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News

7. November 2005

Das einzige Spital in Sinnai Kinniya ist verschwunden

Sinniya Kinniya, Kinniya Division, Trincomalee District
Das einzige Spital in Sinnai Kinniya ist verschwunden, mit all seinen Menschen, die sich darin befanden. Seine 145 PatientInnen und 10 Krankenschwestern und Ärzte sind weg, weggeschwemmt – Kinder, schwangere Frauen, Kranke und Schwache – die Verletzlichsten, die als Erste gerettet hätten werden müssen. Aber dazu blieb keine Zeit. Das Dorf, das an der Küste liegt, wurde komplett ausgelöscht, in wenigen Sekunden. Die wenigen, die um ihr Leben rennen konnten – die Stärksten – auch sie entgingen nur knapp der gewaltigen Flutwelle, die über sie herfiel – ohne jede Vorwarnung.

Frische Erde zwischen provisorischen Wänden
Auf dem Weg zum Spital kommen wir an einem Stück Land vorbei, das durch provisorische Wände, Schultische und Sessel, abgegrenzt ist. Ich sehe frische Erde darin: Hier wurden 400 Leichen bestattet – nur diejenigen, die gefunden wurden. Die anderen wird das Meer vielleicht nie freigeben, sie werden nie begraben werden.

Der Gestank von brennenden Kadavern
Wir gehen dem Strand entlang zum Dorf hinunter. Freiwillige mit Masken versuchen die Kadaver der ertrunkenen Tiere einzusammeln, die nun am Land verrotten. Die Wahrscheinlichkeit Menschen zu finden, ist natürlich gegeben, in den Ruinen der Häuser oder in Bäumen und Büschen verfangen. Der Gestank von brennenden Kadavern zieht in unsere Richtung. Es riecht auch nach geschmolzenem Plastik. Die Einheimischen tun alles, um die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern.

Landminen als weiteres Risiko
Als weiteres Risko kommen die Landminen hinzu. Während des ethnischen Konflikts wurden sie gelegt. Nun sind nicht nur die Landkarten zur Lokalisierung der Minen weggeschwemmt, die Kraft der Flutwelle hat einige Landminen freigelegt, sie könnten jederzeit unter unseren Füßen hochgehen.

„Water is coming! Run!“
Doch im nächsten Augenblick beginnt ein Lastwagen wild zu hupen. Einge Menschen beginnen zu schreien und laufen den Weg hinauf. Jesudasan, der Fahrer unseres CARE-Wagens fährt uns entgegen. Seine Augen sind voller Angst und aufgeregt schreit er: „Los, fahren wir!“. Rund um uns bricht Panik aus. Die Menschen rennen und schreien: „Water is coming! Run!“. Männer versuchen ihre Frauen und Kinder so schnell wie möglich aus den Häusern zu holen, eine alte Frau versucht auf das Motorrad ihres Nachbarn zu steigen, ein kleiner Bub versucht, ein Baby auf dem Lenkrad seines Fahrrades zu balancieren, um es in Sicherheit zu bringen.

Nur, zur Sicherheit
Als wir später ins CARE-Lager zurückkommen, erzählt uns Raja, ein CARE-Mitarbeiter, der die Verteilung von Trinkwasser und Non-food Items wie Matratzen, Handtücher und Seifen koordiniert, dass ein weiteres Erdbeben stattgefunden und eine neuerliche Flutwelle Südindien erreicht habe. Die BewohnerInnen von Sri Lanka wurden gewarnt, nur zur Sicherheit. Es habe keine ernsthafte Gefahr bestanden. Aber diejenigen, die die erste, fatale Flutwelle überlebten, brachten sich panisch in Sicherheit. Erst einige Kilometer landeinwärts wurde die Todesangst weniger.

Chitose Noguchi hat ihren Rückflug nach Japan abgesagt, um das CARE-Team in Sri Lanka bei der Koordination der Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.

