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28. Juli 2005

Wussten Sie, dass …?

Ende Juni 1975 fand in Mexiko City die erste Weltfrauenkonferenz statt. Der 30. Jahrestag gibt genug Anlass zu Jubel. Noch nie in der Geschichte der Menschheit haben so viele Mädchen lesen und schreiben gelernt. Noch nie haben Frauen so lange gelebt. Und noch nie hatten sie mehr Kontrolle darüber, wie viele Kinder sie in die Welt setzen. Und doch ist auch Ernüchterung angebracht. Denn die Feminisierung der Armut schreitet weltweit voran. Und die Diskriminierung von Frauen ist nicht nur ein moralisches Problem, sondern ein Hemmnis für Fortschritt und Wohlstand der Menschheit insgesamt. Denn Frauen, das haben Studien ergeben, geben weiter, was sie bekommen. Sie investieren ihre Mittel zuallererst in die Ernährung, Gesundheit und Bildung ihrer Kinder. Was es dann bedeutet, wenn Frauen keine Mittel haben, liegt auf der Hand.

Frauen und Wirtschaft
Mehr als eine Milliarde Menschen müssen weltweit mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen. Siebzig Prozent davon sind Frauen. In Afrika stellen Frauen mehr als sechzig Prozent der ländlichen Arbeitskraft, sie produzieren achtzig Prozent der Nahrung, aber erhalten nur zehn Prozent der Kredite, die für die Landwirtschaft vergeben werden.

Frauen und Gesundheit
Immerhin: Die Lebenserwartung von Frauen in der Dritten Welt ist seit 1970 um 15 bis zwanzig Jahre gestiegen. Seit 1990 leben Frauen auch in den Entwicklungsländern länger als Männer. Aber: 58 Prozent aller Geburten in der Dritten Welt erfolgen ohne ärztliche Unterstützung. Trauriges Fazit: Jede Minute stirbt eine Frau an vermeidbaren Schwangerschaftskomplikationen oder während der Geburt, das sind in Summe 585.000 pro Jahr. 78.000 Frauen sterben jährlich an unsachgemäß durchgeführten Abtreibungen.

Frauen und Bildung
Weltweit können 876 Millionen Erwachsene weder lesen noch schreiben. Zwei Drittel davon sind Frauen. Je nach Schätzung haben bis zu 130 Millionen Kinder noch nie eine Schule besucht, rund sechzig Prozent davon sind Mädchen. Dabei ist die Einschulungsrate für Mädchen seit 1970 sogar gestiegen, von 52 Prozent auf 88 Prozent. Im Durchschnitt besuchen Mädchen die Schule allerdings nur halb so lang wie Buben. Mädchen beziehungsweise Frauen stellen weltweit 45 Prozent aller Volksschüler, zehn Prozent aller Studenten und 13 Prozent aller Parlamentarier.

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