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22. Oktober 2018

Venezuela: „Wenn wir nicht fliehen, verhungern wir“

Salma, sieben Jahre alt. Foto: Paddy Dowling/CARE

Salma (7) war hungrig. Über Monate bekam sie pro Tag nur eine einzige Mahlzeit. Meist war es Reis, manchmal und mit viel Glück gab es Kochbananen. Wie Salma geht es vielen Kindern in Venezuela. Immer mehr Menschen leben in tiefster Armut. Die Rede ist von 90 Prozent der Bevölkerung! Die Inflation ist so stark gestiegen, dass die Landeswährung so gut wie nichts mehr wert ist. So werden Lebensmittel oder Medizin unbezahlbar.

Salmas Großvater sah nur einen Ausweg: Flucht. José (56) schlug sich als Erster nach Kolumbien durch. Die ersten fünf Monate schlief er hinter Tankstellen und bettelte um Essen. Dann fand er Arbeit und holte Salma und seine Familie nach.

„Die Menschen flüchten, weil sie sterben, wenn sie bleiben“, sagt Dany Bahar, Wirtschaftsexperte beim Brookings Institut. „Sie sterben, weil sie nicht genug zu essen haben. Sie sterben, weil sie an Malaria erkranken und keine Behandlung kriegen.“

Unterernährung ist in Venezuela weit verbreitet. Mütter können aus Mangel an Nahrung ihre Babys nicht stillen. Viele dieser gesund geborenen Säuglinge sterben, weil ihre Eltern sich keine Babynahrung leisten können oder keine finden. Mütter übernachten vor dem Supermarkt, damit sie die Chance nicht verpassen, die wenigen noch erhältlichen Waren zu kaufen. Viele wühlen im Müll, damit sie nicht verhungern.

CARE verteilt Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter wie Hygieneartikel in Venezuela und in den Zielländern der Flüchtlinge. Das sind vor allem Kolumbien, Ecuador und Peru. Von CARE erhalten die Geflüchteten auch Rechtsberatung und psychosoziale Unterstützung. Jeden Tag verlassen etwa 5.000 Menschen Venezuela. Seit 2016 waren es rund 2,6 Millionen.

Der Fotojournalist Paddy Dowling hat für diese aufwühlende Reportage Menschen aus Venezuela porträtiert. Lesenswert!

Bitte helfen Sie Menschen in Not!

Herzlichen Dank!

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