7. November 2005

Türkei: Verzweiflung liegt in der Luft

Mehr als 130.000 syrische Flüchtlinge sind in den letzten Tagen aus dem nordsyrischen Kabane in die Türkei geflohen. CARE-Länderdirektor ategie, daraus schon einige starke Konzepte und Partnerschaften herausgebildet (llem im technischen Bereich und im Gesundheitssektor.
Hilfsaktionen inkludieren
Reproduktive Gesundheit in Notfällen — John Hopkins- (und UNFPA-Partnerschaft; — bis zu 500.000 Menschen ( Geschlechtskrankheiten/AIDS, Verhütungsmittel etc.), sowie Wiederaufbau der lokalen Gesundheitsvorsorge;Spurenelemente (, Jod, Zink, täglich benötigte Vitamine) — wichtig gegen, Masern-Epidemien – Aceh sehr hohes Risiko; bis zu 200.000 Kinder um die 6 Jahre
Safe-Water-Systeme und epidemologische Beobachtung, derzeit 1.8 Mio. Flaschen bestellt — könnte evtl. die ganze Region versorgen (enn schon viele Wasser-Aktionen); CDC hat 3 Epidemologen bereitgestellt (nfrage, von CARE Indonesien);
Instandsetzung von, Gesundheitszentren: Infrastruktur, Ausrüstung und Training von lokalem Gesundheitspersonal — in einigen Gemeinden bis zu 70% davon gestorben; JHPIEGO hier auch erfahren, ursprünglich 20 Gesundheitszentren identifiziert; Zahl steigt wahrscheinlich sprunghaft an

Psychische Betreuung und Schutz der Kinder — haben CARE Österreich angefragt ob es möglich ist, Anfang nächster Woche ein Spezialistenteam ins Feld zu schicken, um die Probleme anzugehen€¦

Psychosoziale Traumata — sehr ernst, von MSF und anderen als Problem Nr1 ermittelt; in einigen Gegenden sagt man bis zu 70-90% der Bevölkerung gestorben

Schutz der Kinder — wird berichtet, 20% der Menschen in den Notlagern ohne Eltern; große Krise was mit ihnen tun; sehr viele Entführungen etc. berichtet. Save the Children und UNICEF stark involviert; es gibt auch erhöhtes Gewaltrisiko, auch für Frauen

Bildung — viele Kinder nur in notdürftige Siedlungen gebracht; keine Infrastruktur vor Ort, leiden an psychosozialem Stress, in Kombination mit unzureichender Infrastruktur

Wir sind unglaublich überfordert und arbeiten sowohl in Jakarta als auch in Aceh 18-20 Stunden pro Tag. Überflutet mit E-Mail, Medien, Besprechungen und Koordinierungsfunktionen. Versuchen ständig, organisatorische Angelegenheiten zu beschleunigen, lokales Büro in Medan eröffnet etc. Kofi Annan in der Stadt, kanadischer Minister für Internationale Entwicklung in Stadt für zwei Tage. Geschäftsführer von CARE Canada begleitet, CBC-Journalisten begleiten uns auf Schritt und Tritt und machen „Reality TV“ – unter surrealen Bedingungen! Haben Ressourcen im Land ermittelt, noch immer Mammutherausforderung. Bitte verzeiht uns wenn nicht jedes E-Mail beantwortet wird, wir geben unser Bestes!

Brenda Langdon
ACD Program
CARE International Indonesia

7. November 2005

Indonesien: CARE-Hilfe für 500.000 Überlebende

Die 800 Angestellten von CARE-Indonesien arbeiten in der vom Seebeben am schlimmsten betroffenen Region Aceh rund um die Uhr. Die internationale Hilfsorganisation CARE betreut bereits seit 1979 Projekte in Indonesien und konnte deshalb schnell helfen.

Eine Wasserleitung für 4000 Menschen.
Bis jetzt haben sich 175 inoffizielle Camps mit Überlebenden in und um Banda Aceh gebildet. Sie haben weder zu essen noch zu trinken oder einen Unterschlupf. „Es herrscht absolutes Chaos“, sagt Titon Mitra, Emergency Director CARE International. In einem der Camps stehen den 4000 Überlebenden nur acht Latrinen und eine Wasserleitung zur Verfügung. Durch solche Zustände steigt die Seuchengefahr ins Unermessliche.

