22. Januar 2018

Vergessen von der Welt: Zehn Krisen von 2017

Vergessen von der Welt: Wie das Leid dieser Frau in Nigeria. Foto: Josh Estey/CARE

Welche Länder haben 2017 kaum Aufmerksamkeit bekommen? CARE hat für den Report „Suffering in Silence“ die Berichte von Medien auswerten lassen. Mehr als 1,2 Millionen Online-Meldungen wurden analysiert.

Die Top 3 der Länder mit der wenigsten medialen Aufmerksamkeit? Nordkorea, Eritrea und Burundi.

Der Report zeigt auf, dass die die Not der hungernden Bevölkerung in Nordkorea die geringste Berichterstattung weltweit erhalten hat. Zwar machte die Atompolitik des Landes Schlagzeilen, das Elend der Bevölkerung wurde aber nicht beleuchtet.

Weitere humanitäre Krisen, die es 2017 kaum in die Schlagzeilen schafften, gab es in absteigender Reihenfolge in: Eritrea, Burundi, Sudan, DR Kongo, Mali, Vietnam, Zentralafrikanische Republik, Tschadsee-Region (Kamerun, Tschad, Niger, Nigeria) und Peru.

CARE hilft in allen genannten Ländern mit Ausnahme von Nordkorea und Eritrea.

Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen medialer Aufmerksamkeit und den finanziellen Mitteln, die für Katastrophenhilfe zur Verfügung gestellt werden: Bei sechs der zehn Krisen, die im Report gelistet sind, ist auch der Einsatz der Vereinten Nationen unterfinanziert. Hier gibt es am wenigsten Geld für Hilfe.

„Die Kluft zwischen der benötigten Hilfe und den Mitteln, die dafür zur Verfügung stehen, wächst mit dem Desinteresse für viele dieser Krisen“, sagt Filippo Grandi, Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen.

„Die Menschen in diesen Ländern sind weit weg von den Kameras und Mikrofonen der Welt“, sagt Laurie Lee, Generalsekretär von CARE International. „Diese Krisen und Katastrophen schafften es nicht in die Schlagzeilen, aber das ist kein Grund, auf sie zu vergessen.“

Leider ist davon auszugehen, dass 2018 viele der im Report genannten Krisen und humanitären Katastrophen weiter bestehen werden.

CARE-Report: Suffering in Silence“ (auf deutsch)

CARE-Report: „Suffering in Silence“

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