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News

4. November 2005

Gemeinsam stark: CARE und der WWF ziehen an einem Strang

Armut macht Zukunftsplanung unmöglich
Arme Menschen nutzen jede Ressource, die sie finden können, und zwar mangels Alternativen so viel davon, wie sie eben brauchen, um ihr Leben bestreiten zu können. Dass dieses Zuviel auf Kosten ihrer eigenen Zukunft geht, wissen sie nicht, denn dazu fehlt es oft an Bildung. Es fehlt aber auch an Motivation, denn oft gehört den Menschen das Land, auf dem sie leben, gar nicht. Wozu also in die Zukunft denken?

CARE und die Naturschutzorganisation WWF
Anlässlich des Umwelt-Weltgipfels in Johannesburg 2002 haben sich zwei weltweit anerkannte Organisationen zusammengeschlossen, um dieses Problem gemeinsam zu lösen: CARE und die Naturschutzorganisation WWF.

Landrechte klären
Sie verfolgen seitdem zwei Forderungen. Erstens: den Zugang der Armen zu natürlichen Ressourcen sichern und verbessern. Das bedeutet vor allem, Landrechte zu klären. Denn Menschen sind viel eher bereit, Verantwortung zu übernehmen, wenn es um Eigenes geht.

Motivation zur Sicherung der natürlichen Resourcen
Zweitens: jene Menschen fair entschädigen, die natürliche Ressourcen bewahren. Etwa wenn die Bewohner eines Hochlands Anstrengungen auf sich nehmen, um der Talbevölkerung sauberes Trinkwasser (erantwortungsvollen Umgang mit Wasserquellen) und Muren- oder Lawinenschutz (eine Bäume gerodet, werden) zu sichern.

4. November 2005

Äthiopien: Das 1×1 des Naturschutzes

Wissen über Erosion schon in der Schule
Was Bodenerosion ist, weiß Meles längst. Schließlich hat er in der Schule aufgepasst, als die Lehrerin erklärte, dass Bäume den Boden vor Regen und Wind schützen. Und dass die trockene Erde, wenn es keine Bäume gibt, einfach weggeschwemmt oder verblasen wird. Meles hat die Auswirkungen von Bodenerosion aber auch schon oft gesehen. Immer wenn er für den Vater das Vieh hütet, findet er neue Erdgräben und Risse in den Wiesen.

Überlebenskampf kommt vor Vorsorge
Auch die Erwachsenen in Meles‘ Heimatort Debre Tabor kennen Erosion, die meisten von ihnen sind Bauern. Sie erleben, dass die Ernteerträge immer magerer werden, so wie die Rinder, die auf den Wiesen immer weniger Futter finden. Sie wissen, dass Bäume oder Dämme den Lauf des Wassers an den Berghängen abbremsen würden und dass damit Erosion zu vermeiden wäre. Theoretisch wissen sie das.

Dürre und Hunger
Praktisch waren andere Dinge dringender. Debre Tabor liegt in Süd-Gondar, einer besonders Hunger gefährdeten Region in Äthiopien. Regelmäßige, manchmal jahrelange Dürreperioden führen immer wieder zu Ernteverlusten und zu einem rapiden Rückgang des Viehbestandes – oft die wichtigste Wertanlage einer Familie. In Farta, einem der neun Bezirke in der Region Süd-Gondar, benötigten nach der letzten Dürrekatastrophe im Jahr 2000 etwa 100.000 Menschen Lebensmittelhilfe, das ist fast die Hälfte aller EinwohnerInnen. 23 Prozent der Bevölkerung litt an Unterernährung, 65 Prozent der Kinder waren akut oder chronisch unterernährt.