Sauberes Trinkwasser von CARE.
CARE ist in 14 der Camps bereits im Einsatz. Sauberes Trinkwasser wird derzeit überall am Dringendsten benötigt. „Das Eindringen von Meerwasser in das Süßwassersystem, das feucht-schwüle Klima der Regensaison und die unzähligen ungeborgenen Leichen sind fatal. Das derzeit der Bevölkerung zur Verfügung stehende Wasser transportiert laut ersten Untersuchungen bis zu 50 verschiedene Infektionskrankheiten. Viele Kinder leiden bereits an extremen Durchfallerkrankungen und brauchen dringend Hilfe“, sagt Brenda Langdorn, Programmdirektorin CARE Indonesien.

Verteilung von lebensrettenden SWS-Flaschen
Seit 27. Dezember hat CARE 200.000 SWS (ater-System)-Flaschen an die Bedürftigen verteilt. Zwei der Fläschchen versorgen, eine Familie einen Monat lang mit sauberem Trinkwasser. Die kleinen Fläschchen enthalten 100ml Natriumhypochlorid-Lösung. Eine Verschlusskappe voll reinigt 10- 20 Liter Wasser, das man danach wieder trinken oder zum Kochen verwenden kann.

Zwei CARE-Warenhäuser.
CARE hat zwei Warenhäuser mit Hilfsgütern in der Region Aceh. Die CARE-Teams, die selbst mit Zelten, Schlafsäcken, Campingherd und Lebensmittel ausgestattet sind, werden SWS-Flaschen, Lebensmittel (Zucker, Dosenfisch, Grüne Bohnen, Nudeln) Hygieneartikel und Wasserkanister an die, Bedürftigen in der Aceh-Region verteilen. CARE wird 500.000 Menschen an der Aceh-Küste und Nordsumatra mit diesen Hilfsgütern versorgen, darunter 1,8 Millionen der SWS-Flaschen.

CARE-Hilfe ist langfristig.
Langdorn erinnert an das Ausmaß der Katastrophe und daran, dass die Menschen sehr lange Hilfe brauchen werden. „In den kommenden Wochen, Monaten und vielleicht auch Jahren, nachdem die dringendsten Bedürfnisse gestillt sind, müssen wir für diese Menschen weiterhin da sein. CARE wird ihnen zur Seite stehen und gemeinsam mit ihnen ihre Dörfer und ihr Leben wieder aufbauen.“

Weitere CARE-Teams sind in Sri Lanka, Thailand und Indien im Einsatz.

Fotos: (CARE Harsha De Silva
CARE Österreich bittet dringend um Spenden:
CARE Österreich Spendenkonto – PSK: 1.236.000 Blz.: 60000 Kennwort: Flutopfer Südasien

7. November 2005

Es geht um Leidenschaft

„Im Leben geht es um Leidenschaft“
Margaret Hassan lebt. In unseren Herzen wird die Leiterin von CARE Irak immer leben. Ungeachtet dessen, welch schreckliches Ende ihre Entführung genommen hat. „Life is not about survival, life is about passion“ – „Im Leben geht es nicht ums Überleben, es geht um Leidenschaft“, sagte sie noch vor wenigen Monaten bei einem internen CARE-Meeting zu ihren KollegInnen aus aller Welt. Diese Haltung bekommt angesichts ihres Todes eine besondere Bedeutung, aber viel mehr noch angesichts ihres Lebens.

