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6. Dezember 2018

In Teilgebieten des Jemen fehlt es komplett an Nahrung

Die heute veröffentlichte Analyse der „Integrated Phase Classification (IPC)“ misst in einer fünfstufigen Skala die Lebensmittelknappheit in einem Land. Für Teile des Jemen gilt nun die höchste Stufe, die Anzeichen einer akuten Hungersnot beschreibt. 

Die Hilfsorganisation CARE ruft dringend zu mehr Hilfe für den Jemen auf, um eine weitere Katastrophe zu verhindern:Wenn hunderttausende Menschen verhungern, hat die Menschlichkeit versagt„, sagt der CARE Länderdirektor im Jemen, Johan Mooij. „Der heutige Bericht ist ein Weckruf an die Welt, dass 20 Millionen Menschen im Jemen ohne humanitäre Hilfe nicht genug zu essen haben. Die Gebiete, wo es zu wenig Nahrung gibt, wie in Hodeidah und Sa’ada, sind auch am stärksten vom Konflikt und den Kämpfen betroffen. Das ist ein klarer Hinweis auf den Zusammenhang zwischen den Kriegshandlungen und dem Hunger.“

Humanitäre Helfer an der Frontlinie, die meisten davon lokale Mitarbeiter, bezeugen seit Monaten massive Ausmaße von Mangelernährung, Hunger und Ernährungsunsicherheit. „Sie sehen ihre eigenen Landsleute verhungern und leben selbst in größter Not“, berichtet Mooij. Frauen trifft der Hunger besonders stark: Zugunsten der Familie verzichten Mütter auf Mahlzeiten, die Kriegshandlungen haben viele Frauen ohne Ehemann und Kinder ohne Vater zurückgelassen. Im Jemen leben mehr als eine Million Schwangere und stillende Mütter und 1,8 Millionen Kinder, die akut unterernährt sind.

Am Anfang der Woche veröffentlichten die Vereinten Nationen den voraussichtlichen Hilfsbedarf für den Jemen im kommenden Jahr. Mit vier Milliarden US-Dollar ist es der höchste finanzielle Bedarf, der jemals für ein einzelnes Land ausgerufen wurde.

„Ohne humanitäre Hilfe wäre die Anzahl der Menschen, die verhungert, noch viel höher. Dennoch ist humanitäre Hilfe immer nur eine kurzfristige Lösung. Der einzige Weg, um das Leid von der Bevölkerung abzuwenden, ist ein Ende des Konflikts. Der Hunger im Jemen ist vom Krieg verursacht. Der einzige Weg, ihn zu bekämpfen, ist den Krieg zu beenden.“

CARE unterstützt im Jemen jeden Monat eine Million Menschen und ersucht dringend um weitere Hilfsgelder, um die Nahrungsmittelhilfe und humanitäre Hilfsmaßnahmen auszuweiten. 

Hintergrund: Die Hungersnot ist die letzte und damit schwerste Stufe auf einer fünfstufigen Skala der sogenannten „Integrated Food Security Classification (IPC). Offiziell erklärt werden kann eine Hungersnot nur von den Vereinten Nationen oder der jeweiligen Landesregierung.

Folgende Kriterien beschreiben eine Hungersnot:
– Die Unterernährungsrate bei Kindern liegt höher als 30 Prozent.
– Jeden Tag sterben mehr als zwei von 10.000 Menschen.
– Mindestens jedem fünften Haushalt fehlen nahezu alle Lebensmittel.

Spenden für Katastrophenhilfe: CARE Österreich Spendenkonto: IBAN AT77 6000 0000 0123 6000 oder online

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