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15. Dezember 2014

Sauberes Wasser für alle in Rom, Südsudan

“Bevor CARE herkam, tranken wir verschmutztes Wasser. Wir hatten Angst, dass unsere Kinder krank werden würden, da sie Wasser aus dem Fluss und dem Sumpf tranken“, erzählte mir Rebecca Utou, als ich sie in Rom, einer kleinen Stadt am Nil nördlich von Malakal, traf.

Mein Name ist Sasi Luxmanan und ich koordiniere das Programm von CARE in der „Upper Nile“ Region im Südsudan. Vor einigen Monaten installierte CARE eine Wasseraufbereitungsanlage in Rom. Und ich spreche nicht von einer dieser riesigen Betonanlagen, sondern von einem simplen System, welches Flusswasser durch zwei fassförmige Filter pumpt um Schlamm und andere Verschmutzungen zu entfernen. Chlor wird hinzugefügt und tötet Krankheitserreger ab – durch das System wird das Wasser so rein, dass es für alle trinkbar wird.

Wasserbesorgung – eine Aufgabe der Frau

Wasseraufbereitungsanlagen sind im Südsudan besonders wichtig, da das Wasser für den täglichen Gebrauch meist direkt aus Flüssen oder Sümpfen entnommen wird. Die Wasserbesorgung ist im Sudan eine Aufgabe von Frauen; diese müssen oft lange Wege zurücklegen, um Wasser für ihre Familien zu holen. Das ist eine schwere Arbeit, denn sie tragen das Wasser auf ihren Köpfen in riesigen Kanistern, die ich nicht einmal mit meinen Armen tragen könnte. Es ist auch eine gefährliche Arbeit, bei der die Frauen oft Opfer von sexuellen Übergriffen und Gewalt werden.

Die Wasseraufbereitungsanlage in Rom liegt direkt am Fluss und ist gut zugänglich. Durch die Anlage können große Mengen an sauberem Wasser bereitgestellt werden. Pro Tag werden ungefähr 10.000 Liter gereinigt – das deckt den Bedarf von fast 700 Personen. Sobald der Ausbau des Wasserrohrnetzes fertig ist, wird die Anlage noch mehr EinwohnerInnen von Rom versorgen können.

CARE verbessert Lebensqualität der Flüchtlinge

Die Anlage hat die Lebensqualität von vielen Menschen enorm verbessert – so veränderte sie auch das Leben von Rebecca Utou zum Positiven. Rebecca wohnt in einem Lager für Binnenflüchtlinge. Sie ist eine von mehr als 1,5 Millionen Menschen, die durch die Gewalt, die seit mehr als einem Jahr im Südsudan herrscht, fliehen mussten oder vertrieben wurden. Zuvor lebte sie in Baliet, einem Ort 105 km entfernt von Rom, wo sie und ihr Mann ein kleines Geschäft betrieben. Als im Dezember die Kämpfe ausbrachen, plünderten Soldaten sowohl das Geschäft als auch das Haus der Familie und brannten beides nieder.

Rebecca und ihr Ehemann sind mit ihren vier Kindern seit Beginn des Jahres in Rom. Sie versuchen, mit allen Mitteln zu überleben. Rebecca hat es nicht geschafft, in der neuen Stadt ein Geschäft aufzubauen und ihr Mann arbeitet auch nicht. „Wenn wir Nahrung erhalten, dann essen wir. Wenn wir keine bekommen, dann essen wir nicht, und geben das Wenige, was wir haben, unseren Kindern“, erzählte sie mir.

Ungefähr 20.000 Menschen leben in dem Lager. Sie kommen aus dem ganzen aus der ganzen „Upper Nile“ Region und von noch weiter weg. Die Bedingungen sind prekär. Viele Menschen leben in Unterkünften aus Planen und Holz. Wenn es regnet – und in der Regenzeit regnet es häufig und heftig – werden ihre Häuser und auch ihre Latrinen überflutet.

Sauberes Wasser und Sanitäranlagen sind besonders wichtig an Orten, an denen Menschen dicht gedrängt leben, wie auch im Lager für Binnenflüchtlinge in Rom. Zusätzlich zur Wasseraufbereitungsanlage hat CARE auch Latrinen gebaut und Kampagnen zur Hygieneerziehung durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Menschen ihre Hände waschen und kein verschmutztes Wasser trinken.

“Ich schätze die Arbeit von CARE”, erzählte mir Rebecca. „Bevor CARE hierherkam, benutzten die Menschen den Wald und andere freie Flächen als Toilette. Ich möchte CARE danken, dass sie unserer Gemeinschaft mit Wasser- und Sanitäranlagen geholfen haben.“

„Ich bete dafür, dass wieder Frieden herrscht“

Natürlich sind sauberes Wasser und gute hygienische Bedingungen wichtig, aber was das Land jetzt vor allem braucht, ist Frieden. Rebecca ist 54 Jahre alt. Sie hat schon die langen und harten Jahre des Unabhängigkeitskriegs im Sudan miterlebt und hätte sich nie vorstellen können, einen weiteren Krieg durchstehen zu müssen. „Ich bete dafür“, erklärte sie mir, „dass wieder Frieden herrscht, und meine Familie und ich uns in Baliet ein neues Leben aufbauen können.“

 

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