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News

27. April 2006

Verkauft und verraten: Frauenhandel in Osteuropa

Opfer quer durch alle sozialen Schichten
Die Opfer von Menschenhandel sind nicht klar zu kategorisieren. Man ist versucht zu denken, dass es Frauen aus unteren Einkommens- und sozialen Schichten sind, die Opfer ihrer Unwissenheit werden. Doch die Realität sieht anders aus. Opfer von Menschenhandel gibt es quer durch alle sozialen Schichten. Gemeinsam ist ihnen nur eines: Sie alle sind in einem Teil von Europa aufgewachsen, der im Wechsel von der Diktatur zur freien Marktwirtschaft große Armut und wirtschaftliche Instabilität erleben muss. Sie alle wollen ein besseres Leben, und sie wollen es aus eigener Kraft schaffen.

Todesangst durch ständige Gewalt
Was muss passieren, dass aus diesen aktiven, selbstbestimmten Frauen willenlose – so scheint es – Sexarbeiterinnen werden? „Es gibt drei Faktoren, die bei jedem Menschen gleich wirksam sind“, erklärt Maria Tschomarova, Psychotherapeutin bei Animus/LaStrada, einer Partnerorganisation von CARE in diesem Projekt. „Das sind erstens: brutale Gewalt – Vergewaltigung, Folter, Prügel oder auch Nahrungsentzug. Zweitens: physische Erschöpfung und drittens: absolute Isolation und Kontrolle“, so Tschomarova weiter. Die Todesangst, die durch die ständige Gewalt ausgelöst wird, legt im System Mensch alle Schalter um.

Auf Prävention setzen
Dass es dazu erst gar nicht kommt, ist das Ziel eines CARE-Projektes im Osten Bulgariens. Mit den Partnerorganisationen Animus / La Strada und The Bulgarian Gender Research Foundation arbeitet CARE daran, bei den Menschen vor Ort ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Die Aufklärungs- und Informationskampagnen richten sich in erster Linie an zwei Zielgruppen: die zuständigen Behörden einerseits und potentielle Opfer andererseits. Die finden sich häufig in Schulen sowie Kinder- und Jugendheimen, weswegen in Kooperation mit örtlichen NGOs dort zahlreiche Aktivitäten stattfinden, etwa eine Fotoausstellung, bei der die jungen Fotografen aufgerufen wurden, Risikosituationen, potentielle Opfer von Menschenhandel und vieles mehr aus ihrer Sicht darzustellen.

Netzwerke schaffen
Ziel der CARE-Maßnahmen ist der Aufbau eines nachhaltigen lokalen Netzwerks, das in der Lage ist, die Rechte von Frauen und Mädchen in den ausgewählten Zielgebieten aufzuzeigen und deren Einhaltung einzufordern. Das hilft auch jenen, die bereits Opfer von Menschenhandel waren und bisher bei ihrer Rückkehr oft auf Unverständnis und Ablehnung gestoßen sind. Erst wenn den Menschen klar ist, dass diese Frauen nicht freiwillig im Bordell gearbeitet haben, wenn Akzeptanz und Integration möglich ist, dann können die Frauen auch mit sich selbst Frieden schließen.

 

 

 

 

 

 

 

19. April 2006

Kenia: CARE eröffnet Ernährungszentrum in Garissa

Vor wenigen Tagen eröffnetVor wenigen Tagen erst wurde das neue Ernährungszentrum in Raya, 15 Kilometer nördlich von Garissa im Nordosten Kenias, von CARE und der lokalen Organisation SIMAHO eröffnet. Seit vielen Jahren bildet CARE in Kenia Hebammen aus, klärt über HIV/AIDS auf und arbeitet an nachhaltigen Lösungen, um den schwindenden Wasser-Ressourcen zu begegnen. Doch nun hat die Dürrekatastrophe Kenia mit voller Wucht erfasst.

