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2. Januar 2017

Syrische Flüchtlinge: „Jeden Winter leiden wir unter Kälte“

"Mäntel und Decken können uns nicht schützen." Foto: Laury-Anne Bellessa/CARE

Von CARE-Helferin Laury-Anne Bellessa  (Text und Fotos)

„Vor dieser Zeit des Jahres fürchten wir uns seit vier Jahren. Jeden Winter leiden wir unter der Kälte“, erzählt uns Barsha, eine stolze ältere Dame, die aus einer Beduinenfamilie stammt, als sie uns in ihrem Zelt willkommen heißt. Dieses steht fast leer mit Ausnahme einiger Teppiche und Matratzen am Boden. Gegen die Kälte draußen bietet die Unterkunft nur wenig Schutz.

Barsha lebte mit ihrer Familie in Homs in Syrien bis der Konflikt ausbrach.  Vier ihrer zehn Söhne fielen dem Krieg bereits zum Opfer. „Zwei meiner Söhne verlor ich bei einem Bombenangriff, zwei weitere starben an den Folgen mangelnder Gesundheitsversorgung. Danach floh einer meiner Söhne in den Libanon, ein anderer ging nach Jordanien. Diesem folgte ich schließlich mit dem Rest meiner Familie“, erzählt uns Barsha.

„Kurz nachdem wir in Jordanien ankamen zogen wir nach Mafraq, wo das Internationale Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) Zelte verteilte.  Wir haben uns diesen etwas höher gelegenen Platz ausgesucht, um bei schweren Regenfällen vor Überflutungen geschützt zu sein. Doch die Feuchtigkeit in unserem Zelt ist allgegenwärtig.“

Das sonst so ausgetrocknete Land, auf dem syrische Familien in Zelten eine Unterkunft gefunden haben, steht nun unter Wasser und aus dem Norden zieht bereits der erste Schnee heran.

„Wir wissen, dass Mäntel und Decken alleine uns nicht vor der heranrückenden Kälte schützen können“, sagt Barsha, ihren besorgten Blick in die Ferne gerichtet.

Bitte unterstützen Sie den Hilfseinsatz für syrische Flüchtlinge!

Mafraq liegt in der Wüste im nördlichen Jordanien. In diesem Teil des Landes sinkt die Temperatur stark und im Winter werden sogar Minusgrade erreicht. Letztes Jahr wurde das informelle Camp aufgelöst, da es zu groß wurde und die Sicherheit der BewohnerInnen nicht länger gewährleistet werden konnte. Barsha und ihr Ehemann zogen in eine kleine Wohnung. Diese mussten sie jedoch nach einem Monat wieder verlassen, da sie die Miete nicht aufbringen konnten.

„Wir haben kein geregeltes Einkommen“, klagt Barsha. „Als wir hier ankamen, ging mein Mann wieder arbeiten, doch sein Gesundheitszustand verschlechterte sich schnell.“

Heute bekommen Barsha und ihr Mann umgerechnet 28 USD in Essensmarken über das Welternährungsprogramm (WFP). Damit muss die Familie auskommen! Wichtige Hygieneartikel oder eine Gesundheitsversorgung kann sich die Familie nicht leisten. Zusammen mit der Familie im Nachbarzelt teilen sie sich einen Stromanschluss um 35 USD im Monat.

„Wir sind dankbar für das, was wir haben“, sagt Barsha. „Aber wir bräuchten noch weitere 100 JD (142 USD) monatlich, um nicht jeden Morgen mit Zukunftsängsten aufzuwachen. Dem nächsten Supermarkt im Ort schulden wir bereits 420 USD. Letztes Jahr wurden wir von CARE finanziell unterstützt. Wir hoffen, dass wir auch dieses Jahr in dieser schwierigen Zeit Hilfe bekommen.“

CARE unterstützt Familien wie jene von Barsha in den Wintermonaten mit dem Nötigsten wie Decken, Matratzen, einer Gasheizung sowie 60 USD, um diese nachfüllen zu können. Sollte der Winter jedoch noch länger andauern, wird das Geld kaum ausreichen, um die harten Wintermonate überbrücken zu können.

„In Syrien hatten wir alles! Den Winter verbrachten wir in warmen Häusern, im Sommer bestellten wir Felder und führten unsere Tiere auf die grünen Weiden“,  erzählt Barsha während sie ihren Blick traurig über die trostlose Landschaft schweifen lässt. „Was für ein Leben haben wir hier?“

„Betet für uns!“, antwortet Barsha schließlich, als wir wissen wollen, was sie sich für ihre Zukunft wünsche. „Für euch wünsche ich mir auch ein glückliches und erfülltes Leben. CARE hat uns in dieser schwierigen Zeit sehr geholfen, ihr seid für mich wie meine Kinder!“

Ein CARE-Winter-Paket um 35 Euro sichert einem Menschen warme Kleidung und Decken.
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