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News

5. Juli 2006

12. Juli 1946: Die ersten CARE-Pakete erreichen Österreich

Am 12. Juli 1946 passierte ein Zug, aus Antwerpen kommend, die Grenze zwischen Österreich und der Schweiz bei Buchs: Der Zug war mit 3.200 CARE-Paketen beladen: Bestimmungsort Wien.

3. Juli 2006

Bulgarien: „Opfer nicht zu Verbrecherinnen machen“

Bulgarien ist Haupt-Transitland für Menschenhandel
Die Opfer sind in den meisten Fällen Frauen: Sie hoffen auf ein besseres Leben, einen besseren Job, neue Perspektiven – und enden in Ausbeutung, Prostitution und Kriminalität. Seit 2003 betreut CARE in Bulgarien ein Aufklärungsprogramm zur Prävention von Frauenhandel. Den meisten Menschen ist die Gefahr nämlich gar nicht bewusst, sagt CARE-Trafficking-Expertin Dobriana Petkova im dieStandard.at-Interview.

dieStandard.at: Welche Menschen sind am meisten gefährdet, in die Fänge von Menschenhändlern zu geraten?
Dobriana Petkova: Das Problem hat sich in den letzten Jahren leider auf verschiedenste Gruppen ausgeweitet: Die meisten Opfer sind Frauen, die dann in anderen Ländern sexuell ausgebeutet werden, aber auch immer mehr Kinder – manche werden sogar von den eigenen Eltern für ein paar hundert Euro an die Händler verkauft.

dieStandard.at: Wie kommen die Menschen in Kontakt mit den Händlern?
Dobriana Petkova: Eine Video-Künstlerin hat im Rahmen unseres Projekts einen Versuch gewagt und als versteckte „Händlerin“ eine Anzeige aufgegeben: „Junge, gut aussehende Absolventinnen der Kunstgeschichte für deutsche Galerie in Griechenland gesucht“. Innerhalb kürzester Zeit hatte sie 30 Antworten von jungen Frauen mit Uni-Diplom. Sie hat alle zu einem Interview eingeladen, sie gefragt, ob sie schon übermorgen abreisen könnten und ähnliches. Keine der Frauen hat die Seriosität des Angebots angezweifelt – am Ende hat sich die Künstlerin zu erkennen gegeben, sie gefragt, ob sie schon von Menschenhandel gehört hätten und ihnen erklärt, in welche Gefahr sie sich im Ernstfall begeben hätten.

dieStandard.at: Was können Sie im Rahmen des Projekts tun, um mehr Bewusstsein für die Gefahren von Menschenhandel zu schaffen?
Dobriana Petkova: Das Wichtigste ist Information – sie ist das beste Mittel, um dieser modernen Form der Sklaverei wirkungsvoll entgegenzutreten. Gemeinsam mit lokalen Initiativen organisieren wir deshalb landesweite Ausstellungen, produzieren Aufklärungsbroschüren sowie Film- und Fernsehspots, halten Vorträge in Schulen und Jugendzentren, um auf die potenziellen Gefahren hinzuweisen. Dabei versuchen wir, spezifisch auf die verschiedenen Zielgruppen einzugehen.

dieStandard.at: Wenn Frauen verschleppt wurden und wieder nach Hause zurückfinden – was erwartet sie dort? Wer nimmt sich ihrer an?
Dobriana Petkova: Nur allzu oft werden sie als Verbrecherinnen und nicht als Opfer gesehen – das muss sich ändern. Meist kommen sie als Deportierte ins Land zurück, weil sie in einem anderen Land von der Polizei ohne Papiere aufgegriffen und zurückgeschickt worden sind.

dieStandard.at: Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den anderen Initiativen und NGOs im Land, die sich um das Thema annehmen?
Dobriana Petkova: Leider sehr schlecht: Die Regierung übernimmt viel zu wenig Verantwortung: Es gibt zwar zum Beispiel Gesetze, den Menschenhandel betreffend, aber sie wurden in der Praxis nicht implementiert, sind also nutzlos. Die nationale Anti-Trafficking-Kommission ist zur Zeit zum Beispiel gar nicht besetzt, weil es kein Personal gibt. Und es bräuchte dringend länderübergreifende Präventionsprogramme, denn auch die „Empfängerländer“ müssen sich dem Thema Menschenhandel stellen.