Teufelskreis führt in die Abhängigkeit
Und der Hunger blieb, selbst als sich die Natur zu erholen begann. Denn die Rinder waren verkauft oder geschlachtet worden. Damit fehlten die Zugtiere für den Pflug und anstatt das Saatgut auf den Feldern auszusäen, hatten sich die Menschen davon ernährt. Als endlich der Regen kam, gab es kein Saatgut mehr, das man aussäen hätte können. Die Abhängigkeit von der Lebensmittelhilfe wurde immer größer.

Straßen, Lager und Dämme
CARE betreibt seit 2002 ein Projekt im Bezirk Farta. Und nein: Lebensmittel werden dabei keine verteilt. Zumindest nicht einfach so. „Die Dürre ist keine Katastrophe“, sagt Andreas Zahner, der das Projekt bei CARE Österreich betreut, „zur Katastrophe wird sie erst, wenn der Mensch nicht damit umgehen kann.“ Und er sagt auch: „Die nächste Dürre kommt bestimmt. Die Frage ist: Wie kann die Bevölkerung sie besser überstehen, ohne hungrig zu sein und ohne dass die Umwelt leidet?“

CARE hilft weiter: Straßen und Lagerhäuser
Die Antwort auf diese Frage ist zunächst einmal logistischer Natur. Man hat Straßen gebaut, um im Fall der Fälle Hilfslieferungen auch in entlegene Dörfer transportieren zu können. Und Lagerhäuser, um die angelieferte Nahrung speichern zu können. Oder um Vorräte anlegen zu können, wenn die Erträge gut sind und die Rinder satt.

Dämme, Kanäle und Wasserreservoirs
Die Antwort ist in zweiter Linie ökologischer Natur. Man baut Dämme, Kanäle und Wasserreservoirs. Um die Erosion aufzuhalten und die Böden weniger anfällig für Extremdürre zu machen. Wo die Straßen, Lagerhäuser, Bewässerungssysteme und Dämme errichtet werden, haben die BewohnerInnen selbst entschieden. Auch an den Bauarbeiten sind nur ÄthiopierInnen beteiligt. Bezahlt werden die ArbeiterInnen Tag für Tag mit Lebensmitteln.

Training über nachhaltige Anbaumethoden
So wie Meles‘ großer Bruder Jateni, der damit wesentlich dazu beiträgt, dass alle in der Familie satt werden. Nebenbei absolviert er, gemeinsam mit dem Vater, auch noch ein Training über nachhaltige Anbaumethoden. Die Tage, an denen die beiden ihren Kurs besuchen, sind übrigens Meles‘ Lieblingstage. Denn das CARE-Büro liegt gleich neben seiner Schule, und während Meles das kleine Einmaleins büffelt, studieren sein großer Bruder und sein Vater im Nachbarhaus das Einmaleins der ökologischen Landwirtschaft.

4. November 2005

CARE Österreich präsentiert neue Fachpublikation zur Suchtprävention in Osteuropa

In Kürze wird die neue wissenschaftliche Fachpublikation „Empowering NGO’s in Drug Demand Reduction“, herausgegeben von Silvia Franke und Matej Sande, in Wien präsentiert. Sie bildet den Abschluss eines Gemeinschaftsprojektes von CARE Österreich, CARE Bulgarien und dem Verein österreichischer Drogenfachleute zum Thema Suchtprävention in Osteuropa. Fachartikel von 15 AutorInnen aus zehn verschiedenen Organisationen in sechs europäischen Ländern wurden dafür zusammengestellt.

