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News

4. November 2005

Indonesien: „Sie weint, wenn es regnet“

Glück ist ein relativer Begriff in Aceh
Mit ihren Töchtern im Arm rannte Ibu Ramlah aus ihrem Haus, als der Tsunami kam. Doch auch die nahe gelegene Moschee war kein geeigneter Fluchtort, sie wurde binnen kürzester Zeit überflutet. Ramlah hatte Glück, doch Glück ist ein sehr relativer Begriff in Aceh. Ihr Mann und ihre vier Töchter überlebten die Flutkatastrophe, ihre Brüder und deren Familien kamen ums Leben.

Zuhause im Zeltlager
Ramlah und ihre Familie war zwei Tage lang ohne Essen und ohne jede Unterstützung unterwegs, bevor sie in einem behelfsmäßig errichteten Zeltlager unterkamen. Einen Monat später übersiedelten sie ins TVRI Camp – das wegen seiner Lage am Grundstück der nationalen Fernsehanstalt so genannt wird – wo sie nunmehr seit fünf Monaten zuhause sind.

Jaleha ist traumatisiert
Obwohl sie zu jung ist, um das Ausmaß der Katastrophe des 26. Dezembers zu verstehen, hat Ramlahs jüngste Tochter, Jaleha, sehr gelitten. Die gewaltige Welle trennte sie Zweijährige von ihrer Mutter, die im Wasser treibend, kaum noch am Leben, gerettet wurde. Sechs Monate später fürchtet sich das Mädchen mit den großen, erschrockenen Augen, wenn es zu regnen beginnt, und sie fängt an zu weinen, wenn jemand draußen schreit.

Unterernährung: Gesundheitsprogramm von CARE
Jaleha leidet auch an Unterernährung. Das Gesundheitsprogramm von CARE, das den Ernährungszustand von Kindern unter 5 Jahren evaluiert, sorgt dafür, dass Jaleha seit Mitte April versorgt wird. Sie bekommt jeden Tag hochwertige Milch und regelmäßig Vitamine, ihr Gesundheitszustand und ihre Gewichtszunahme werden ständig überwacht. Nun endlich mehren sich die Anzeichen für eine Besserung.

Nun kann sie gehen!
„Sie konnte überhaupt nicht gehen, bevor sie hier behandelt wurde.“ erzählt Ibu Ramlah. „Sie hatte nur 7.3 kg – jetzt hat sie endlich zugenommen. Nun kann sie gehen.“

Gereinigtes Wasser
Ramlahs Familie bekommt außerdem von CARE SWS (ater System) Flaschen, die das Wasser zum Trinken und zum Kochen reinigen., Das Kerosin, das gebraucht wird, um Wasser abzukochen ist sehr teuer, erklärt Ramlah, deshalb sind sie froh stattdessen SWS-Flaschen zu bekommen.

Blick in die Zukunft
Die Familie schmiedet mittlerweile Pläne, in die Regierungsbaracken umzuziehen. Und Ibu Ramlah sieht in eine positivere Zukunft, mit einer ständigen Arbeit für ihren Mann und ein neues Zuhause für ihre Kinder. Die Familie kämpft hart darum, mit allen Beinen wieder auf der Erde zu stehen und die kleine Jaleha wird dann schon die ersten Schritte mitgehen können.

3. November 2005

CARE hilft Frauen in Burundi: Mit Straßentheater gegen sexuelle Gewalt

Sexuelle Gewalt ist in Burundi allgegenwärtig. Doch keiner spricht darüber, aus Scham werden die Opfer von ihren Familien oft verstoßen anstatt getröstet. CARE kämpft für die Anerkennung der Frauen und bringt das Thema auf die Bühne.

Es tut sich was: Eine Theatergruppe im Ort
Es herrscht ausgelassene Stimmung in der Menge von etwa 100 ZuschauerInnen. Die Schauspielerin klagt und jammert über etwas Schreckliches, das ihr widerfahren sei und die Kinder in der Menge kichern aufgeregt, ob der festlichen Zusammenkunft.

Im kleinen Dorf Gatumba, gleich außerhalb der burundischen Hauptstadt Bujumbura, hat sich fast der ganze Ort zusammengefunden. Die meisten haben keinen Strom und daher auch kein Radio, geschweige denn einen Fernseher. Es verbreitete sich daher schnell, dass eine Theatergruppe im nahe gelegenen Feld, gleich neben dem grasenden Vieh, ein Stück spielen würde.