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gesamte Interview auf dieStandard.at.

27. Juni 2006

Westjordanland: Zukunft für Nurah

Durch die mobilen Kliniken von CARE wurde bei der kleinen Nurah ein Herzfehler diagnostiziert. Im Westjordanland leben 70% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze und haben kaum Zugang zu medizinischer Betreuung

 

Niemand ahnte etwas von Nurahs Herzfehler
Ihr Mama ist mächtig stolz auf Nurah: Mit ihren kaum sieben Monaten klappt das mit dem Sitzen schon ganz gut. Wenn die Mami lacht, dann lacht Nurah herzhaft zurück – für Nurah keine Selbstverständlichkeit. Denn Nurah ist mit einem Herzfehler zur Welt gekommen, von dem lange niemand etwas ahnte.

CARE eröffnet mobile Klinik
Vor einigen Monaten suchte ihre Mutter die mobile Klinik auf, die einmal in der Woche im kleinen Heimatdorf von Nurah in der Nähe von Hebron ihre Pforten öffnet. Erst wenige Wochen davor hatten die etwa 400 BewohnerInnen durch diese Einrichtung von CARE wieder einen regelmäßigen Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung erhalten.

Katastrophale Situation für die Bevölkerung
Die Situation im Westjordanland und im Gazastreifen hat sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Über 70% der EinwohnerInnen leben mittlerweile nach UN-Angaben unter der Armutsgrenze, etwa 30% davon müssen mit weniger als 1 Dollar am Tag auskommen. Nur durch Nothilfe-Programme wie das CARE-Projekt, das von ECHO, der Abteilung für Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission, finanziert wird, haben auch die Menschen in den entlegeneren Dörfern Zugang zu medizinischer Betreuung.

Nurah hat Fieber
Nurah hatte starken Schnupfen und Fieber als ihre Mutter den Arzt in der mobilen CARE-Klink aufsuchte: Immer am Mittwoch macht er mit seinen HelferInnen im Dorf Station. In einem Nebenraum der Schule, den die Dorfgemeinschaft dafür zur Verfügung gestellt hat, schlägt die „Ordination“ ihre Zelte auf. Selbst ein Ultraschallgerät steht dabei zur Verfügung.

Gründliche Untersuchung stellt Herzfehler fest
Alles deutete bei Nurah auf eine Grippe hin. Der Arzt untersuchte sie gründlich und stellte ein weitaus größeres medizinisches Problem fest: Das kleine Mädchen ist mit einem Herzfehler – im Fachjargon VSD genannt – zur Welt gekommen.

Mobile Klinik rettet Nurahs Leben
Seither wird Nurah regelmäßig untersucht und vor allem: Wenn sie ein Jahr alt ist, kann sie im Spital operiert werden. Damit steht der Zukunft von Nurah zumindest gesundheitlich hoffentlich nichts mehr im Wege.

 

 

 

 

 

 

 

26. Juni 2006

Indonesien: In weniger als einer Minute starb die Hoffnung

Neuerliche Gefahr: der Vulkan MerapiBeängstigend schön erscheint dem Betrachter die Szene bei Nacht: Flammen und rot glühende Lava erhellen den schwarzen Himmel am Horizont. Doch hinter dem Anblick droht die Gefahr: Der Vulkan Merapi stößt seit knapp einem Monat giftige Gase aus. Doch diese Bedrohung ist gering angesichts derer, mit der die Menschen am Fuße des Vulkans derzeit kämpfen: Die Ausbreitung von Krankheiten, hervorgerufen durch die Zerstörung sanitärer Anlagen durch das Erdbeben vom 27. Mai.