Drogenproblematik in Osteuropa
Laut UNO nähert sich die Drogen-Verbreitung in Osteuropa rasant dem westeuropäischen Niveau an, obwohl sie noch in den 1990er-Jahren weit hinter Westeuropa lag. Neuere Präventionsansätze wurden bislang in osteuropäischen Ländern kaum praktiziert. Eine Kooperation zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen ist keine Selbstverständlichkeit, hat sich aber (sterreichischer Erfahrung) gerade im Bereich der Sucht- und Präventionsarbeit als unumgänglich herausgestellt.<,br />
Das CARE-Projekt
Ziel des CARE-Projektes war es daher, die fachliche Kompetenz der Organisationen in vier osteuropäischen Ländern – Bulgarien, Ungarn, Rumänien und Slowenien – zu stärken, um lokale Maßnahmen zu primärer Suchtprävention und Frühintervention besser und effizienter managen zu können. Großer Wert wurde darauf gelegt, dass EU-ExpertInnen direkt mit osteuropäischen ExpertInnen arbeiten, die den lokalen Kontext in ihren Gemeinden bestens kennen. Diese 160 Personen wurden in internationalen „Train the Trainer“-Seminaren dazu befähigt, selbst nationale Trainings durchzuführen. Das Projekt wurde von der Europäischen Kommission gemeinsam mit der ÖNB, dem Land Oberösterreich und CARE finanziert.

Neues Buch gibt gesammeltes Fachwissen weiter
Ziel der aus dem Projekt heraus entstandenen aktuellen (Publikation ist es nicht nur, die Nachhaltigkeit und Sichtbarkeit der Seminarinhalte und Projekterfahrungen, zu gewährleisten, sondern auch einen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs im Bereich Suchtprävention zu leisten. Dadurch werden auch andere Organisationen ermutigt, an internationalen Trainingsprojekten teilzunehmen.

Kompetente HerausgeberInnen
Silvia Franke, die für Österreich als National Team Leader das Projekt begleitete, ist Suchtexpertin, Fortbildungsbeauftragte und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Österreichischen Vereins für Drogenfachleute. Von 1994 bis 2001 war sie Leiterin des Instituts für Suchtprävention der Stadt Wien, heute arbeitet sie als Psychotherapeutin und Trainerin. Matej Sande, Sozialpädagoge und Assistent an der Fakultät für Erziehung, Abteilung für Sozialpädagogik in Ljubljana (nahm ebenfalls als National Team Leader an dem Projekt teil. Er ist Präsident, der slowenischen Partnerorganisation DrogArt, die mit schadensminimierendem Ansatz speziell im Bereich von Partydrogen aktiv ist.

 

4. November 2005

Niger: Der Preis einer frühen Mutterschaft

Er befindet sich im Krankenhaus von Niamey in Niger, versteckt zwischen überfüllten, nach Urin stinkenden, Zimmern wo es vor Fliegen nur so wimmelt. Diese Frauen, an die 50, im Alter von 15 bis 37, wohnen hier und teilen alle ein gemeinsames Leid.

Grauenvolle Schwangerschaften
Jede von Ihnen hat eine grauenvolle Schwangerschaft erlitten, die ihre inneren Organe zerrissen hat und meistens mit einer Totgeburt endete. Viele von ihnen können nie wieder Kinder bekommen und wurden von ihren Männern verlassen. Manche sind gelähmt. Die meisten haben schon mehrere Operationen hinter sich. Alle leiden unter Fisteln.

Schlechte medizinische Versorgung
In Ländern wie Niger, wo es üblich ist, dass Frauen in einem jungen Alter heiraten und Kinder gebären, gibt es eine hohe Anzahl von Fistelvorfällen. Fisteln entstehen, wenn eine Frau eine komplizierte Schwangerschaft erfährt, verbunden mit einer ineffizienten medizinischen Versorgung oder Unterentwicklung. Das Reißen der Wände von Vagina, Blase und After verursacht eine Vermischung von austretenden Flüssigkeiten und führt so zu Entzündungen und manchmal zum Tod.

Ai Boubacur, eine Bewohnerin des Krankenhauses, wurde mit 11 Jahren verheiratet. Der Ehemann wurde von ihrer älteren Schwester, die sie aufgezogen hatte, gewählt. Mit 12 Jahren war Boubacur schwanger. Die Wehen dauerten vier Tage an. Eine Geburtshelferin rammte ihre Hand in Boubacurs Geburtskanal und zerriss so ihr Innengewebe. Als Boubacur beim Krankenhaus einlangte, war sie von dem unglaublichen Schmerz gelähmt. Als Ihr kleiner Bub mittels Kaiserschnitt zur Welt gebracht wurde, war er schon tot.