Das Theater spiegelt die Realität
Die DarstellerInnen gehören zu einer Gruppe namens Tubiyage (ss uns sprechen!“). Nach und nach wird die Menge leiser, als sich die Geschichte, entwickelt und all die Schmerzen und Leiden der Frauen dargestellt werden, die von Vergewaltigungsopfern ertragen werden müssen. Die Schauspielerin hat Angst vor einer Schwangerschaft und der Ansteckung mit HIV und wird zuerst von ihrem Verlobten, dann von ihrem Vater wegen der Schande aus dem Haus gejagt.

Zwei männliche Schauspieler erinnern sich an die Vergewaltigung und nehmen die Gefahr, sich selbst mit HIV angesteckt zu haben, nicht ernst, vertrauend auf die brutale Versicherung, dass es ein gutes Heilmittel sei, junge Mädchen zu vergewaltigen. Längst hat sich das ausgelassene Publikum dem Stück mit Ernst und Interesse zugewandt.

Darstellung sexueller Gewalt schärft das Bewusstsein
Hinterher wird gemeinsam diskutiert: Wie haben sich die ProtagonistInnen verhalten? Warum hat niemand der jungen Frau Unterstützung angeboten? Das Publikum beteiligt sich rege und möchte den Vergewaltiger im Gefängnis sehen. Der Verlobte wird verurteilt, sich nur um seine Geschenke und die versprochene Mitgift gekümmert zu haben. Aber auch der Vater wird kritisiert, gefühllos zu sein.

„Das passierte auch mir“
Michel-Ange Mtojibwame leitet die Tubiyage-Schauspielgruppe, die bereits seit einem Jahr dieses Stück in vielen Dörfern in Burundi vorführt. Hunderte von Frauen seien nach Ende des Stückes zu ihm gekommen. „Sie sagen Eure Geschichte ist meine Geschichte`. Das passierte auch mir.“ Die meisten Frauen, sagt er, schweigen über die Vergewaltigungen aus Scham und der Angst vor gesellschaftlicher Ächtung.

 

CARE hilft auch mit medizinischer und psychologischer Betreuung
Das CARE-Projekt „Prävention von sexueller Gewalt“ unterstützt das Tubiyage-Straßentheater, vor allem aber führt CARE gemeinsam mit seinem lokalen Partner SWAA (or Women and AIDS in Africa -Gesellschaft für Frauen und AIDS in Afrika), Schulungen zum Thema sexuelle Gewalt durch und bietet den betroffenen Frauen medizinische und psychologische Betreuung.

 

 

 

 

 

 

 

3. November 2005

Hungersnot und Dürrekatastrophe in Niger

Dramatischer Hilferuf aus Niger
Der Hilferuf des CARE Nothilfe-Koordinators in Niger, Alio Namata, ist schockierend. Die Hungersnot dort hat sich in den letzten Wochen zu einer Katastrophe entwickelt: Dürre und eine Heuschreckenplage habe in dem westafrikanischen Land zu einer dramatischen Situation geführt. „Wenn die Nahrungsmittelhilfe nicht sofort massiv anrollt, ist auch noch die nächste Ernte verloren. Denn durch Hunger geschwächte Menschen können ihre Felder nicht mehr bestellen“, warnt die Geschäftsführerin von CARE-Österreich. 800.000 Kinder leiden an Hunger, fast 200.000 Mädchen und Buben sind akut unterernährt.

Letzter Regen im September 2004!
Die Ursache: Bereits im letzten Jahr litten weite Teile des Niger unter extremer Trockenheit – im September 2004 fiel der letzte Regen! Als im Frühjahr dieses Jahres Heuschreckenschwärme die schon mageren Ernten der Bauern komplett vernichteten, begann die Nahrung knapp zu werden.

CARE: Soforthilfe von einer Million Euro
„Die Situation im Niger ist dramatisch“, erklärt die Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Im Herbst sollte es die nächste Ernte geben. Wenn die hungernden Menschen aber zu schwach sind, um diese einzubringen, droht eine chronische Krise.“ Denn für das wenige Getreide, das es noch zu kaufen gibt, sind die Preise drastisch gestiegen. Das kann kaum eine Familie bezahlen. Doch in den nächsten drei Monaten wird es keine neue Ernte geben – sofortige Hilfslieferungen sind jetzt die letzte Hoffnung! CARE setzt in laufenden und geplanten Projekten insgesamt mehr als eine Millionen Euro ein, um den schwächsten von der Hungerkatastrophe betroffenen Menschen im Niger zu helfen.

CARE verteilt Nahrungsmittel und Saatgut
CARE verteilt Getreide, Öl, proteinreiche Kekse und andere Nahrungsmittel an mehr als 200.000 Menschen. Versorgt werden in den besonders stark betroffenen Regionen Zinder, Tahoua, Diffa, Maradi sowie Mirriah vor allem hungernde Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere und stillende Mütter. Sie erhalten auch medizinische Versorgung. Die Nahrungsmittel werden über seit langem bestehende lokale Frauennetzwerke verteilt und gelangen so sicher zu den Bedürftigsten. Außerdem plant CARE, Saatgut und Viehfutter auszuteilen, aber auch die sanitäre Situation zu verbessern.