Verwüstung wie beim Tsunami
Ich arbeite für CARE in Aceh – die Region, welche durch den Tsunami im Dezember 2004 am stärksten betroffen war. Ich hätte nie gedacht, dass ich solch eine Verwüstung jemals wieder erleben würde. Doch hier in Yogyakarta ist die Situation nach dem Erdbeben im Mai ähnlich tragisch. Ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleich gemacht. Andere EinwohnerInnen mussten zusehen, wie sich die Zukunft und die Hoffnungen ihrer Kinder innerhalb von 57 Sekunden in Nichts auflösten.

1,5 Millionen Menschen schlafen auf der Straße
Nicht weniger als 1,5 Millionen Menschen wurden obdachlos. Täglich sehe ich, wie Familien mit ihren Kindern und Babys auf der Straße nahe ihrer zerstörten Häuser übernachten. Dennoch sind die Menschen hier bewundernswert – ihre Selbstlosigkeit ist beeindruckend. NachbarInnen, Fremde, Geschäftsleute und Familienangehörige sind aus allen Teilen des Landes herbeigeeilt, um der betroffenen Bevölkerung ihre Hilfe anzubieten.

Menschen aus Aceh spenden für Yogyakarta!
Ich war sehr gerührt als ich hörte, dass Menschen in Aceh – Menschen, die im Zuge des Tsunami alles verloren hatten – eine Spendenaktion ins Leben gerufen hatten, um den Überlebenden des Erdbebens beizustehen!

Mehr finanzielle Hilfe ist dringend erforderlich
Ich habe gesehen, wie ein Mädchen an Durchfall starb. Ihr kleiner Körper war so schwach und zerbrechlich, dass sie nicht einmal mehr schreien konnte, bevor sie starb. So etwas darf nicht passieren. Durchfall kann verhindert werden. Hilfsorganisationen und staatliche Gesundheitsdienste versuchen, so gut es geht zu helfen. Aber die finanziellen Unterstützungen sind hier einfach nicht so hoch, wie bei anderen Katastrophen in der Vergangenheit.

Bitte helfen auch Sie!
Knapp ein Monat ist seit dem Erdbeben vergangen. Allgegenwärtig ist noch immer die Angst vor dem Ausbruch von Krankheiten. Weitere Finanzmittel sind dringend nötig. Nur so sind der Wiederaufbau sanitärer Einrichtungen sowie eine Säuberung verseuchter Brunnenanlagen möglich.

14. Juni 2006

„Alles, woran ich denken konnte, waren meine Kinder“

„Der Boden bewegte sich so stark“
Auf den Knien versuchte sie vorwärts zu kriechen, während Dachziegel und Mauerteile um sie herum auf den Boden krachten. Verzweifelt versuchte Ibu Daroyah aufzustehen, doch die Erde unter ihr schwankte und bewegte sich. Gehen war unmöglich, das Erdbeben war zu stark. „Alles, woran ich denken konnte, waren meine Kinder“ sagt sie. „Aber ich kam nicht voran, der Boden bewegte sich so stark. Ich fiel ständig hin.“

Das Haus: Eine Wand in einem Haufen Schutt
Daroyah folgte dem panischen Geschrei ihrer Kinder nach Hause, die draußen gespielt hatten. „Ich zählte sie – eins, zwei, drei – alle sicher. Gott sei Dank, alle waren in Sicherheit“, erzählt sie, während sie ihr Baby in den Armen wiegt. Doch dann sieht sie nach oben, wo das Haus hätte sein sollen – aber alles was übrig war, war eine einzige zerbröckelte Wand, die auf einem Haufen Schutt stand. Sie schaute die Straße hinunter und sah ein Haus nach dem anderen, alle zerstört. In weniger als einer Minute war ihr ganzes Dorf vernichtet worden.

Es gibt nichts mehr zu teilen
Die Menschen aus Java haben eine lange Tradition, um gemeinsam mit Krisen fertig zu werden und sich gegenseitig zu helfen. Immer, wenn jemand Hilfe braucht, gibt es einen Nachbarn, der mit Essen, Trost oder einer Wohngelegenheit aushilft. Aber jetzt hat niemand mehr etwas zu teilen. Jeder hat alles verloren. In manchen Dörfern, in denen CARE Hilfsgüter verteilt, wurden neun von zehn Häusern zerstört.

