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19. April 2017

Rund um den Tschadsee: Die vergessene Krise

The village of Gagamari lies roughly 12 km from the border with Nigeria. Over the course of the last months, thousands of families have sought refuge here from violence in Nigeria. Some of them are Nigerian, others are migrant workers from Niger who now return home. The host communities are struggling to cope with this stark influx. In Diffa, over 50% of the population is chronically food insecure, water is scarce and the seasons harsh.CARE supports refugees, returnees and the Niger villages accommodating them with water, food, cash and other relief items such as hygiene kits, kitchen utensils etc. (Photo: Frederic Courbet/CARE)

Konflikt, Hunger und Vertreibung – die humanitäre Lage rund um den Tschadsee hat sich in den letzten Jahren massiv verschlechtert. In den vier an den See angrenzenden Ländern Nigeria, Niger, Kamerun und Tschad sind insgesamt 17 Millionen Menschen von der Notlage betroffen. Jede dritte Familie in der Region, also 7,1 Millionen Menschen,  leidet unter akuter Ernährungsunsicherheit. 10,8 Millionen brauchen humanitäre Unterstützung – das ist jeder zweite Mensch.

Viele Nigerianerinnen  fliehen in die drei Nachbarländer um dem gewaltsamen Boko-Haram-Konflikt im eigenen Land zu entkommen. Mehr als 2,6 Millionen haben ihr Land verlassen. Zuflucht finden sie in Gemeinden, die zu den ärmsten der Welt gehören. Gastfamilien in der Region werden nicht nur durch die Aufnahme von Flüchtlingen belastet, sondern auch durch Dürren und wiederkehrende spontane Überflutungen.

Im Flüchtlingslager Darnaime im Tschad hilft CARE beim Bau von Notunterkünften. Foto: Male Thienken/CARE

Gewaltsame Angriffe durch Boko Haram schwappen von Nigeria mittlerweile auch nach Kamerun, Niger und Tschad über. Sie führen zu Vertreibungen innerhalb des eigenen Landes.  Bauern können ihre Felder nicht mehr bestellen und Viehhändler trauen sich nicht mehr auf die lokalen Märkte. Die dadurch entstehenden Ernteausfälle belasten die Situation noch weiter. Viele vertriebene Mädchen und Frauen berichten von gewaltsamen sexuellen Übergriffen. Junge Burschen leben in ständiger Angst, als Krieger in diesem brutalen Konflikt rekrutiert zu werden.

Die Prognosen für die nächsten Monate sehen düster aus: Experten erwarten eine dramatische Verschlechterung der Lebensmittelversorgung in den Monaten Juni bis August. Im Nordosten Nigerias könnten mehr als 50.000 Menschen hungersnotähnliche Zustände erleben.

Zwei nigerianische Flüchtlinge mit den von CARE bereitgestellten Hilfsgütern in einem Flüchtlingscamp in Gagamari/Niger. Foto: Frederic Courbet/CARE

CAREs Hilfe in der Region erreichte bisher 351.320 Menschen: 250.000 in Niger, 53.760 in Kamerun und 47.750 im Tschad. Dort half CARE unter anderem mit Lebensmittelgutscheinen, Pflanzensamen, Hygienekits und  Kochsets. Außerdem wurden Latrinen bereitgestellt und Unterkünfte für die Bedürftigsten gebaut. In Nigeria hofft CARE seine Arbeit Mitte Mai aufnehmen zu können.

Informationen zu den anderen CARE Projekten im Tschad und in Niger finden Sie hier und hier.

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