Am ersten Tag werden 178 Kinder mit Zusatznahrung versorgt
Bereits am ersten Tag wurden im Ernährungszentrum in Raya 178 Kinder unter 5 Jahren als unterernährt eingestuft und mit Zusatznahrung versorgt. Eines von ihnen ist Marian Hareth. Sie wird gewogen, wenngleich ihr Untergewicht deutlich zu sehen ist. Ihr großer Kopf scheint auf einen zerbrechlichen Körper aufgesetzt. Sie wiegt nur 5.6 Kilo. Mit dem Hungerband wird ihr Armumfang gemessen: Die Skala ist deutlich im roten Bereich: „Nur 10.4 Zentimeter, das ist schwere Unterernährung!“, sagt Rumana, die Leiterin des Zentrums.

Von Hunger und Durst geschwächt
„Neben Hunger und Durst sind Malaria, Durchfallerkrankungen und Lungeninfektionen am schlimmsten.“, erzählt Rumana. Eine Frau, im neunten Monat schwanger, sinkt erschöpft am Boden zusammen. Sie hat zwei ihrer vier Töchter mitgebracht, beide unterernährt. Auch sie selbst ist eigentlich zu schwach, um in Kürze ein Kind zur Welt zu bringen.

3,5 Millionen Menschen sind betroffen
Bereit das dritte Jahr hält die Dürre im Nordosten Kenias an und der Regen fällt auch diesmal viel zu schwach aus. Viele Menschen in der Region leben von der Viehzucht, doch die meisten Kühe sind bereits verdurstet. So gibt es auch keine Milch mehr für die Kinder. Nun sterben auch Esel und Kamele. Die verzweifelten Menschen sind dringend auf Nothilfe angewiesen. Alleine in Kenia sind 3.5 Millionen von der Dürre schwer getroffen. Davon 500.000 Schulkinder.

CARE hilft: Frisches Wasser
CARE verteilt Wasser an 12 verschiedenen Orten in Garissa und betreibt acht Bohrlöcher, die frisches Wasser zutage fördern. Weitere 24 in Garissa und Mandera sind in Planung.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!

CARE hilft im Nordosten Kenias seit 1991 als ein Ansturm von Flüchtlingen aus Somalia in die Region kam. In Kenia arbeitet CARE bereits seit 1968. CARE Österreich unterstützte von 1994 bis 2001 u.a. das Green Belt Movement, die Umwelt- und Frauenbewegung von Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai.

4. April 2006

Pakistan: Sechs Monate nach dem Erdbeben

Nach 6 Monaten: Rückkehr zum Alltag
Ein halbes Jahr nach dem verheerenden Erdbeben, bei dem 86.000 Menschen starben und rund 3 Millionen obdachlos wurden, ist Pakistan langsam auf dem Weg zurück zur Normalität. Nachdem CARE vor allem in den Bergdörfern in Allai erste Hilfsmaßnahmen nach der Katastrophe durchgeführt hat, setzt die langfristige CARE-Hilfe auf eine Rückkehr zum Alltag für die Betroffenen.

99 Prozent der Schulen wurden zerstört
Doch die Möglichkeiten der Bevölkerung Pakistans sind begrenzt. Es wurden beim Beben am 8. Oktober 2005 nicht nur private Häuser zerstört, auch ein Großteil der öffentlichen Gebäude und die Infrastruktur waren schwer betroffen. Der Erdstoß ereignete sich kurz nach Schulbeginn: Im Allai-Tal wurden 99 Prozent der Schulen in Schutt und Asche gelegt.

CARE eröffnet 20 Not-Schulen
Die erste Schule, in der 25 Mädchen und 55 Buben von drei LehrerInnen unterrichtet werden, wurde am 2. März mit einem Fest eröffnet. „Wir haben schon seit Wochen darauf gewartet!“ freuten sich die SchülerInnen. „Wir können es kaum erwarten, unsere ersten Bücher zu bekommen.“ Astam Khan, Vater von vier Schulkindern, kann sich dem nur anschließen: „Wir sind überglücklich, dass sie wieder zur Schule gehen können. Die Ausbildung muss kontinuierlich vorangehen. Und die Schule ist der erste Schritt auf dem Weg zurück zu ihrem normalen Leben.“

CARE-Bildungsprogramme in Pakistan
Die CARE-Bildungsprogramme in Pakistan gehen aber weit über den Aufbau von Schulen hinaus: Gemeinsam mit der Schulverwaltung, Eltern- und LehrerInnen-Vereinigungen wird an einem besseren Bildungssystem gearbeitet. LehrerInnen werden ausgebildet, aber auch Maßnahmen zur Reduktion des Analphabetismus unter Erwachsenen gesetzt.

