18. Oktober 2017

440.000 Frauen und Mädchen von sexualisierter Gewalt betroffen

++ Deutschsprachige Interviewpartnerin vor Ort ++

Die humanitäre Situation für Flüchtlinge aus Myanmar ist weiter alarmierend. Die Hilfsorganisation CARE berichtet, dass rund 440.000 Frauen und Mädchen sexualisierte Gewalt erlebt oder miterlebt haben. 

„Die Menschen erzählen uns Schreckliches, von Vergewaltigungen und Menschenhandel. Sie brauchen dringend medizinische und psychologische Unterstützung“, schildert CARE-Nothelferin Jennifer Bose, die aktuell vor Ort ist. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen sind etwa 92 Prozent der Betroffenen von sexualisierter Gewalt weiblich, über die Hälfte von ihnen ist jünger als 18 Jahre alt.

 

Erhöhte Gefahr von Übergriffen

Fehlende Aufklärung und weite Wege zu Behandlungs- und Beratungszentren verhindern, dass Betroffene Hilfe erhalten. Zusätzlich erhöht sich die Gefahr von Übergriffen durch völlig überfüllte Flüchtlingscamps – mittlerweile befinden sich über 800.000 Flüchtlinge in Bangladesch. „Besonders die jungen Frauen leiden im Stillen. Körperliche Belästigung, frühe und erzwungene Heirat sowie sexuelle Ausbeutung sind für viele zur Normalität geworden. Wir müssen sicherstellen, dass Betroffene wissen, wo sie Hilfe erhalten“, so Bose.

CARE plant in den kommenden Wochen in der Grenzregion Cox’s Bazar sichere Räumlichkeiten für rund 30.000 Flüchtlinge bereitzustellen. In vier Zentren werden Betroffene von sexualisierter Gewalt unterstützt und bei Bedarf an medizinische Einrichtungen überwiesen. Zusätzlich baut CARE mobile Gesundheitskliniken auf, in denen Frauen und Mädchen beraten und unterstützt werden. „Damit Flüchtlinge sicher und in Würde überleben können, brauchen wir aber dringend mehr finanzielle Unterstützung für die Nothilfe.“

Um 150.000 Flüchtlinge aus Myanmar bis Ende des Jahres mit dem Nötigsten versorgen zu können, ruft CARE weltweit zu Spenden auf.

Spendenkonto CARE Österreich – Katastrophenhilfe: IBAN: AT77 6000 0000 0123 6000 BIC: BAWAATWW oder online

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