Zahlreiche Projekte in Niger – Nothilfe wird ausgeweitet
Seit vielen Jahren führt CARE bereits zahlreiche Programme für die Not leidende Bevölkerung in Niger durch. Doch um das schreckliche Sterben in Westafrika zu stoppen, muss CARE seine Nothilfe jetzt dringend ausweiten. Zudem kündigt sich an der Grenze zwischen Tschad und Sudan momentan ein neuer Heuschreckenschwarm an, der sich zur Plage auswachsen und die Herbsterträge gefährden könnte. Wir sind auf Ihre schnelle Hilfe angewiesen. Jeder Tag zählt.

3. November 2005

Niger: Fast 200.000 Kinder akut unterernährt

CARE warnt seit Monaten
In Niger leidet derzeit jeder dritte Einwohner extremen Hunger. Vor allem Kinder sind betroffen. CARE hatte bereits vor Monaten davor gewarnt und gleichzeitig erste Hilfsmaßnahmen ergriffen. Mehr als 300 CARE-MitarbeiterInnen arbeiten vor Ort und versorgen die Bevölkerung: „Wir haben die Dankbarkeit gesehen als heute in einem kleinen Dorf in der Provinz Tahoua rund 90 Familien je einen Sack Getreide von CARE in Empfang genommen haben. Das erste Mal seit vielen Wochen wird die ganze Familie heute Abend satt. Was wir hier erreichen, geschieht auf der Grundlange jahrzehntelanger Erfahrung im Lande.“

150.000 Kinder vom Hungertod bedroht
• In Niger ist derzeit jede/r dritte EinwohnerIn von der Hungersnot betroffen ( von 12 Millionen Einwohnern.)
• Vor allem, Kinder sind betroffen. 800.000 Kinder leiden an Hunger, fast 200.000 sind akut unterernährt.
• Mindestens 12.000 Tonnen Getreide (llem Hirse) werden jetzt für die nächsten Monate benötigt – zur freien Verteilung an, die Hungernden. Hinzu kommt eine etwa doppelt so große Menge zur Auffüllung der Lager, um die zu erwartenden Ernteerträge ausreichend aufstocken und die Preistreiberei bekämpfen zu können.
• Das Welternährungsprogramm (hat bis jetzt erst 5.000t Hirse ins Land bringen können, die, zur Verteilung bereit stehen. CARE wird die Verteilung von 3000t übernehmen.
• 11.000t Hirse werden noch diese Woche in Niger ankommen. Ohne CARE, die größte Nicht-Regierungs-Organisation hätten die Hilfsmaßnahmen wenig Chancen, bei den Bedürftigen anzukommen.

Niger braucht langfristige Hilfe
Hungersnöte sind vermeidbar, auch in Ländern mit einem so rasanten Bevölkerungswachstum, wie Niger es zu verzeichnen hat ( %). CARE arbeitet seit 30 Jahren in Niger – und nicht erst,, seitdem in den vergangenen Wochen die Hungerkatastrophe in den Medien größeren Raum eingenommen hat. Die nachhaltige Hilfe von CARE, der Bau von Trinkwasseranlagen und Vieh-Brunnen, die Sicherstellung von medizinischer Versorgung und das Grundrecht auf Bildung für die Kinder Nigers hat in einigen Regionen das Ausmaß der Hungerkrise gelindert.

3. November 2005

CARE leistet Soforthilfe bei schweren Überschwemmungen in Bulgarien

Massive Überflutungen
Schwere Regenfälle haben in Bulgarien erneut zu massiven Überflutungen geführt. „Das Land ist in den letzten zwei Monaten bereits dreimal von Überflutungen heimgesucht worden“, berichtet Ognian Drumev, der Country Director von CARE Bulgarien. „Nordost- und Ostbulgarien, auch die Hauptstadt Sofia, sind am stärksten beeinträchtigt.“ Mehr als zwei Millionen EinwohnerInnen sind von den Überschwemmungen direkt betroffen, 6300 Häuser stehen unter Wasser.

 

 

CARE Österreich vor Ort
„Viele Bauern stehen vor dem Ruin“, erklärt die Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Die Menschen benötigen dringend Soforthilfe, um ihre Existenz zu sichern. Da CARE Österreich bereits seit Jahren in Bulgarien mit dem Büro vor Ort Projekte betreut, liegen uns diese Menschen besonders am Herzen.“

CARE leistet Soforthilfe in Bulgarien
Nach den verheerenden Überschwemmungen hat CARE bereits 2500 Menschen in Ivanovo, Russe, Polski, Trumbesh, Slivo Pole, Tutrakan, Tsar Kalojan, Chelopech, Sliven, Pirdop, Omurtag und Svishtov versorgt.