Bitte helfen Sie mit, erdbebensichere Schulen für Pakistan zu bauen!

CARE-Hilfe in Pakistan im Überblick
Die Katastrophenhilfe, die CARE auf internationaler Ebene nach dem schweren Erdbeben in Pakistan leistete, kam 13.500 Haushalten und damit etwa 135.000 Menschen in Battagam, Mansehra, Besham und Bagh zu Gute. Es wurden beispielsweise 5730 Zelte aufgestellt, 36.205 Hygiene-Pakete, 488.595 Wasserreinigungs-Sets, 50.653 Umhänge, 34.741 warme Schals und 18.601 Decken verteilt.

Rückkehr aus den Zelt-Camps
In Hinkunft ist ein wichtiger Aspekt die Rückkehr jener Menschen, die bisher in den Zelt-Camps der Regierung untergebracht waren. Hier ist CARE vor allem im Allai-Gebiet aktiv und stattet die heimkehrenden Familien mit Kochgeschirr und Öfen aus.

CARE „cash for work“-Aktivitäten
Im Rahmen der Wiederaufbauprogramme hat CARE „cash for work“-Aktivitäten gestartet und konzipiert Programme, die es den Menschen ermöglichen, sich wieder eine eigene Lebensgrundlage zu schaffen. Das reicht von Landwirtschaftsprojekten über Ausbildungsmaßnahmen, Mikrofinanz-Projekten und Trainings im Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Wiederaufbau von Infrastruktur
CARE arbeitet im Bereich des Wiederaufbaus von Privathäusern und Infrastruktur mit der Regierung zusammen und wird hier vor allem Know-how einfließen lassen. Ein wichtiger Aspekt ist außerdem die Wiederinstandsetzung von Schulen: 20 temporäre Schulen werden im Allai-Tal bereits eröffnet, fixe werden folgen.

CARE hilft Traumata zu verarbeiten
Wie nach allen Katastrophen ist CARE auch im psychosozialen Bereich engagiert: Nur wenn die Menschen die Traumata verarbeiten, sind sie in der Lage, ihr Leben neu aufzubauen.

23. März 2006

CARE hilft weiter: Seit 20 Jahren auch von Österreich aus

CARE verfolgt bei der weltweiten Projektarbeit ein ganz klares Ziel: Nachhaltige Schritte gegen die Armut zu setzen. Entsprechend gestaltete sich auch das Arbeitsfeld in den vergangenen 20 Jahren. CARE Österreich war seit 1986 in 50 Ländern weltweit aktiv. Im Rahmen von 348 Projekten wurde auf Ausbildung ebenso gesetzt wie auf die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft, auf Umweltprojekte und auf wirtschaftliche Entwicklung. „Heute stehen vor allem die Frauen im Zentrum unserer Arbeit“, erklärt Mag. Ulrike Schelander, die Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Bei ihnen liegt der Schlüssel für die Beseitigung von Armut.“

Zu den größten Herausforderungen in den vergangenen Jahren zählten auch die großen Katastrophen, bei denen CARE aufgrund der oft jahrelangen Erfahrung in den Krisengebieten rasch und effizient Hilfe leisten konnte. Der Tsunami am 26. Dezember 2004 stellte CARE Österreich gemeinsam mit der internationalen Hilfe vor größte Herausforderungen. Mit einem Projekt in Banda Aceh, das den Menschen auch wieder psychisch zu einem stabilen Leben verhilft, wird noch in den nächsten Jahren daran gearbeitet, die verheerende Katastrophe zu bewältigen.

Kriege und die damit verbunden Flüchtlingsströme waren in den 90iger Jahren eine große Aufgabe für die Hilfsorganisation: In unmittelbarer Nachbarschaft – in Bosnien und im Kosovo – versorgte CARE Millionen von Opfern des Konflikts. Die Bandbreite der Projekte reichte vom Einsatz mobiler Ambulanzen bis hin zur psychosozialen Unterstützung der Betroffenen. Heute sind auch hier die Frauen jene Gruppe, die im Mittelpunkt der Aktivitäten steht: CARE setzt sich mit Aufklärungsprojekten gegen Menschenhandel, bei dem vor allem Frauen und Kinder Opfer von skrupellosen Verbrechern werden, ein. Ein anderer Dauerkonflikt beschäftigt CARE Österreich seit dem Jahr 2000: Von Wien aus wurde das CARE-Büro in Inguschetien aufgebaut, um den vom Tschetschenienkrieg betroffenen Menschen wieder eine Zukunftsperspektive geben zu können.

