeigen, die helfen, die Opfer von Gewalt zu stärken und die Rechte von Frauen und Mädchen zu verteidigen. Diesem Zweck dient auch das gemeinsame Projekt WAYREP von CARE und Austrian Development Agency (ADA) im Norden Ugandas.