Heute ist Boubacur 15 und hat schon zwei Operationen hinter sich, bei denen ihre Sexualorgane entfernt wurden. Ihre größte Sorge ist, dass sie nie wieder Kinder bekommen kann. Die Ärzte meinen, dass sie nichts mehr für sie tun können. Ihr Mann hat sie noch nie besucht.

Zeinabou Seyni hebt ihr Tuch und zeigt die Narben ihres frischen Kaiserschnittes, der jedoch für sie zu spät kam. Ihr Baby wurde tot geboren und sie verbleibt von der Hüfte abwärts gelähmt. Zeinabou, die glaubt, sie sei 22 oder 23 Jahre alt, hat vier Kinder. Als ihre Mutter ihr hilft, ihre Beine zu bewegen schreit sie vor Schmerzen auf.

Schlechte hygienische Bedingungen
Mehr als 60% der Entbindungen werden im eigenen Heim unter schlechten hygienischen Bedingungen durchgeführt. Bei manchen Frauen dauern die Wehen bis zu fünf Tage an. Die Kombination aus begrenzter medizinischer Versorgung, frühen Schwangerschaften und einer mangelnden Gesundheitsvorsorge führt dazu, dass Niger die höchste Müttersterblichkeitsrate der Welt aufweist.

Frauen werden verstoßen
Frauen die Fisteln hatten und daher keine Kinder mehr bekommen können, werden oft von ihren Ehemännern verstoßen und von anderen in der Gesellschaft gemieden. Ihr Zustand wird als ein schweres Schandmal gesehen, und ihre Familien betrachten sie als eine ungewollte Last. „Keiner will sich um sie kümmern“, sagt die CARE-Helferin Adama Oumarou, die sich für die Frauen im Krankenhaus von Niamey einsetzt.

CARE-Hilfe für Mädchen und Frauen in Niger
CARE und lokale Organisationen arbeiten, um diesen Frauen zu helfen und um neue Fälle zu verhindern. CARE errichtet eine Pension in Niamey, in der Frauen nach Problemschwangerschaften wohnen können, während sie Beratung und berufliche Ausbildung erhalten. CARE bildet auch KrankenpflegerInnen aus und stattet diese mit dem nötigen Wissen über Fisteln aus. Darüber hinaus arbeitet CARE mit politischen, rechtlichen und religiösen Führern zusammen, um die Menschen verstärkt über die Risiken früher Schwangerschaften zu informieren.

4. November 2005

Indonesien: „Sie weint, wenn es regnet“

Glück ist ein relativer Begriff in Aceh
Mit ihren Töchtern im Arm rannte Ibu Ramlah aus ihrem Haus, als der Tsunami kam. Doch auch die nahe gelegene Moschee war kein geeigneter Fluchtort, sie wurde binnen kürzester Zeit überflutet. Ramlah hatte Glück, doch Glück ist ein sehr relativer Begriff in Aceh. Ihr Mann und ihre vier Töchter überlebten die Flutkatastrophe, ihre Brüder und deren Familien kamen ums Leben.

Zuhause im Zeltlager
Ramlah und ihre Familie war zwei Tage lang ohne Essen und ohne jede Unterstützung unterwegs, bevor sie in einem behelfsmäßig errichteten Zeltlager unterkamen. Einen Monat später übersiedelten sie ins TVRI Camp – das wegen seiner Lage am Grundstück der nationalen Fernsehanstalt so genannt wird – wo sie nunmehr seit fünf Monaten zuhause sind.