Akute Hilfe für die Millionen von Flüchtlingen hatte auch nach dem grausamen Völkermord in Ruanda 1994 oberste Priorität. Inzwischen ist Ruanda das Land mit der größten Zahl an Waisen. Mit einem Mentoren-Projekt gibt CARE Österreich diesen Kindern und Jugendlichen eine neue Zukunftsperspektive: Mit psycho-sozialer Betreuung, mit Ausbildungsmöglichkeiten und mit Erwachsenen, die den Waisenkindern als Mentoren zur Seite stehen.

1986 startete CARE Österreich mit vier Projekten, die sich mit der Thematik der Wasserversorgung in Niger und Mali und mit Aufforstung in Bolivien und Haiti beschäftigten. Die erste Katastrophenhilfe wurde nach dem 5. März 1987, als bei einem Erdbeben in Ecuador 7000 Todesopfer zu beklagen waren, von Österreich aus mitgetragen.

Seit damals hat allein CARE Österreich etwa 50 Millionen Menschen nicht nur zu Soforthilfe sondern vor allem auch zu einem Leben in Würde verholfen.

20 Jahre CARE Österreich in Zahlen:

  • Projekte, von 1986 bis 2006: 348
  • in 50 Ländern weltweit
  • Personen, denen die Projekte zu Gute kamen: ca. 50 Millionen
  • Umsatz insgesamt von 1986 bis 2006: 93.832.329,53

Bilder und weitere Dokumente finden Sie zum Download in unserem

Presse-Fotoarchiv.

Für weitere Informationen, Bildmaterial oder Interviews wenden Sie sich bitte an:
Mag. Angelika Rädler, Tel. 0676/40 10 614 oder 01/715 0 715-39
E-Mail:

angelika.raedler@care.at

CARE zählt zu den weltweit größten internationalen Hilfsorganisationen: 14.500 MitarbeiterInnen arbeiten in über 70 Projektländern an der Vision einer Welt ohne Armut. CARE blickt auf 60 Jahre Erfahrung im Bereich der Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit zurück, hat Beraterstatus I bei den Vereinten Nationen und ist politisch und weltanschaulich unabhängig. Der Sitz der internationalen Hilfsorganisation ist Genf. CARE Österreich betreut derzeit 31 Projekte in Afrika, Südamerika, Asien und Südosteuropa.

22. März 2006

Überschwemmungen und Erdrutsche in Bolivien

Humanitäre Katastrophe in BolivienFlut, Hagel und Frost halten Bolivien seit Jänner in Atem und haben die größte humanitäre Katastrophe des Landes seit 60 Jahren ausgelöst. 280.000 Menschen mussten bislang vor den Fluten flüchten, haben ihre gesamte Ernte oder den Viehbestand verloren. Viele von ihnen lebten schon vor der Naturkatastrophe an der Armutsgrenze.

CARE leitet Soforthilfe ein
Kaum vorstellbar: Der Rio Grande im Bezirk Santa Cruz hat sein Flussbett um bis zu 30 km verschoben. Die überschwemmten Gebiete sind etwa 130 km lang und 50 km breit, das Wasser zieht sich nur sehr langsam zurück. 24 Flüchtlingslager sind bereits überfüllt. CARE hilft mit Notunterkünften, Kochutensilien, Hygiene-Paketen, Nahrungsmitteln und Trinkwasser.