Zwei Tage in Schutt und Regen
Als der Schock vorüber war, fing der Regen an. Mehr als zwei Tage lang mussten die Überlebenden einen heftigen tropischen Regen aushalten. Sie hatten keine Unterkunft, keine Hoffnung und kein Heim. In der Nacht, sagt Daroyah, konnte sie die Kinder in der Dunkelheit weinen hören, als der Regen auf die ungeschützten Familien herunter hämmerte.

CARE bringt Decken und Planen
Als einige Tage nach dem Erdbeben der erste CARE-Lastwagen in Daroyahs Dorf kam, konnte sie es fast nicht glauben. „Das hilft uns so sehr“, sagte sie, als sie ihre neuen Decken und großen blauen Planen neben ihrem zerstörten Haus am Boden ausbreitet. „Wir konnten nichts aus unserem Haus retten, und es wird kalt in der Nacht. Mein Baby schreit und zittert und ich hatte nichts, um es warm zu halten. Mein Mann verwendet die Plane, um einen Unterstand zu bauen. Er wird uns trocken halten, wenn es regnet. Und wir können beginnen, das Haus wieder aufzubauen.“

CARE hilft seit mehr als 40 Jahren in Indonesien
CARE, mit mehr als 40 Jahren Erfahrung in Indonesien, schickte sofort nach dem verheerenden Erdbeben Hilfsgüter wie Planen, Decken, Zelte und sauberes Wasser zu den Überlebenden. CARE verteilt dringend benötigte Güter zur Wasserreinigung für sauberes Wasser für 40.000 Familien in Klaten, einer der am stärksten betroffenen Region.

CARE schützt vor ansteckenden Krankheiten
Sauberes Wasser ist eines der wichtigsten Grundbedürfnisse nach einer Katastrophe. Ansteckende Krankheiten wie Durchfall oder Hepatitis können unglaublich schnell übertragen werden, wenn die Menschen ohne ausreichende Hygiene-Einrichtungen leben müssen. Durchfall kann ein Kind innerhalb von wenigen Tagen töten, wenn es nicht sofort behandelt wird.

„Ich will alles tun, um meine Kinder zu schützen.“
„Du kannst sehen, wo wir jetzt leben“ sagt Daroyah, während sie auf das überfüllte Zelt zeigt, das neben einem Haufen Schutt und offenen Pfützen voll mit schmutzigem Wasser steht. „Ich möchte nicht, dass meine Kinder krank werden, ich will alles tun, um meine Kinder zu schützen.“

Bitte helfen Sie jetzt!
Die Menschen in Yogyakarta brauchen dringend medizinische Versorgung, Decken, sauberes Wasser und Hygiene-Pakete.

Spendenkonto: PSK 1.236.000, BLZ 60.000, KW „Erdbeben Indonesien“

7. Juni 2006

„Wie wenn er schlafen würde“

Den schmalen Körper fanden sie kurz nach sieben in der Früh. Vier Stunden später starb er. Seine Mutter, Endang, sagt unter Tränen: „Er sah aus, wie wenn er schlafen würde. Einfach nur schlafen…“

Ilhan war erst 8 Jahre alt
Die NachbarInnen schütteln traurig den Kopf und erzählen, dass Ilhan erst 8 Jahre alt war, in der zweiten Klasse Volksschule. Er spielte mit Freunden im Freien als das Erdbeben passierte. Seine Mutter war zu Hause, räumte gerade den Frühstückstisch ab.

Die Häuser stehen sehr eng nebeneinander
Eigentlich gibt es bei einem Erdbeben keinen besseren Ort, als im Freien zu sein. Doch in Klaten, einem Bezirk mit fruchtbaren Reisfeldern und engen, holprigen Straßen, sind die Häuser quasi aufeinander gebaut, kaum Abstand für die schmalen Wege zwischen ihnen.

„Ich habe ihn nach Hause getragen“
Ilhan wurde 30 Minuten nach dem katastrophalen Beben gefunden, sein klägliches Weinen kaum noch hörbar. Seine Mutter und sein Vater schaufelten verzweifelt mit bloßen Händen den Schutt zur Seite. „Ich habe ihn hochgehoben und nach Hause getragen.“ erzählt sein Vater traurig. Am nächsten Tag wurde er begraben.