Einsatz für Arme und Benachteiligte im Irak
Leidenschaftlich war Margaret Hassan, wenn es darum ging, sich für Arme und Benachteiligte einzusetzen, für jene, denen in der täglichen Flut an Katastrophenmeldungen sonst niemand Aufmerksamkeit schenkt. Leidenschaftlich, wenn sie den Krieg verurteilte und die UNO-Sanktionen, die nicht Saddam Hussein trafen, sondern doch nur sein unterdrücktes Volk. Leidenschaftlich, wenn die Wartesäle der Spitäler voll waren, die Medizinschränke aber leer. Leidenschaftlich, als sie beschloss, im Irak zu bleiben, während fast alle anderen Hilfsorganisationen ihre Teams längst abgezogen hatten. Hätte sie das Land verlassen, sie wäre heute noch am Leben. Doch in Margarets Leben ging es nicht ums Überleben. Es ging um Leidenschaft. Also blieb sie – und arbeitete unermüdlich weiter.

Der Irak war ihre Heimat
Die gebürtige Irin war 35 Jahre lang mit Tahseen Ali Hassan, einem Iraker, verheiratet, fünf Jahre nach der Hochzeit folgte sie ihrem Mann in dessen Heimat. Seitdem war der Irak auch Margarets Heimat und die Iraker ihre Landsleute, für die sie sich mit Mut und Hartnäckigkeit einsetzte. Mehr als 17 Millionen Menschen hat sie – gemeinsam mit ihrem Team – unter schwierigsten Bedingungen geholfen. 14 Jahre lang war CARE ununterbrochen im Irak tätig, zwölf davon unter der Leitung von Margaret Hassan.

Trinkwasser für 21 Millionen IrakerInnen
Bis zum zweiten Golfkrieg arbeitete CARE mit mehr als 80 Spitälern zusammen, über 10.000 Kinder wurden mit Nahrungsmitteln versorgt. Über 21 Millionen Iraker – mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung – beziehen ihr Trinkwasser aus Wassersystemen, die von CARE installiert wurden. Während des letzten Kriegs leistete CARE Nothilfe, verteilte Nahrungsmittel, Trinkwasser und Hygieneartikel, setzte beschädigte Trinkwassersysteme und Spitäler wieder instand. Nach dem Krieg schließlich lag der Schwerpunkt bei der Gesundheitsversorgung.

Hoffnung
Eine herausfordernde, aber erfolgreiche Arbeit. Eine Arbeit, die CARE nun schweren Herzens abbrechen musste – zum Schutz des verbleibenden Teams. Und dennoch: Es geht im Leben nicht ums Überleben, es geht um Leidenschaft. Und deshalb glauben wir ganz fest daran, dass wir schon bald wieder für die Iraker da sein können. Wir sind es Margaret schuldig.

7. November 2005

Aceh: „Die Zerstörung ist schockierend“

Dramatische Situation in Banda Aceh.
Tief betroffen berichtet das internationale CARE-Nothilfeteam aus der indonesischen Region Aceh. Die Dramatik der Situation und der dringende Bedarf an Hilfe und Spendenmitteln übersteigen bei weitem die bisherigen Einschätzungen.

Eine Krise, die Jahre andauert
„Die Fernsehbilder, die wir sehen, spiegeln nicht annähernd die Dramatik der Situation hier vor Ort wider“, sagt Titon Mitra, CARE-Einsatzleiter in der Aceh-Region. „Ich war geschockt. In den Regionen, die wir seit Sonntag besucht haben, ist absolut alles zerstört, dem Erdboden gleich gemacht. Als wenn jemand eine Stadt aus Streichhölzern baut und dann ein riesiger Eimer Wasser darüber entleert wird. Unermüdlich werden Leichen aus den Trümmern geborgen.“

Vier Monate für Bergung der Opfer
Mitra weiter: „Der Gestank ist betäubend. Vier Monate, so der Gesundheitsminister, wird allein die Bergung der Opfer benötigen. Das Räumen der größten Trümmer und die Wiederherstellung der Basisinfrastruktur für Trinkwasser und Gesundheit, aber dann vor allem der Aufbau von Unterkünften und Erwerbsmöglichkeiten für die Betroffenen wird Jahre unserer Hilfe brauchen.“

Nachhaltige Wiederaufbau- und Traumaarbeit
In den Krisengebieten Sri Lankas, Indiens, Thailands und Indonesiens arbeitet CARE derzeit mit insgesamt 1.600 MitarbeiterInnen, um die Seebebenopfer zu versorgen. CARE hat für alle betroffenen Gebiete Strategien entwickelt, um die Nothilfeprogramme schnellstmöglich in nachhaltige Wiederaufbau- und Traumaarbeit münden zu lassen. Die hierfür benötigten Mittel sind ersten Schätzungen nach weit höher als erwartet.

