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18. Oktober 2018

Österreichs Entwicklungszusammenarbeit: Zu viele Worte, zu wenig Taten

„Aidwatch“-Report 2018: Österreich kürzt trotz gegenteiliger Bekenntnisse stark bei Mitteln für globale Armutsbekämpfung

(Wien, 18. Oktober 2018) „Die Regierung bekennt sich im aktuellen Regierungsprogramm dazu, die Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen. Allerdings steht dem Vorhaben die Tatsache im Weg, dass die Hilfe Österreichs nur mehr 0,3 Prozent beträgt“, kommentiert Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich, die heute im „Aidwatch“-Report von CONCORD veröffentlichten Zahlen für das Jahr 2017. Davon ist ein Viertel „Phantomhilfe“: also Hilfe, die nie vor Ort ankommt, sondern in Österreich bleibt. Lediglich 0,23 Prozent stehen für die Hilfe vor Ort zur Verfügung. Im Vergleich zu 2016 (0,42 Prozent) bedeutet das eine signifikante Reduzierung der Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit.

Die Anzahl der globalen Krisen und humanitären Katastrophen hat sich jedoch nicht reduziert – im Gegenteil: „Die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen ist weltweit so hoch wie überhaupt nie zuvor. Hunderttausende Menschen im Südsudan, Jemen, Tschad, in Niger und vielen weiteren Staaten sind von Hunger bedroht. Die Nothilfe für zahlreiche Krisenherde weltweit ist schwer unterfinanziert“, berichtet Barschdorf-Hager. „Wann, wenn nicht jetzt, ist Zeit zu handeln?“ Sie weist darauf hin, dass das begrüßenswerte Bekenntnis zu einer „stärkeren Hilfe vor Ort“ – also Hunger bekämpfen, Frauen wirtschaftlich stärken, Landwirtschaft und Bildung verbessern – auch im aktuellen Regierungsprogramm steht: „Die Bereitschaft, diese Ankündigung auch entsprechend umzusetzen, erkenne ich bisher jedoch nicht“.

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