600.000 Menschen obdachlos
600.000 Menschen verloren durch das Erdbeben bei Yogyakarta ihr Zuhause. In vielen Dörfern sind fast alle Häuser, Schulen und öffentliche Gebäude völlig zerstört. Noch immer schlafen die Menschen auch neben scheinbar intakten Häusern auf der Straße. Die Angst vor einem erneuten Beben ist zu groß.

CARE hilft rund um die Uhr
CARE arbeitet rund um die Uhr um die Überlebenden mit Nahrungsmittel, sauberem Wasser und Hilfsgütern zu versorgen. 50.000 Menschen bekommen Flaschen zur Trinkwasseraufbereitung. Damit hilft CARE, eine zweite Todeswelle durch verseuchtes Trinkwasser zu verhindern.

CARE schickt Decken, Zelte, Hygiene-Artikel
Nothilfe-Lieferungen mit Decken, Zelten und Hygieneartikel werden von allen CARE-Lagerhäusern in Indonesien in die Katastrophenregion gebracht, um 20.000 Menschen zu unterstützen. Auch Ilhans Familie.

„Wir müssen den Menschen helfen“
„Wir müssen zusammenhelfen und den Menschen, die überlebt haben, helfen.“ sagt Ilhans Vater, Rejo, der auf dem Trümmerhaufen sitzt, unter dem sein Sohn starb. „Wir müssen diesen Schutt wegbringen. Wir werden uns immer erinnern, immer an ihn erinnern.“
 

Bitte helfen Sie jetzt!
Die Menschen in Yogyakarta brauchen dringend medizinische Versorgung, Decken, sauberes Wasser und Hygiene-Pakete.
 

Spendenkonto: PSK 1.236.000, BLZ 60.000, KW „Erdbeben Indonesien“

1. Juni 2006

CARE-Katastrophenhilfe in Indonesien

Effizient und rasch Hilfe leisten: Auch in entlegenen Gebieten
„Ganz besonders wichtig ist die Koordination der Hilfsorganisationen untereinander“, betont der Geschäftsführer von CARE Deutschland, der bereits im Katastrophengebiet eingetroffen ist und weitere Maßnahmen vorbereitet. „Das ist eine der Lehren aus dem Tsunami.“ Nach dem Beben auf Java haben sich die NGOs nun genau darauf verständigt, effizient und in allen betroffenen Gebieten möglichst rasch Hilfe zu leisten.

„Sauberes Wasser ist entscheidend“
„Sauberes Wasser ist jetzt entscheidend. Die Gefahr von Seuchen ist noch nicht gebannt.“ CARE hat bereits 12.000 Familien mit sogenannten „Safe-Water-Solutions“ zur Wasserreinigung versorgt. Damit verfügen sie einen Monat lang über sauberes Trinkwasser. Weitere 10.000 Familien werden nun gemeinsam mit der lokalen NGO Dian Desa versorgt. Hauptzielgebiet der CARE-Hilfe ist die schwer zugängliche ländliche Region um Klaten, die vom Erdbeben besonders stark betroffen ist.

Nothilfe und Stärkung des lokalen Marktes
Aufbauend auf den Erfahrungen nach dem Tsunami startet CARE für die Betroffenen auch ein Programm zur Versorgung mit dringend notwendigen Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Kochutensilien: Um den lokalen Markt zu stärken, verteilt CARE Einkaufsgutscheine für HändlerInnen vor Ort. „Zum einen können sich die Überlebenden damit genau das besorgen, was sie brauchen, zum anderen wird die ebenfalls geschädigte örtliche Wirtschaft gefördert,“ erklärt die Geschäftsführerin von CARE Österreich, den Vorteil dieses Hilfsprogrammes.

Bitte helfen Sie jetzt!
Die Menschen in Yogyakarta brauchen dringend medizinische Versorgung, Decken, sauberes Wasser und Hygiene-Pakete.