Die Opfer brauchen Perspektiven
„Die Menschen, die durch die Flut alles verloren haben, brauchen neben der dringend benötigten Nothilfe kurzfristig eine Perspektive, wie das Leben für sie langfristig weitergehen kann“, sagt Daniel Seller, Leiter des Programmteams von CARE Österreich. „Die Möglichkeit, vom passiven Hilfe-Empfänger zum aktiven Gestalter zu werden, ist für Betroffene ein essenzieller Schritt, um das erlebte Trauma zu überwinden.“

Jede Spende kommt an
„Wir können allen SpenderInnen in Österreich zusichern, dass ihr Beitrag für die Opfer der Flutkatastrophe weiterhin dringend benötigt und von CARE schnell und effizient vor Ort eingesetzt wird“, so Daniel Seller. „Wir danken allen, die unsere Nothilfearbeit vor Ort möglich machen.“

Fotos: (CARE Edy Purnomo

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7. November 2005

Sudan: Humanitäre Krise in Darfur darf nicht vergessen werden

Hilfe für Flutopfer darf nicht zu Lasten anderer Krisenregionen gehen
CARE zeigt sich besorgt, dass die dringend notwendige humanitäre Unterstützung nach der Flutkatastrophe in Südasien öffentliche Aufmerksamkeit und wichtige Hilfsmittel langfristig aus anderen Krisen- und Armutsgebieten abziehen könnte.

Mediale Aufmerksamkeit: Impuls für stärkere globale Armutsbekämpfung
Gleichzeitig hofft CARE, dass die Tragödie im Indischen Ozean weltweit Not- und Entwicklungshilfe wieder an die Spitze der politischen und öffentlichen Agenda setzt.

Sudan: Längster und blutigster Bürgerkrieg Afrikas
Ein Beispiel ist der Sudan. Damit das am 9. Januar geschlossene Friedensabkommen zwischen dem Norden und Süden tatsächlich den längsten und blutigsten Bürgerkrieg Afrikas beendet, muss die internationale Gemeinschaft dort langfristig engagiert bleiben. Nach der Unterzeichnung des Abkommens dürfen diplomatische Anstrengungen und humanitäre Hilfe jetzt nicht nachlassen, sondern müssen verstärkt werden.

Darfur: CARE intensiviert Nothilfe weiter
In der westsudanesischen Provinz Darfur, seit zwei Jahren umkämpft und im Friedensvertrag ausgeklammert, intensiviert CARE deshalb seine Nothilfe für hunderttausende Vertriebene und Flüchtlinge weiter.

CARE-Nothilfe im Sudan
• CARE versorgt monatlich 400.000 Menschen mit Lebensmittel in Darfur.
• Ebensoviele Menschen werden mit Decken, Seifen, Wasserkanistern und anderen überlebensnotwendigen Hilfsgütern versorgt.
• Im El Sharif Flüchtlingslager in Nyala werden 10.000 Menschen medizinisch betreut. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Gesundheitssicherung von schwangeren Frauen, HIV/AIDS Kranken und auf reproduktiver Gesundheits.
• Zwei mobile Kliniken aus Österreich versorgen rund um Nyala etwa 800 Menschen pro Woche.
• CARE betreibt ein therapeutisches Ernährungszentrum in Nyala für mehr als 100 unterernährte Kinder pro Tag.
• CARE versorgt 265.000 Flüchtlinge in 5 Flüchtlingslagern mit Trinkwasser, Sanitäreinrichtungen und Hygieneartikel.