Jaleha ist traumatisiert
Obwohl sie zu jung ist, um das Ausmaß der Katastrophe des 26. Dezembers zu verstehen, hat Ramlahs jüngste Tochter, Jaleha, sehr gelitten. Die gewaltige Welle trennte sie Zweijährige von ihrer Mutter, die im Wasser treibend, kaum noch am Leben, gerettet wurde. Sechs Monate später fürchtet sich das Mädchen mit den großen, erschrockenen Augen, wenn es zu regnen beginnt, und sie fängt an zu weinen, wenn jemand draußen schreit.

Unterernährung: Gesundheitsprogramm von CARE
Jaleha leidet auch an Unterernährung. Das Gesundheitsprogramm von CARE, das den Ernährungszustand von Kindern unter 5 Jahren evaluiert, sorgt dafür, dass Jaleha seit Mitte April versorgt wird. Sie bekommt jeden Tag hochwertige Milch und regelmäßig Vitamine, ihr Gesundheitszustand und ihre Gewichtszunahme werden ständig überwacht. Nun endlich mehren sich die Anzeichen für eine Besserung.

Nun kann sie gehen!
„Sie konnte überhaupt nicht gehen, bevor sie hier behandelt wurde.“ erzählt Ibu Ramlah. „Sie hatte nur 7.3 kg – jetzt hat sie endlich zugenommen. Nun kann sie gehen.“

Gereinigtes Wasser
Ramlahs Familie bekommt außerdem von CARE SWS (ater System) Flaschen, die das Wasser zum Trinken und zum Kochen reinigen., Das Kerosin, das gebraucht wird, um Wasser abzukochen ist sehr teuer, erklärt Ramlah, deshalb sind sie froh stattdessen SWS-Flaschen zu bekommen.

Blick in die Zukunft
Die Familie schmiedet mittlerweile Pläne, in die Regierungsbaracken umzuziehen. Und Ibu Ramlah sieht in eine positivere Zukunft, mit einer ständigen Arbeit für ihren Mann und ein neues Zuhause für ihre Kinder. Die Familie kämpft hart darum, mit allen Beinen wieder auf der Erde zu stehen und die kleine Jaleha wird dann schon die ersten Schritte mitgehen können.

3. November 2005

CARE hilft Frauen in Burundi: Mit Straßentheater gegen sexuelle Gewalt

Sexuelle Gewalt ist in Burundi allgegenwärtig. Doch keiner spricht darüber, aus Scham werden die Opfer von ihren Familien oft verstoßen anstatt getröstet. CARE kämpft für die Anerkennung der Frauen und bringt das Thema auf die Bühne.

Es tut sich was: Eine Theatergruppe im Ort
Es herrscht ausgelassene Stimmung in der Menge von etwa 100 ZuschauerInnen. Die Schauspielerin klagt und jammert über etwas Schreckliches, das ihr widerfahren sei und die Kinder in der Menge kichern aufgeregt, ob der festlichen Zusammenkunft.

Im kleinen Dorf Gatumba, gleich außerhalb der burundischen Hauptstadt Bujumbura, hat sich fast der ganze Ort zusammengefunden. Die meisten haben keinen Strom und daher auch kein Radio, geschweige denn einen Fernseher. Es verbreitete sich daher schnell, dass eine Theatergruppe im nahe gelegenen Feld, gleich neben dem grasenden Vieh, ein Stück spielen würde.

Das Theater spiegelt die Realität
Die DarstellerInnen gehören zu einer Gruppe namens Tubiyage (ss uns sprechen!“). Nach und nach wird die Menge leiser, als sich die Geschichte, entwickelt und all die Schmerzen und Leiden der Frauen dargestellt werden, die von Vergewaltigungsopfern ertragen werden müssen. Die Schauspielerin hat Angst vor einer Schwangerschaft und der Ansteckung mit HIV und wird zuerst von ihrem Verlobten, dann von ihrem Vater wegen der Schande aus dem Haus gejagt.