CARE seit 1967 in Indonesien
CARE ist eine der größten internationalen Hilfsorganisationen und führt Projekte in Indonesien bereits seit 1967 durch. CARE Indonesien arbeitet gemeinsam mit der Bevölkerung an der Eingrenzung von Katastrophen-Risiken, Katastrophen-Hilfe, Umweltschutz und Management der natürlichen Ressourcen, an Gesundheitsprojekten, Sicherung des Lebensunterhalts, Wasser und Sanitärversorgung.

Spendenkonto: PSK 1.236.000, BLZ 60.000, KW „Erdbeben Indonesien“

31. Mai 2006

„In der Dunkelheit hörte ich Menschen atmen“

Das einzige, woran ich denken konnte…Meine Familie war das einzige, an das ich denken konnte, als ich zwölf Stunden lang durch den Regen in Richtung Kotagede fuhr. Es war Sonntag Abend nach dem Erdbeben und die Finsternis machte mir Angst. Ich arbeite für das CARE- Katastrophenhilfe Team in der Hauptstadt Jakarta. Das Dorf meiner Familie liegt aber in dem vom Erdbeben am meisten betroffenen Gebiet, in der Nähe von Yogyakarta.

Es war viel zu ruhig im Dorf
Es war spät, aber ich konnte den Fahrer überzeugen, mich in das Dorf meines Schwagers zu bringen. Kotagede ist eine historische Stadt in Java mit vielen Friedhöfen. Wir wussten, dass die Zahl der Erdbebenopfer im Steigen war und zu dieser Abendzeit war es viel zu ruhig hier.

Zuerst dachte ich, es sind Leichen
Als wir in die erste Straße einbogen, sahen wir etwas vor uns auf der Straße. Menschen. Körper. Zuerst dachte ich, es sind Leichen, aber es waren Menschen, die auf den Straßen schliefen. Jeder hatte Angst, im Haus zu schlafen. Jedes Zittern der Erde, jedes Nachbeben ließ Trümmer auf den Boden fallen und machte die Ziegel brüchiger. Nachdem sie das Hauptbeben miterlebt hatten, war die Angst, dass die Häuser einstürzen könnten, einfach viel zu groß.

In der Dunkelheit hörte ich Menschen atmen
Auf Grund des ganzen Schutts konnten wir mit dem Auto nicht mehr weiter fahren, und wir gingen zu Fuß zum Haus meiner Familie weiter. Das Beben hatte die Stromversorung lahm gelegt, es war also stockfinster. Noch dazu hatte ich in der Eile meine Taschenlampe vergessen, ich konnte also rein gar nichts sehen. In der Dunkelheit hörte ich Menschen atmen. Mein Fahrer hatte zu viel Angst, ich tastete mich also alleine durch die Dunkelheit, vorbei an den schlafenden Körpern.

Ich musste einfach kommen!
Meine zwei Töchter hatten mich angefleht, nicht hierher zu kommen, da es außerhalb von Yogyakarta einen Vulkan gibt, der laut Wissenschaftern jederzeit ausbrechen kann. Und es gibt noch immer Nachbeben in diesem Gebiet. Wie schon im Vorjahr bei der Tsunami-Katastrophe musste ich aber einfach kommen. Es ist meine Pflicht zu helfen.

Im Nachbarhaus sind 7 Menschen gestorben
Meine Familie war in Sicherheit, aber unser Dorf ist zerstört. Die EinwohnerInnen brauchen dringend Essen, Wasser und Schutz. In Klaten, dem Dorf meines Vaters, sind sieben Menschen gestorben. Gleich nebenan im Nachbarhaus, aus dem sie nicht rechtzeitig flüchten konnten. Ihre Verwandten konnten die Leichen für ein angemessenes Begräbnis bergen. Nicht so wie beim Tsunami, wo die Körper einfach weggeschwemmt wurden und Überlebende sie nicht mehr finden konnten.

Hier ist es einfach, die Toten zu identifizieren.

Bitte helfen Sie jetzt!
Die Menschen in Yogyakarta brauchen dringend medizinische Versorgung, Decken, sauberes Wasser und Hygiene-Pakete.

Spendenkonto: PSK 1.236.000, BLZ 60.000, KW „Erdbeben Indonesien“