Langfristige Hilfe ist entscheidend
Natürlich wird bereits die langfristige CARE-Hilfe geplant: „Durch den Verlust der Ernte und des Viehs sind die Menschen in ihrer Existenz bedroht.“ sagt Barbara Jackson, Leiterin von CARE Bolivien „Viele Menschen werden versuchen, in die Städte abzuwandern, doch die sind bereits überfüllt mit Armen. Es ist entscheidend, rechtzeitig einzugreifen und den Familien den Wiederaufbau ihrer Existenzen in ihren Dörfern zu ermöglichen.“

Das Notlager von San Isidro bekommt eine Schule
Auch im Dorf San Isidro hat CARE Notunterkünfte für 52 Familien errichtet, die vor den Fluten flüchten mussten. Was CARE bereits in den anderen sieben Zeltlagern organisieren konnte, wird auch hier bald Realität. So schnell wie möglich sollen die Kinder wieder in die Schule gehen können. Die DorfbewohnerInnen haben ein Zelt zum „Schulzelt“ gemacht, auch LehrerInnen sind unter den von der Flut Vertriebenen.

Rimberto geht in die Schule
Die Beschäftigung und Ausbildung der Kinder hat für die Familien von San Isidro höchste Priorität. Die Mütter wissen ihre Kinder gut aufgehoben und können sich um frisches Wasser und Nahrung kümmern. Und für Kinder wie den 7jährigen Rimberto ist der gemeinsame Schulbesuch auch eine wichtige psychische Stütze, nachdem sie schon ihr Zuhause verloren haben.

CARE hilft weiter – helfen auch Sie mit Ihrer Spende!

Mit € 12 können wir eine Familie in Bolivien mit dringend benötigten Kochutensilien und Hygieneartikeln versorgen.

15. März 2006

Wollen Sie für ein Glas Wasser kilometerweit zu Fuß gehen?

In den Bergen von Ost TimorElena Orleanis vier Jahre alte Tochter Rosina litt zwei Tage an schwerem Durchfall. In Ost Timor kann das einem Todesurteil gleichkommen. Deshalb brachte Elena sie zu einer erst kürzlich gegründeten mobilen Klinik im Dorfzentrum. “Achten Sie darauf, dass sie viel Wasser und Tee trinkt.€ sagte die Schwester. „Und erinnern Sie die anderen Kinder daran, ihre Hände vor dem Essen zu waschen und zweimal am Tag zu duschen.“

Kein Wasser, keine Toiletten, keine Müllentsorgung
Elena und ihr Mann haben fünf Kinder. Sie leben in Betulala, einem kleinen Dorf in den Bergen von Ost Timor. Noch vor kurzem hatten die BewohnerInnen des Ortes keinen Zugang zu sauberem Wasser, keine Toiletten und keine Möglichkeit ihren Müll zu entsorgen wie 45 Prozent der Bevölkerung von Ost Timor.

Kinder leiden an Durchfall und Ausschlägen
Elena musste mehr als eine Stunde weit gehen, um sauberes Wasser zum Trinken und Waschen zu finden. Der Mangel an sauberem Wasser und die schlechten Hygieneverhältnisse sorgen dafür, dass viele Menschen in Betulala und besonders Kinder, schlecht ernährt sind, an Durchfall-Erkrankungen oder Hautinfektionen leiden.

CARE errichtet einen Brunnen
Im Frühjahr 2004 hat CARE ein Wassersystem und Latrinen gebaut. Dank des CARE-Wasser- und Umweltprojektes wird nun Wasser von einer sechs Kilometer entfernten unterirdischen Quelle ins Dorf geleitet. In einer Besprechung vor Ort haben Frauen und Männer entschieden, wo im Dorf Brunnen gebraucht werden. Zwei Wochen lang haben die Einheimischen gemeinsam mit einem Techniker von CARE die Brunnen errichtet und das Wasser in einen Tank geleitet.

Endlich Wasser: Ein Brunnen für sechs Familien
Mit einem öffentlichen Brunnen in der Nähe ist es nun kein Problem mehr für Elena und ihre Familie sauberes Wasser zu bekommen. Es gibt nun genug Wasser zu trinken, zu kochen, zu waschen und zu duschen. Elenas Familie teilt ihren Brunnen mit fünf Nachbarsfamilien.

Sauberes Wasser & Hygiene reduzieren Krankheiten
Mit der Hilfe der Dorfgemeinschaft hat CARE noch weitere sanitäre Einrichtungen geschaffen und eine Müllhalde abseits des Dorfes errichtet. Die Hygieneverhältnisse im Ort und in den Häusern haben sich seit der Errichtung der Brunnen sehr zum Positiven verändert. Weniger Infektionen, Krankheits- und Todesfälle sind die Folge.

