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Rohingya in Bangladesch: 1000 Tage voller Hoffnung und Mut

Seit drei Jahren leben Hunderttausende Flüchtlinge aus Myanmar in Camps im Nachbarland Bangladesh. Ein Gastbeitrag von Ram Das, stv. Länderdirektor von CARE Bangladesch.

Seit 2017 flohen rund eine Million Rohingya aus Myanmar, um sich in der Region Cox’s Bazar an der bengalischen Küste niederzulassen. Hunderttausende von ihnen warten dort seit drei Jahren auf Gerechtigkeit und eine Rückkehr in ihre Heimat. Die Camps sind überfüllt und die Angst vor einem verheerenden Ausbruch von COVID-19 erschwert die Situation zusätzlich. In der Regenzeit drohen Verwüstung und weiteres Elend durch Zyklone. Während sie auf eine positive Wende in ihrem Leben warten, haben die Rohingyas einen mutigen und starken Kampf ums Überleben geführt.

Eine der Flüchtlinge in den Camps ist Delder Begum. Sie ging 2017 mit ihrer kleinen Tochter sieben Tage lang zu Fuß, um Cox’s Bazar zu erreichen. Nach 65 Tagen in einem örtlichen Krankenhaus wurden sie im Camp Nummer 14 untergebracht, das jetzt ihr Zuhause ist. Sie engagiert sich freiwillig bei CARE und hat eine Ausbildung im Katastrophenmanagement erhalten, die Erste Hilfe und Rettungseinsätze umfasst. „Als ich aus Myanmar floh, war ich erst 25 Jahre alt. Aber in den letzten drei Jahren bin ich reifer geworden und ich habe den Sinn des Lebens völlig neu definiert. Ich versuche immer noch, mit dem Verlust meines Mannes und meiner Söhne zurechtzukommen, aber ich finde Trost darin, hier einen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten„, sagt Delder Begum.

Wie Delder ließen sich Hunderttausende von Rohingya in Cox’s Bazar nieder. CARE hat sich von Beginn an daran beteiligt, humanitäre Hilfe zu leisten. In mehreren der Camps leistet CARE Unterstützung bei der Versorgung mit lebenswichtigen Hilfsgütern. Die Entwicklung der Infrastruktur in den überfüllten Camps, die Einrichtung von Wasserversorgungssystemen, der Bau von Toiletten und Waschplätzen zur Verbesserung der Hygiene wurden von CARE vorangetrieben. Gesundheitszentren wurden eingerichtet und Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, bietet CARE Beratungsstellen. Bis heute konnte CARE etwa 200.000 Menschen in acht der insgesamt 14 Camps rund um Cox’s Bazar erreichen. 

Delder Begum erinnert sich nach drei Jahren an ihre anfänglichen Schwierigkeiten, sich im Camp anzupassen und zurechtzufinden. Heute ist sie dafür zuständig, Familien für Gefahren wie Zyklone, Erdrutsche und Brände zu sensibilisieren. „Ich freue mich sehr, dass meine Tochter im Camp eine Ausbildung erhält und ich möchte, dass auch sie einmal Verantwortung übernehmen wird.“

"Wenn man die engen Gassen der überfüllten Lager hinuntergeht, das fröhliche Lachen der herumlaufenden Kinder sieht und die Hoffnung in den Augen der Frauen, dann entfacht das auch bei mir die Hoffnung, dass es für die Menschen eine bessere und schöne Welt geben wird - nicht allzu weit weg in der Zukunft!"

Ram Das, stv. Länderdirektor CARE Bangladesch

CARE arbeitet eng mit den Bewohnern der Camps zusammen, um die Lebensbedingungen zu verbessern. Mehrere hundert Rohingya haben sich inzwischen ehrenamtlich in CARE-Programmen engagiert. Sie haben nicht nur das Leben anderer Menschen positiv verändert, sondern auch an ihnen selbst ist diese Erfahrung nicht spurlos vorübergegangen.

Atikul Islam aus dem Lager Palongkhali arbeitet als Freiwilliger im Camp 16. In den letzten drei Jahren hat sich seine Perspektive im Bezug auf  Geschlechter verändert. Früher vertrat er sehr konservative Überzeugungen, was Frauenrechte angeht. Heute setzt er sich für die Gleichstellung der Geschlechter und für die Stärkung der Rolle der Frauen im Flüchtlingscamp ein. Er arbeitet daran, Männer und Jungen für die Rechte der Frauen und gegen jede Form von Gewalt anFrauen und Mädchen zu sensibilisieren.

Aziz, ein weiterer Freiwilliger aus Camp 16, wird von seinen Kollegen der CARE-Standortleitung als „echter Held“ betrachtet. Er hilft dem CARE-Team bei der Übersetzung handgeschriebener Kommunikationsmaterialien in Rohingya-Sprache. Alle Kommunikationsmaterialien im Informationszentrum sind von Aziz geschrieben. So hat er auch seine Englischkenntnisse und seine Fähigkeiten im Umgang mit Computern verbessert. Er sieht sich als Sprecher für die Rechte der Rohingya und möchte auch andere im Camp motivieren, gemeinsam positive Veränderungen zu bewirken.

Das Volk der Rohingya lebt trotz aller Kämpfe und allen Leids noch immer ein Leben voller Hoffnung und Optimismus. Wenn man die engen Gassen der überfüllten Lager hinuntergeht, das fröhliche Lachen der herumlaufenden Kinder sieht und die Hoffnung in den Augen der Frauen, dann entfacht das auch bei mir die Hoffnung, dass es für die Menschen eine bessere und schöne Welt geben wird – nicht allzu weit weg in der Zukunft!

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Der Autor Ram Das ist stellvertretender Länderdirektor von CARE Bangladesch und zuständig für CAREs humanitären Einsatz in den Camps von Cox’s Bazar. CARE unterstützt dort Rohingya-Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln, Katastrophenvorsorge und Nothilfe sowie in der Stärkung von Frauen und Mädchen.