4. Januar 2018

Demokratische Republik Kongo: 7,5 Millionen Menschen hungern

Die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo blicken einem harten Jahr entgegen. Die humanitäre Situation hat sich 2017 massiv verschlechtert: Rund 8,5 Millionen Menschen benötigten humanitäre Hilfe. Es wird erwartet, dass sich die Zahl notleidender Menschen in diesem Jahr auf rund 13,1 Millionen erhöhen wird, so die internationale Hilfsorganisation CARE. Mehr als 7,5 Millionen Menschen haben derzeit nicht ausreichend zu essen, das ist ein Anstieg von 30 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten.

„Hier droht unmittelbar eine humanitäre Katastrophe“, warnt Pierre Bry, Länderdirektor von CARE in der Demokratischen Republik Kongo. „Wenn die internationale Gemeinschaft nicht schnell reagiert, ist es zu spät.“

Insgesamt gibt es derzeit rund 4,1 Millionen Vertriebene in der Demokratischen Republik Kongo, 620.000 davon sind in Nachbarländer geflohen. Der Anstieg gewalttätiger Konflikte und Spannungen in der Kasai Region hat 2017 mehr als 1,4 Million Menschen vertrieben, darunter viele Frauen und Kinder. Schulen, Gesundheitszentren und Infrastruktur wurden zerstört, Bauern konnten ihre Felder nicht bestellen. Die größte Herausforderung für Hilfsmaßnahmen in der komplexen und herausfordernden Situation ist die Kürzung der Mittel für die humanitäre Hilfe. Den Vereinten Nationen stehen gerade einmal die Hälfte der Geldmittel zur Verfügung.

„Ohne finanzielle Mittel können wir die Menschen nicht erreichen“, warnt Bry. „Das bedeutet, wir können lediglich wenigen Betroffenen helfen. Es bedeutet außerdem: mehr Kinder werden hungern und nicht alle Überlebende sexueller Gewalt werden die Hilfe erhalten, die sie benötigen.“

CARE arbeitet seit 1994 in der Demokratischen Republik Kongo, als im Land nach dem Genozid in Ruanda eine Flüchtlingskrise herrschte. Die Hilfe von CARE richtet sich vor allem auf die Stärkung von Frauen und Jugendlichen.

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