7. März 2006

Das Blatt wendet sich zum Guten

Nhi versorgt ihre Familie im AlleingangIn einer Region voller unglücklicher Lebensgeschichten ist die von Bui Thi Nhi eine der schlimmsten. Wegen einer angeborenen Fußfehlbildung humpelt Nhi und hat starke Schmerzen beim Gehen. Deshalb wurde sie in jungen Jahren mit einem Mann verheiratet, der seit seiner Kindheit blind ist. Seit mehr als 22 Jahren versorgt sie nun im Alleingang ihre Familie, indem sie das 700 Quadratmeter große Reisfeld bewirtschaftet, hier im abgeschiedenen Teil Vietnams, der Provinz Hoa Binh.

Es gibt nie genug zu Essen
Drei bis sechs Monate im Jahr leidet die fünfköpfige Familie Hunger, weil kein Reis da ist. Vor einigen Jahren musste die Familie Schulden machen, um die medizinische Behandlung ihrer neunjährigen Tochter bezahlen zu können, die an einem schweren Magenleiden litt. Die Tochter ist an ihrer Krankheit gestorben, nur die Schulden sind den Eltern geblieben.

Das Blatt wendet sich zum Guten
Jetzt allerdings fängt Nhis Glück an. Vor kurzem hat die Familie ihre winzige Stroh gedeckte Hütte verlassen und ist in ein robustes Haus, das gleich nebenan gebaut wurde, gezogen. Die Hälfte der Baukosten, das heißt etwa € 330 kamen von einem Anti-Armutsprogramm der Regierung. Den Rest mussten sie sich ausleihen, doch machen sie sich dieses Mal keine Sorgen, dass sie hungern werden.

CARE-Hilfe: Nhi verdoppelt die Reisernte
Dieses Jahr hat Nhi durch die Hilfe von CARE gelernt, wie sie ihre Reisernte durch eine neue, hybride Sorte ersetzen kann. Dadurch wird ihr Ertrag auf fast 500 kg pro Saison fast verdoppelt. Sie plant ihre landwirtschaftlichen Fähigkeiten zu verbessern und neue Anbaumethoden für Obst und Korn auszuprobieren. Außerdem nimmt sie an einem CARE-Projekt teil das Frauen hilft, Schweine zu züchten und zu verkaufen.

CARE-Kurs: Landwirtschaft & Frauenrechte
Nhi teilt ihre neu erworbenen landwirtschaftlichen Qualifikationen mit ihren NachbarInnen. Nach der Teilnahme am CARE-Kurs ist sie als Trainerin zuständig für die Ausbildung von sechzehn Frauen in ihrem Dorf Xua Ha. Sie lernen nicht nur Landwirtschaftstechniken, sondern auch rechtliche Grundlagen bei Eigentumsfragen oder Scheidungen. Für die Frauen des Dorfes ist dies eine wichtige Sache: In einem Land, in dem Frauen kaum über eigenen Besitz verfügen oder an Entscheidungsprozessen der Gemeinde teilnehmen, ist das Interesse an den eigenen Rechten groß.

Noch ein weiter Weg für Frauen
„Vieles ist für Frauen mittlerweile anders als zu den Zeiten meiner Mutter. Sie durfte kaum Kontakt zu Außenstehenden haben!“ sagt Nhi. „Dennoch müssen wir noch einen weiten Weg gehen, um eine gute Ausbildung zu bekommen und die Gesellschaft mitgestalten zu können.“

Tochter Hue arbeitet als Tellerwäscherin
Es ist Erntezeit und Nhis 18-jährige Tochter Quach Thi Hue ist zurück nach Hause gekommen, um ihrer Mutter bei der Ernte zu helfen. Nachdem es in der Nähe keine Arbeit gibt, musste sie in eine entfernte Provinz ziehen, wo sie eine Stelle als Tellerwäscherin gefunden hat.

