Diese Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen.
Mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Alle Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

17. Juni 2015

Zurückkehren ist keine Option

Mary Kate MacIsaac, Communications Coordinator für die Syrienhilfe von CARE, berichtet aus der Türkei:

 

Letzten Herbst flohen Nabi Ibrahim und seine Frau Alifa aus Kobane. Sie flohen aus der Stadt, die seit Generationen die Heimat ihrer Familie gewesen war. Zusammen mit Tausenden anderen überquerten sie die Grenze zur Türkei: In nur wenigen Wochen flohen 194,000 SyrerInnen aus Kobane und suchten im Nachbarland Türkei Zuflucht.

Heute, während der Konflikt in Syrien nach wie vor wütet, haben es manche gewagt, zurückzukehren. Viele bleiben in der Türkei: Laut UN sind derzeit über 1,7 Millionen syrische Flüchtlinge in der Türkei. Nabi Ibrahim und Alifa sind zwei von ihnen.
Sie wohnen mit ihrer Familie im vorderen Bereich eines Geschäfts, Teil eines nicht fertig gestellten Einkaufszentrums, 50 Kilometer von der Grenze entfernt. Drei Familien – 19 Personen insgesamt – sind in einem Raum von der Größe eines Wohnzimmers zusammengepfercht, funktionierende Latrinen gibt es kaum.

CARE hilft nicht nur mit Nahrungsmitteln

„Unser Haus war wunderschön“, sagt Großvater Nabi Ibrahim. „Während der Kämpfe wurde es zerstört. Es hatte drei Stöcke. Jetzt ist es weg. Hier leben wir in so schlechten Verhältnissen. Wir haben keine Küche, kein ordentliches Badezimmer, keine Bildung für unsere Kinder. Es ist sehr schwierig.“

Durch die Unterstützung der Europäischen Union (und des Deutschen Auswärtigen Amtes konnte CARE Nabis Familie helfen, ,Nahrungsmittel und Hygieneartikel wie Seife, Kanister, Zahnpasta und Zahnbürsten und Windeln zu bekommen. Zusätzlich versorgt CARE die Familie  monatlich mit Gutscheinen im Wert von 48 Türkischen Lira, das sind 18 US-Dollar, pro Person. Diese können in lokalen Geschäften eingelöst werden – für Windeln, Milch, Eier oder Früchte.

Das Leben bleibt ein täglicher Kampf für Flüchtlinge in städtischen Gebieten. CARE arbeitet in über 50 Städten und Dörfern, um den Flüchtlingen zu helfen, die bisher übersehen wurden. Mithilfe von lokalen Autoritäten, sogenannten Muhtars, findet CARE Flüchtlinge, die bisher nicht unterstützt wurden. CARE unterstützt die betroffenen Gemeinden mit Hilfsgüter-Verteilungen, der Ausbildung von Freiwilligen und Aufklärungskampagnen zu Hygiene, psychosozialer Unterstützung und früher Heirat.

Kein Zurück ins alte Leben

Vor allem die Freiwilligen, die mit ihren Informationen von Haus zu Haus ziehen, werden von den Gemeindemitgliedern geschätzt. Das Teilen von Informationen durch CAREs freiwillige Helfer hat die Gemeinschaft ermutigt, Feedback zu geben und es den Flüchtlingen ermöglicht, über schwierige Themen zu sprechen, die sie zuvor vermieden haben.

Dennoch denken die meisten Flüchtlinge daran, wann sie wieder zu ihrem Leben in Kobane zurückkehren können. Das ist auch bei Nabi Ibrahim nicht anders: „Die meisten Häuser in Kobane sind zerstört“, sagt er. „Unser Haus ist auch zerstört. In vielen Häusern liegen tote Menschen oder Tiere. Es gibt kein Essen, keinen Treibstoff, keine Ärzte. Das ist im Moment kein Ort, an den ich meine Familie bringen kann.“  

„Wir wissen nicht, wie unsere Zukunft aussieht. Die internationale Gemeinschaft und Menschen wie Sie werden uns weiterhin unterstützen, hoffen wir. Ohne Ihre Hilfe ist alle Hoffnung verloren.“

 

 

So hilft CARE mit Ihren Spenden:

zurück zur Übersicht