CARE im Tschad.
CARE leitet vier von zwölf Flüchtlingslagern und betreut dort 47% (75) aller Flüchtlinge. CARE Camps: IRIDIMI (08 Flüchtlinge,), AMNABAK (42 Flüchtlinge), MILE (753 Flüchtlinge), BREDJING Camp (272 Flüchtlinge)

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7. November 2005

CARE-Hilfe in Südasien und Somalia

CARE-Hilfe durch Nachbar in Not
In der Provinz Aceh in Indonesien werden lebensrettende Vitamine für Frauen und Kinder verteilt. Das Ausmaß der Zerstörung in diesem Gebiet Indonesiens ist unermesslich. Hunderttausende Überlebende leben unter schlechtesten hygienischen Bedingungen. Um das Überleben dieser Menschen zu sichern, werden vorbeugend lebensrettende Vitamine, Zink und weitere Nährstoffe an 220.000 Menschen ausgegeben, die das Immunsystem der Menschen stabilisieren und ihre Anfälligkeit für Durchfallerkrankungen, Lungenentzündungen und Malaria erheblich reduzieren werden. Ebenfalls in der am meisten betroffenen Region Aceh werden 36.000 Hygiene-Pakete an bedürftige Familien verteilt.

Lebensmittel und Trinkwasser
CARE ist mittlerweile mit vier lokalen Niederlassungen in den am schlimmsten betroffenen Gebieten Acehs vertreten. Die CARE-Teams verteilen Hilfsgüter wie SWS-Flaschen (ater-System zur Trinkwasseraufbereitung), Lebensmittel (Zucker, Dosenfisch, Grüne, Bohnen, Nudeln), Hygieneartikel und Wasserkanister an die, Bedürftigen in der Region. CARE wird 500.000 Menschen an der Aceh-Küste und Nordsumatra mit diesen Hilfsgütern versorgen, darunter 1,8 Millionen mit SWS-Flaschen.

Wiederaufbau der Gesundheitseinrichtungen in Indonesien
CARE Indonesien und die Johns Hopkins Universität haben eine Kooperation für den Wiederaufbau der Gesundheitseinrichtungen in Aceh beschlossen. Die Flutkatastrophe hat einen Großteil der Spitäler und kleineren Gesundheitseinrichtungen der Provinz zerstört. 70% der ÄrztInnen und KrankenpflegerInnen wurden getötet, werden noch vermisst oder haben die Region verlassen. Das Gesundheitswesen Acehs und die Infrastruktur wiederaufzubauen ist eine der wesentlichen Lebensgrundlagen für die überlebende Bevölkerung.

Psychosoziale Hilfe in Sri Lanka
Der österreichische CARE-Psychologe Matthias Themel, der bis vor kurzem das Waisenkinder-Projekt in Ruanda betreut hat, bereitet zur Zeit in Sri Lanka ein Projekt für nachhaltige psychosoziale Hilfe der traumatisierten Flutopfer vor. Ziel des Projektes wird sein, ausgewählte Personen im Erkennen von Traumata zu schulen und zu versuchen, den betroffenen Menschen Unterstützung anzubieten. Das posttraumatisches Stresssyndrom tritt häufig erst nach einigen Monaten auf. Bei der Hlfe geht es vor allen darum, Menschen wieder in soziale Strukturen einzubinden, die ihnen helfen, das Erlebte und die Verluste ihrer Familien zu verarbeiten.

Flutkatastrophe: Auch Somalia ist betroffen
Obwohl die Opferzahlen in Somalia weit unter denjenigen in Südasien liegen, hat die Flutkatastrophe große Auswirkungen auf ein Land, das zu den ärmsten der Welt zählt. Nach 4 Jahren Dürre und sintflutartigen Regenfällen im Oktober vergangenen Jahres hatten sich viele Familien der Fischerei zugewandt. CARE hat Soforthilfe für die notleidende Bevölkerung Somalias zur Verfügung gestellt: Lebensmittel, Wasser, Unterkünfte und Gesundheitsversorgung. Langfristig werden Fischerdörfer beim Wiederaufbau unterstützt, es werden aber auch gemeinsam mit der Bevölkerung Strategien entwickelt, durch die sich die Gemeinden in den betroffenen Regionen besser vor Naturkatastrophen schützen und wirtschaftlich unabhängiger agieren können.

