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13. Juli 2015

Syrische Flüchtlinge: CARE kämpft gegen Kinderehen

Von Mary Kate MacIsaac, Koordinatorin für Medien und Kommunikation der CARE Syrien-Hilfe

Motaz* sitzt mit einer Gruppe syrischer Flüchtlinge im Kreis und leitet eine Diskussion zu Themen, die die aus dem nord-syrischen Kobane in die Türkei geflohenen Menschen beschäftigen. Jede(in der Gruppe nimmt am neuen „CARE Information Volunteer“ Programm teil. Das Programm, bietet syrischen Flüchtlingen psychosoziale Hilfe zu verschiedenen, zum Teil sensiblen Themen wie Gewalt gegen Frauen und Verheiratung von Kindern an.

In wöchentlichen Trainings bereitet CARE-Mitarbeiter Motaz die freiwilligen CARE-HelferInnen auf Hausbesuche, Gruppendiskussionen und andere soziale Aktivitäten vor, die zu einem positiven Wandel in den Gemeinschaften beitragen sollen.

Familien sorgen sich um die Sicherheit ihrer Töchter

Eines der Themen, die die HelferInnen behandeln, ist die Verheiratung von Kindern. Motaz erklärt: „Einige leiden unter der Kinderehe oder haben Angst davor. Familien sorgen sich um die Sicherheit ihrer Töchter.“ Sie wollen sie vor Missbrauch und Vergewaltigung schützen.

„Die Flüchtlingssituation macht dieses Problem noch größer. Spannungen nehmen zu. Aber wenn die Familien verstehen, dass die frühe Verheiratung ihrer Kinder tatsächlich mehr Schaden anrichten kann als sie Schutz bietet, können wir über andere Lösungen diskutieren.“

„Wir können nicht warten, bis das Problem noch größer ist“

Ein neuer Bericht von CARE, basierend auf der Arbeit des Information Volunteer Programms in der Türkei, zeigt, dass die Anzahl der Kinderehen unter syrischen Flüchtlingen steigt. Meist passiert das unter der falschen Annahme, dass die Verheiratung eines jungen Mädchens – vor allem in einer unsicheren und instabilen Notlage – „die Ehre schützen“ kann.

Der CARE-Bericht zeigt aber, dass Kinderehen den Mädchen keinesfalls Schutz bieten. Sie sind der direkte Weg in andere Formen geschlechtsspezifischer Gewalt. Mehr noch: Werden Kinder verheiratet, ist das lebensbedrohlich.

Das Risiko, bei der Geburt eines Kindes zu sterben, ist für Mädchen unter 15 Jahren fünf mal höher als für Frauen in ihren 20ern. Kinderehen haben lebenslange Auswirkungen auf die Frauen, die Familie, die Gemeinschaft und die Gesellschaft.

Es ist entscheidend, dass die Verheiratung von Kindern in solchen krisengebeutelten Gemeinschaften von Beginn an thematisiert wird, zum Beispiel durch die Arbeit der Information Volunteers von CARE. Obwohl das Projekt in der Türkei noch in der Anfangsphase ist, gibt es schon jetzt Rückmeldungen aus den Gemeinschaften, dass die Arbeit der Information Volunteers dazu beiträgt, Kinderehen zu verhinden.

Syrische Familien wollen ihre Töchter nicht vorsätzlich in Gefahr bringen. Aber es fehlt an Aufklärung und Information. „Wir können nicht warten, bis das Problem noch größer ist“, sagt eine freiwillige Helferin.

„Unser Hauptanliegen ist zu vermitteln, dass man etwas tun kann“

Eine andere freiwillige CARE-Mitarbeiterin erklärt: „Wir müssen unsere Arbeit zu diesem Thema weiterführen. Wenn wir weiter als Flüchtlinge leben, werden mehr und mehr Kinder verheiratet. Manchmal ist das der einzige Weg, mit der Situation zurecht zu kommen.“
Durch das Information Volunteer Programm übernehmen syrische Flüchtlingsgemeinschaften die Führungsrolle im Kampf gegen Kinderehen. Motaz erklärt: „Unser Hauptanliegen ist es, zu vermitteln, dass man etwas tun kann. Das bestärkt die Familien. Sie fühlen sich nicht länger hilflos und teilen diese Kraft mit anderen.“

* Name zum Schutz der Identität geändert

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