„Ich wünsche mir für meine Töchter so sehr eine bessere Zukunft“
Hues 16-jährige Schwester zog vor einem Jahr in die Hafenstadt Haiphong. Ihrer Familie hat sie erzählt, dass sie als Friseurin arbeitet. „Ich werde es auf Ewigkeiten bereuen, dass ich sie zu Verwandten wegschicken musste und dass sie nie eine Ausbildung erhalten hat“ sagt Nhi. „Ich bin mir nicht sicher, wie sie ihr Geld wirklich verdient. Ich wünsche mir für meine Töchter so sehr eine bessere Zukunft“. Mit den von CARE erworbenen neuen landwirtschaftlichen Techniken und der Schweinezucht will Nhi versuchen, ein wenig Geld zu sparen, in der Hoffnung eines Tages doch noch einem der Mädchen eine Ausbildung bezahlen zu können.

Mit € 40 kann eine Frau wie Bui Thi Nhi ein landwirtschaftliches Training von CARE absolvieren und so Hunger und Armut hinter sich lassen.

Presseaussendung:

CARE zum Internationalen Frauentag: Mehr Einfluss von Frauen heißt weniger Armut

2. März 2006

Hungerkrise: Afrika inmitten einer Katastrophe

Afrika inmitten einer Katastrophe
Diese Krise macht keine Schlagzeilen. Es werden kaum Bilder in den Medien gezeigt. Es sind keine hungrigen Menschenmassen in Flüchtlingscamps zu sehen. Nichtsdestotrotz befindet sich Afrika inmitten einer Hungerkatastrophe. Die Menschen leben am Land, verteilt auf 25 betroffene Länder und immer mehr sterben unbeachtet von der Öffentlichkeit an Hunger. CARE schätzt, dass die Zahl der von der Hungersnot bedrohten Menschen noch in diesem Monat in Somalia auf zwei Millionen, in Kenia auf 3.5 Millionen und in Äthiopien auf 2.6 Millionen steigen werde. Eritrea und Uganda sind ebenso betroffen wie der Sudan, Mali und Niger.

Auf der Suche nach Wasser
Um Wasser für ihre Familien und ihr Vieh zu finden, müssen die Menschen im Durchschnitt 20 bis 50 Kilometer zu Fuß zurücklegen. Das zehrt die bereits ausgemergelten Menschen und Tiere weiter aus. Die natürlichen Wasserreservoirs sind weitgehend ausgetrocknet und versandet. Die Pumpen der Brunnen sind überfordert, sie laufen Tag und Nacht. Überlastung und Ausfall sind die Folge.

Regenzeit kann Hungerkrise kaum mildern
Die nächste Regenperiode wird zwar im März erwartet. Doch kann selbst eine ausgiebige Regenzeit die Lebensmittelknappheit nicht wettmachen. Die Ernte wird weder ausreichen, um alle hungrigen Menschen zu versorgen, noch um genug zur Seite zu legen, um zukünftigen Hungerkrisen entgegenzuwirken. „Eine gute Ernte kann nicht mehrere Jahre schlechter Ernte ausgleichen“ erklärt der zuständige CARE-Leiter für Süd-West Afrika Jean-Michel Vigreux.

CARE sorgt für Trinkwasser
CARE unterstützt in dem besonders stark betroffenen Nordosten Kenias die Einwohner mit Wassertankwagen und Wasserkanistern. Die Tankwagen, die bis zu 8.000 Liter fassen, versorgen 30.000 Menschen mit notwendigem Trinkwasser. In Äthiopien versorgt CARE Schulen und Gesundheitsstationen mit Wasser und verteilt Nahrungs- und Futtermittel.

Langfristiger Plan gegen die „dreifache Bedrohung“
Gleichzeitig arbeitet CARE an langfristigen Entwicklungsprogrammen, die die eigentlichen Ursachen der Katastrophe, bekämpfen. Die Langzeit-Ursachen können am besten als „dreifache Bedrohung“ beschrieben werden: Dürre, HIV/AIDS und die Politik. Mehrere schwache Ernten aufgrund von Dürre, die Schwächung der Menschen (. bei der Feldarbeit) durch die HIV/AIDS-Pandemie., Und letztendlich der mangelnde Einsatz der Regierungen rasch und effizient zu reagieren.

Mit € 20 können wir eine äthiopische Familie im Dürregebiet einen Monat lang mit sauberem Trinkwasser versorgen.