7. November 2005

Flutkatastrophe: Wiederaufbau in Südasien dauert fünf bis zehn Jahre

CARE konnte sofort helfen
Als eine der führenden Welt-Hilfsorganisationen, war CARE unter den ersten Helfern in Südasien nach der Tsunami-Katastrophe. Da CARE bereits in fünf der am schlimmsten betroffenen Ländern, Indonesien, Sri Lanka, Indien, Thailand und Somalia, seit Jahrzehnten tätig ist, konnte sofort Katastrophenhilfe geleistet werden.

Dringende Nothilfe für Flutopfer
In den ersten Wochen nach der Flutkatastrophe konzentrierte sich CARE darauf, dringende Nothilfe zu leisten, Hilfsmittel wie Nahrungsmittel, Wasser, und Medizin an Überlebende zu verteilen und Flüchtlingslager aufzubauen.

Wiederaufbau dauert fünf bis zehn Jahre
Nach der ersten Phase der unmittelbaren Hilfe, die nach wie vor für Millionen Obdachlose und Hilfsbedürftige weitergeführt wird, konzentriert sich CARE nunmehr auf den Wiederaufbau der Infrastruktur, zerstörter Existenzen und die Gesundheitsvorsorge für die Opfer der Katastrophe. Die langjährige Erfahrung von CARE in der Katastrophenbewältigung zeigt, dass ein sinnvoller Wiederaufbauprozess etwa fünf bis zehn Jahre dauern wird.

• Häuser, Schulen, Spitäler, Straßen und andere Infrastruktur muss aufgebaut werden.
• Den betroffenen Menschen wird psychosoziale Hilfe angeboten, um das Trauma, das die unfassbare Katastrophe verursacht hat, zu überwinden.
• Hilfestellung bei der Entwicklung von Notfallsplänen und Warnsystemen für die Zukunft
• Armut: auf Gemeindeebene werden Lösungen gesucht, um die extreme Armut zu mildern, die die Menschen den Krisen schutzlos ausliefert.

Frauen stärken die Gesellschaft
Da Frauen sozial benachteiligt sind, konzentriert sich CARE auf eine langfristige und nachhaltige Hilfe für Frauen und ihre Netzwerke, die ausschlaggebend sind für die emotionale, soziale und ökonomische Stärkung der Gesellschaft.

1.800 CARE MitarbeiterInnen helfen
CARE arbeitet mit mehr als 1.800 MitarbeiterInnen in den vom Tsunami betroffenen Regionen. Der Großteil davon sind Menschen aus den Ländern selbst, da sie Kultur, Gebräuche und Bedürfnisse der Bevölkerung am Besten kennen. CARE kann dadurch den Gemeinden am Effektivsten zur Seite stehen und die bestmöglichsten Lösungswege finden.

Andere Krisenherde dürfen nicht vergessen werden
Trotz aller Bemühungen von CARE in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten darf die Hilfe in Südasien weder Hilfsmittel noch Aufmerksamkeit von anderen Krisengebieten insbesondere dem Kampf gegen die globale Armut und gegen HIV/AIDS abziehen.

CARE zählt zu den weltweit größten internationalen Hilfsorganisationen: 13.000 MitarbeiterInnen arbeiten in über 70 Projektländern an der Vision einer Welt ohne Armut. CARE hat Beraterstatus I bei den Vereinten Nationen und ist politisch und weltanschaulich unabhängig. Der Sitz der internationalen Hilfsorganisation ist Brüssel. CARE Österreich betreut derzeit rund 25 Projekte in Afrika, Südamerika, Asien und Südosteuropa.