CARE hilft außerdem mit Wasserpumpen, Lebensmitteln, sauberem Wasser und Medikamenten. Aufbereitetes Wasser wird bereits in den Gemeinden verteilt. Auch Maßnahmen zur Desinfektion gegen Moskitos und andere Schädlinge sind bereits im Gange. Für 10.000 Menschen, v.a. ältere und benachteiligte Menschen und Kinder, wurde medizinisches Versorgungsmaterial bereit gestellt.

Für die langfristigen Sanierungs- und Wiederaufbaumaßnahmen hat CARE Bulgarien einen Notfallsfonds eingerichtet.

Bitte spenden Sie für die von der Überschwemmung schwer getroffenen Menschen in Bulgarien.

 

 

 

 

 

3. November 2005

Mosambik: Sa­lvia, die Radio Queen

Laut Statistik noch 14 Jahre Lebenszeit
Sa­lvias Heimatland Mosambik gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Und es gehört zu den am schlimmsten von HIV/AIDS betroffenen Ländern der Welt. 12,2 Prozent der Menschen sind infiziert oder erkrankt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 46,3 Jahren. Aber Experten befürchten, dass sie bis 2010 auf 27,1 Jahre sinken wird. Macht statistisch gesehen 14 verbleibende Lebensjahre für Sa­lvia.

Ausbildung als „peer educator“
Aber wahrscheinlich bleibt ihr viel mehr Lebenszeit. Denn Sa­lvia ist „peer educator“: eine Jugendliche zwischen zehn und 24 Jahren, die von CARE umfassend über das Thema HIV/AIDS aufgeklärt wurde und ihr Wissen an andere Jugendliche weitergibt. Hundert solcher Jugendlicher wurden im Jahr 2004 allein in Nampula, Sa­lvias Heimatstadt, schon ausgebildet.

Zielstrebig
„Wir haben Sa­lvia bei einem Ideenwettbewerb für Mittelschulen kennen gelernt,“ erzählt Michelle Carter von CARE Mosambik, „sie war im Team der Escola Secunda¡ria de Nampula und hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Schule gewonnen hat.“ Nach der Show stand Sa­lvia plötzlich vor Michelle. „Sie wollte lernen, wie man Radioprogramme gestaltet,“ erzählt Carter weiter, „und zeigte uns einige Radio-Hörspiele, die sie geschrieben hatte.“ Die CARE-Programmkoordinatorin war beeindruckt – und holte Sa­lvia ins Team.

Jugend im Radio
Sa­lvias Hörspiele waren handgeschrieben und als die 13jährige im CARE-Büro zum ersten Mal vor einem Computer stand, war sie begeistert. Sie wollte nicht nur ihre Geschichten tippen, sie wollte alle Geheimnisse dieser „rätselhaften Maschine“ lüften. Zwei Wochen später saß sie vor dem Bildschirm und bediente das Gerät, als wäre sie damit aufgewachsen.

Junge Menschen kommen zu Wort
Michelle Carter führte Sílvia bei Radio Mozambique und Radio Encontro ein, mit beiden Teams erarbeitet CARE Programmschwerpunkte zum Thema HIV/AIDS. Sílvia bekam den Job und auch einen offiziellen Titel: Jugendprogramm-Koordinatorin. Sie stellt sicher, dass immer wieder auch junge Menschen im Radioprogramm zu Wort kommen und dass Inhalt und Sprache der Lebenswelt von Jugendlichen angepasst sind. Außerdem bereitet sie ganze Sendungen vor und diskutiert diese mit den Programmverantwortlichen.

Frechheit siegt
Jeder andere 13jährige wäre damit wohl ausgelastet. Sílvia nicht. Schon vier Monate nach ihrem Blitzstart im Radio pflanzte sie sich vor Anselmo Retxua, dem Programmchef von Radio Encontro, auf: „Du brauchst für die Sendung eine weibliche und schöne Stimme. Ich habe beides. Lass mich ans Mikro.“ Wer könnte so viel charmanter Frechheit schon widerstehen? Seit 17. April ist Sílvia on air.

 

 

 

 

 

 

 

28. Juli 2005

Wussten Sie, dass …?

Ende Juni 1975 fand in Mexiko City die erste Weltfrauenkonferenz statt. Der 30. Jahrestag gibt genug Anlass zu Jubel. Noch nie in der Geschichte der Menschheit haben so viele ...