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14. Dezember 2017

Warum Flüchtlinge nicht schnell heimkehren können

von Jessie Thomson, CARE Kanada

Fragt man Flüchtlinge, egal wo auf der Welt, was sie sich am meisten wünschen, so werden die meisten von ihnen wohl antworten: Die Rückkehr nach Hause.

Gemeint ist damit nicht das Kriegsgebiet, aus dem sie fliehen mussten, sondern vielmehr jene Zeit, in der sie dort in Frieden leben konnten. Für viele liegt diese jedoch schon weit zurück. Denn im Schnitt verbringen Flüchtlinge nämlich bis zu 20 Jahre im Exil.

Während der letzten Monate war es die Gewalt in Myanmar, die Tausende entwurzelt hat. Auf der Suche nach Sicherheit haben sie die Grenze zu Bangladesch überquert – in ein Land, das selbst mit großer Armut zu kämpfen hat.

Deshalb wurde es als positives Zeichen gewertet, dass die Regierungen von Myanmar und Bangladesch vereinbart haben, die rasche Rückkehr der Flüchtlinge zu ermöglichen. Es ist ein wichtiges Zeichen für eine dauerhafte Lösung – doch der Teufel liegt im Detail.

Angesichts der extremen Gewalt, die Flüchtlinge erlebt haben, ist eine rasche Rückkehr in naher Zukunft eine enorme Herausforderung. Viele Familien sind schwer traumatisiert, ihre Heimatdörfer nur noch Asche. Natürlich gibt es den Wunsch nach einer schnellen Lösung, aber die Wahrheit ist, dass diese Menschen auch in Zukunft Sicherheit brauchen.

Es muss klar sein, dass eine Heimkehr nur freiwillig geschehen kann. Und es muss klar sein, dass diese Menschen in Würde heimkehren können, nämlich in Häuser und nicht Lager, mit ordentlicher Versorgung und dem Schutz ihrer Rechte. Das Wichtigste ist jedoch, dass die Rückkehr nachhaltig gestaltet wird – wenn sie überhastet erfolgt und die Menschen wieder flüchten, beginnt der Kreislauf von vorne.

Insbesondere auf die Bedürfnisse von Kindern und Frauen muss eingegangen werden. Letztere sind oft durch die erlebte Gewalt besonders schwer traumatisiert und wollen in vielen Fällen nicht mehr zurück.

Und es muss klar sein: Trotz aller Unterstützung wird es immer Flüchtlinge geben, die aufgrund des Erlebten nicht mehr zurück wollen. Deswegen müssen wir langfristige Lösungen wie eine Integration vor Ort oder Umsiedlung in andere Regionen vorantreiben. Für die meisten Familien wird es ein langer und schwerer Weg, bis sie wieder einen Ort haben, den sie ihr Zuhause nennen können.

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