11. Oktober 2017

Geflüchtet aus Syrien: „Nur Bildung gibt uns Zukunft“

"Der Krieg hatte so schlimme Auswirkungen auf uns Mädchen." Safaa (16) Foto: Mary Kate MacIsaac/CARE

Safaa (16) ist im Alter von 11 Jahren mit ihrer Familie aus Syrien nach Jordanien geflohen. Für Mädchen wie sie ist es nach den traumatischen Erlebnissen schwer, sich zu orientieren und einen Platz im Leben zu finden. Ein CARE-Projekt in Jordanien fördert den Austausch unter den Teenagern.

Zum Weltmädchentag (11.10.) haben wir drei junge Frauen nach ihren Träumen, Plänen und Erfahrungen gefragt.

Safaa:

„Die Angst, die wir im Krieg hatten, wirkt sich weiter auf uns aus. Manche Mädchen fühlen sich nicht wohl dabei, zur Schule zu gehen. Manche wollen nicht einmal das Haus verlassen. Aber wir müssen stark sein. Ich glaube daran, dass uns Bildung eine bessere Zukunft ermöglichen wird!“

Safaa möchte Anwältin werden. „Ich möchte den Leuten dazu verhelfen, zu ihrem Recht zu kommen – besonders den armen Leuten.“ Als Anwältin zu arbeiten, hat unter Frauen in Syrien keine Tradition. Doch Safaa ist davon überzeugt, dass sich die Zeiten geändert haben.

„Ich möchte, dass sich alle Mädchen überall ermutigt fühlen! Wir müssen optimistisch bleiben und dran glauben, dass Wandel möglich ist!“

"Ich möchte allen Mädchen sagen: Ihr seid stärker als ihr glaubt!" Shahed (15) Foto: Mary Kate MacIsaac/CARE

Shahed (15) ist froh, dass sie in Jordanien nicht in einem Flüchtlingslager leben muss. Sie wohnt mit ihren Eltern in einem Viertel, in dem viele Geflüchtete aus Syrien untergekommen sind.

Shahed:

„Wir hatten alle Pläne für die Zukunft. Und dann wurden sie über Nacht vernichtet. Wir müssen dennoch nach vorne blicken und an die Zukunft glauben.“

Ihre Botschaft an Mädchen weltweit: „Lebt das Leben, das ihr für euch anstrebt! Ihr seid stärker als ihr denkt! Wir können unsere Träume verwirklichen.“

Marah (17) will sich nicht von Angst lähmen lassen. Foto: Mary Kate MacIsaac/CARE

Marah (17) spricht sich gegen Kinderehen aus, die unter syrischen Flüchtlingen in Ländern wie Jordanien wieder häufiger vorkommen.

Marah:

„Mädchen, die jung heiraten, verlieren ihre Chance auf Bildung und die Möglichkeit, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Sie müssen den ganzen Tag zu Hause bleiben und putzen und kochen.“

Für sich selbst hat Marah andere, ehrgeizige Pläne. Ich möchte erfolgreich sein. Aber ich weiß, dass ich mich dafür anstrengen muss. Wir müssen hart an uns arbeiten, damit wir es durch die schwierigen Zeiten und Erfahrungen in einem neuen Land schaffen!“

Wir sind beeindruckt von der Entschlossenheit und Zuversicht von Mädchen wie Safaa, Shahed und Marah! Wir wünschen ihnen, dass sie ihre Träume verwirklichen und die Gestaltung ihrer Zukunft selbst in die Hand nehmen können!

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