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7. Januar 2016

Wetterphänomen El Nino: Millionen Menschen hungern

Über 22 Millionen Menschen am Horn von Afrika könnten 2016 aufgrund des Wetterphänomens El Niño hungern, warnt die internationale Hilfsorganisation CARE. Bereits heute leiden laut Vereinten Nationen in der Region rund 18,5 Millionen Menschen unter Nahrungsknappheit. CARE appelliert an die internationale Gebergemeinschaft, schnelle und ausreichende Mittel zur Verfügung zu stellen, damit Vorsorgemaßnahmen jetzt noch wirksam umgesetzt werden können.

Die Regenzeit ist ausgeblieben. Es fehlt an Nahrung. Foto: Johanna Mitscherlich/CARE

In Somalia hat sich die Zahl unterernährter Kinder bereits extrem erhöht. „Mütter berichten, dass viele ihrer Schafe und Ziegen bereits durch Hunger und Durst verendet sind. Ihren Kindern fehlt deshalb Milch und sie sind sehr geschwächt“, berichtet CARE-Mitarbeiterin Johanna Mitscherlich, die vor einigen Wochen in den Regionen Somaliland und Puntland war. „Die Regenzeit ist fast vollständig ausgeblieben und es fehlt schlichtweg an Nahrung.“

Quadans Haus wurde bei einem Sturm zerstört. Foto: Johanna Mitscherlich/CARE

El Niño trifft die Ärmsten der Armen
In Somalia, wo seit Jahren Unsicherheit und Hunger herrscht, waren schon zuvor mehr als eine Million Menschen im eigenen Land vertrieben. Weitere Zehntausende, die jetzt vor den Auswirkungen von El Niño fliehen, finden in den Flüchtlingscamps und Notbehausungen kaum mehr Platz.

Auch in Äthiopien, wo derzeit die stärkste Dürre seit 30 Jahren herrscht, benötigen mehr als zehn Millionen Menschen Nahrungshilfe.

„In den Dürregebieten sind die Rücklagen vieler Familien bereits aufgebraucht, Wasser und Nahrung sind knapp“, berichtet Garth Van’t Hul, CARE-Länderdirektor in Äthiopien. „Während des letzten großen El Niño im Jahr 2002 kam die Lebensmittelhilfe zu spät und viele Menschen hatten über Jahre hinweg mit den Folgen von Unterernährung zu kämpfen.“

Ubahe (6 Jahre alt) besucht eine von CARE unterstützte Schule. Foto: Johanna Mitscherlich/CARE

CARE hilft
Jüngsten Prognosen zufolge werden sich die Auswirkungen von El Niño 2016 leicht abschwächen. Für die bereits schon heute massiv getroffenen Regionen am Horn von Afrika ist dies aber kaum ein Trost.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind die benötigten Gelder für rechtzeitige Katastrophenvorsorge und akute Nothilfe bis Ende 2015 erst zu 49 Prozent finanziert. CARE verteilt in Äthiopien Nahrungsmittel an mehr als 360.000 Menschen, unterstützt über 100.000 von Mangelernährung betroffene Kinder und Mütter und ermöglicht mehr als 40.000 Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser.

In Äthiopien, Somalia und Kenia unterstützt CARE Gemeinden dabei, Rücklagen zu bilden und sich auf Dürren vorzubereiten, etwa durch die Verteilung von dürreresistenterem Saatgut oder durch den Aufbau von Kleinspargruppen.

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