Zwei männliche Schauspieler erinnern sich an die Vergewaltigung und nehmen die Gefahr, sich selbst mit HIV angesteckt zu haben, nicht ernst, vertrauend auf die brutale Versicherung, dass es ein gutes Heilmittel sei, junge Mädchen zu vergewaltigen. Längst hat sich das ausgelassene Publikum dem Stück mit Ernst und Interesse zugewandt.

Darstellung sexueller Gewalt schärft das Bewusstsein
Hinterher wird gemeinsam diskutiert: Wie haben sich die ProtagonistInnen verhalten? Warum hat niemand der jungen Frau Unterstützung angeboten? Das Publikum beteiligt sich rege und möchte den Vergewaltiger im Gefängnis sehen. Der Verlobte wird verurteilt, sich nur um seine Geschenke und die versprochene Mitgift gekümmert zu haben. Aber auch der Vater wird kritisiert, gefühllos zu sein.

„Das passierte auch mir“
Michel-Ange Mtojibwame leitet die Tubiyage-Schauspielgruppe, die bereits seit einem Jahr dieses Stück in vielen Dörfern in Burundi vorführt. Hunderte von Frauen seien nach Ende des Stückes zu ihm gekommen. „Sie sagen Eure Geschichte ist meine Geschichte`. Das passierte auch mir.“ Die meisten Frauen, sagt er, schweigen über die Vergewaltigungen aus Scham und der Angst vor gesellschaftlicher Ächtung.

 

CARE hilft auch mit medizinischer und psychologischer Betreuung
Das CARE-Projekt „Prävention von sexueller Gewalt“ unterstützt das Tubiyage-Straßentheater, vor allem aber führt CARE gemeinsam mit seinem lokalen Partner SWAA (or Women and AIDS in Africa -Gesellschaft für Frauen und AIDS in Afrika), Schulungen zum Thema sexuelle Gewalt durch und bietet den betroffenen Frauen medizinische und psychologische Betreuung.

 

 

 

 

 

 

 

3. November 2005

Hungersnot und Dürrekatastrophe in Niger

Dramatischer Hilferuf aus Niger
Der Hilferuf des CARE Nothilfe-Koordinators in Niger, Alio Namata, ist schockierend. Die Hungersnot dort hat sich in den letzten Wochen zu einer Katastrophe entwickelt: Dürre und eine Heuschreckenplage habe in dem westafrikanischen Land zu einer dramatischen Situation geführt. „Wenn die Nahrungsmittelhilfe nicht sofort massiv anrollt, ist auch noch die nächste Ernte verloren. Denn durch Hunger geschwächte Menschen können ihre Felder nicht mehr bestellen“, warnt die Geschäftsführerin von CARE-Österreich. 800.000 Kinder leiden an Hunger, fast 200.000 Mädchen und Buben sind akut unterernährt.

Letzter Regen im September 2004!
Die Ursache: Bereits im letzten Jahr litten weite Teile des Niger unter extremer Trockenheit – im September 2004 fiel der letzte Regen! Als im Frühjahr dieses Jahres Heuschreckenschwärme die schon mageren Ernten der Bauern komplett vernichteten, begann die Nahrung knapp zu werden.

CARE: Soforthilfe von einer Million Euro
„Die Situation im Niger ist dramatisch“, erklärt die Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Im Herbst sollte es die nächste Ernte geben. Wenn die hungernden Menschen aber zu schwach sind, um diese einzubringen, droht eine chronische Krise.“ Denn für das wenige Getreide, das es noch zu kaufen gibt, sind die Preise drastisch gestiegen. Das kann kaum eine Familie bezahlen. Doch in den nächsten drei Monaten wird es keine neue Ernte geben – sofortige Hilfslieferungen sind jetzt die letzte Hoffnung! CARE setzt in laufenden und geplanten Projekten insgesamt mehr als eine Millionen Euro ein, um den schwächsten von der Hungerkatastrophe betroffenen Menschen im Niger zu helfen.

CARE verteilt Nahrungsmittel und Saatgut
CARE verteilt Getreide, Öl, proteinreiche Kekse und andere Nahrungsmittel an mehr als 200.000 Menschen. Versorgt werden in den besonders stark betroffenen Regionen Zinder, Tahoua, Diffa, Maradi sowie Mirriah vor allem hungernde Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere und stillende Mütter. Sie erhalten auch medizinische Versorgung. Die Nahrungsmittel werden über seit langem bestehende lokale Frauennetzwerke verteilt und gelangen so sicher zu den Bedürftigsten. Außerdem plant CARE, Saatgut und Viehfutter auszuteilen, aber auch die sanitäre Situation zu verbessern.

Zahlreiche Projekte in Niger – Nothilfe wird ausgeweitet
Seit vielen Jahren führt CARE bereits zahlreiche Programme für die Not leidende Bevölkerung in Niger durch. Doch um das schreckliche Sterben in Westafrika zu stoppen, muss CARE seine Nothilfe jetzt dringend ausweiten. Zudem kündigt sich an der Grenze zwischen Tschad und Sudan momentan ein neuer Heuschreckenschwarm an, der sich zur Plage auswachsen und die Herbsterträge gefährden könnte. Wir sind auf Ihre schnelle Hilfe angewiesen. Jeder Tag zählt.

3. November 2005

Niger: Fast 200.000 Kinder akut unterernährt

CARE warnt seit Monaten
In Niger leidet derzeit jeder dritte Einwohner extremen Hunger. Vor allem Kinder sind betroffen. CARE hatte bereits vor Monaten davor gewarnt und gleichzeitig erste Hilfsmaßnahmen ergriffen. Mehr als 300 CARE-MitarbeiterInnen arbeiten vor Ort und versorgen die Bevölkerung: „Wir haben die Dankbarkeit gesehen als heute in einem kleinen Dorf in der Provinz Tahoua rund 90 Familien je einen Sack Getreide von CARE in Empfang genommen haben. Das erste Mal seit vielen Wochen wird die ganze Familie heute Abend satt. Was wir hier erreichen, geschieht auf der Grundlange jahrzehntelanger Erfahrung im Lande.“

150.000 Kinder vom Hungertod bedroht
• In Niger ist derzeit jede/r dritte EinwohnerIn von der Hungersnot betroffen ( von 12 Millionen Einwohnern.)
• Vor allem, Kinder sind betroffen. 800.000 Kinder leiden an Hunger, fast 200.000 sind akut unterernährt.
• Mindestens 12.000 Tonnen Getreide (llem Hirse) werden jetzt für die nächsten Monate benötigt – zur freien Verteilung an, die Hungernden. Hinzu kommt eine etwa doppelt so große Menge zur Auffüllung der Lager, um die zu erwartenden Ernteerträge ausreichend aufstocken und die Preistreiberei bekämpfen zu können.
• Das Welternährungsprogramm (hat bis jetzt erst 5.000t Hirse ins Land bringen können, die, zur Verteilung bereit stehen. CARE wird die Verteilung von 3000t übernehmen.
• 11.000t Hirse werden noch diese Woche in Niger ankommen. Ohne CARE, die größte Nicht-Regierungs-Organisation hätten die Hilfsmaßnahmen wenig Chancen, bei den Bedürftigen anzukommen.

Niger braucht langfristige Hilfe
Hungersnöte sind vermeidbar, auch in Ländern mit einem so rasanten Bevölkerungswachstum, wie Niger es zu verzeichnen hat ( %). CARE arbeitet seit 30 Jahren in Niger – und nicht erst,, seitdem in den vergangenen Wochen die Hungerkatastrophe in den Medien größeren Raum eingenommen hat. Die nachhaltige Hilfe von CARE, der Bau von Trinkwasseranlagen und Vieh-Brunnen, die Sicherstellung von medizinischer Versorgung und das Grundrecht auf Bildung für die Kinder Nigers hat in einigen Regionen das Ausmaß der Hungerkrise gelindert.