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News

7. September 2006

Wussten Sie, dass Bildung ein Menschenrecht ist?

Für Millionen Kinder gilt: Arbeit statt Schule

Rund 1,2 Millionen Buben und Mädchen drücken in Österreich ab September wieder die Schulbank, etwa 100.000 davon zum ersten Mal. Was hierzulande Vorfreude, oft aber auch Missmut auslöst, bleibt für Millionen Kinder in den Entwicklungsländern unerreichbar. Statt lesen, schreiben und rechnen zu lernen, werden sie auch im kommenden Schuljahr Felder bestellen, Wasser holen, Gemüse oder andere Waren verkaufen – in einem Wort: arbeiten. Auf der Straße, in Bergwerken, Fabriken und anderen Orten, die nichts für Kinder sind.

117 Millionen Kinder gehen nicht in die Schule
Laut Schätzungen der UNICEF gehen rund 117 Millionen Kinder nicht in die Schule, 62 Millionen davon sind Mädchen. Außerhalb der Industrienationen besuchen nur rund drei Viertel der Kinder im Volksschulalter tatsächlich den Unterricht (rozent der Buben, 72 Prozent der Mädchen). Am schlimmsten ist es in Schwarzafrika, ( sub-Saharan Africa): dort können nur rund zwei Drittel der Männer und, etwa die Hälfte der Frauen lesen und schreiben.
 

 

CARE-Hilfe: Ausbildung von Mädchen und Frauen

Folgende Faktoren stehen der Bildung hauptsächlich im Weg: die direkten und indirekten Kosten der Ausbildung; der kulturelle Wert von Bildung, vor allem für Mädchen; die Qualität und Zugangsmöglichkeiten des Bildungssystems. CARE reagiert mit mehreren Strategien auf diese Ursachen, ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Ausbildung von Mädchen und Frauen. CARE versucht auch, den Zugang zur Schule zu vereinfachen (Schulgebühren und Unterrichtsmaterialien)

,n CARE verbessert die Ausbildung der Lehrer
Laut Schätzung der UNESCO bräuchte es um 15 Millionen mehr LehrerInnen als heute, damit alle Kinder in die Grundschule gehen könnten. Und schon jetzt gibt es viel zu wenig LehrerInnen. Durchschnittlich kommen in den unterentwickelten Ländern auf einen Lehrer 60 Kinder. Ein weiteres Problem ist die mangelnde Ausbildung der LehrerInnen. In Uganda sind etwa die Hälfte der LehrerInnen ohne spezielle Ausbildung zu ihrem Job gekommen. In Pakistan zeigte eine Studie, dass drei von fünf LehrerInnen bei Mathematikprüfungen auf Grundschulniveau nicht bestanden – im Gegensatz zu zwei von fünf SchülerInnen.

Mit € 2,5 monatlich können Sie einem Kind den Schulbesuch für ein Jahr ermöglichen!
Mit € 50 können Sie eine ganze Schule in Malawi mit Tafeln, Kreide, Sitzmatten, Stühlen und Tischen ausstatten.

online spenden

 

 

 

 

 

 

 

6. September 2006

Meg Ryan besucht CARE-Projekte in Indien

Leelaben arbeitet in der Salzwüste
Leelaben ist 35 Jahre alt und arbeitet 8 Monate im Jahr in der Salzwüste. Wenn der Monsunregen einsetzt, geht sie mit ihrem Mann und den 6 Kindern zurück in ihr Heimatdorf. Mit Zehntausenden anderen Menschen kehrt sie dann pünktlich zur Salzgewinnung zurück. Meg und ich besuchen Leelaben und ihre Familie in einer winzigen Hütte. Sie erzählt von ihren harten Arbeitsbedingungen.

„Unsere Haut ist wund vom Salz“
In der 3.000 km2 großen Salzwüste arbeiten Männer wie Frauen, aber auch Kinder. Leelabens ganze Familie verdient 80 Euro-Cent am Tag. „Wir graben ein ca. 20 Meter tiefes Loch bis wir Salzlauge finden, die ersten 8 Meter buddeln wir von Hand. Das Salz verätzt die Hände. Später arbeiten wir 8 bis 10 Stunden am Tag barfuß in der glühenden Sonne in den Salzpfannen. Schwere Hautausschläge hat hier fast jeder. Stiefel konnte sich – bevor CARE kam – fast niemand leisten.“

CARE: Tankwagen bringen Wasser in die Wüste
Vom CARE-Projekt in Gujarat profitieren fast 3,8 Millionen Menschen, vorwiegend Frauen und Mädchen, denn sie werden durch die Armut noch weiter ins Abseits gedrängt. Leelaben erzählt Meg Ryan, dass sie früher 15 Kilometer marschieren musste, um sauberes Wasser zu holen. Seit CARE mit der Regierung verhandelt hat, bringen Tankwagen das Wasser viel näher zu den Menschen in die Wüste.

Meg Ryan besucht CARE-Schule
CARE hat auch dafür gesorgt, dass ein mobiler Gesundheitsdienst zwei Mal pro Woche hierher kommt. Meg Ryan interessiert sich bei ihrem Besuch besonders für die Ausbildung der Mädchen. Der kleine Schulraum, den wir besuchen, ist einen Meter tief in den Wüstensand gegraben, damit die Kinder nicht in der starken Hitze lernen müssen. Meg freut sich darüber, dass fast die Hälfte der Kinder Mädchen sind und beobachtet sie liebevoll beim Unterricht.

Hansaben überreicht eine selbstgewebte Tasche
Schließlich unterhält sich die Schauspielerin mit der 16-jährigen Hansaben, die ihr vom Gesundheits-Unterricht erzählt. Auch über ihre Rechte habe sie viel erfahren. Zum Ende des Gespräches überreicht Hansaben Meg Ryan eine kleine Tasche, die sie selbst gewebt hat. „Ich versuche, so viel wie möglich zu lernen“, sagt Hansaben, „Ich möchte eines Tages aus der Salzwüste weg und alles, was ich von CARE lernen kann, wird mir dabei helfen.

Wenige Wochen später berichtet Meg Ryan in der „Oprah Winfrey Show“ von ihrer Reise mit CARE nach Indien.

29. August 2006

Leben als Flüchtling: Endstation Dadaab

Flüchtlinge können nicht mehr versorgt werden
140.000 somalische Flüchtlinge kämpfen täglich im Lager Dadaab in der nordöstlichen Provinz von Kenia ums Überleben. Manche sind bereits seit 1991 im Flüchtlingslager, aber die Mehrheit ist erst vor kurzem gekommen. Seit Jänner sind 20.000 neue Flüchtlinge hier angekommen. Viele kommen aus Mogadischu, wo bei Kämpfen zwischen der islamistischen Miliz und einer Allianz islamistischer Warlords hunderte Zivilisten starben und Tausende verletzt wurden. Doch das Geld reicht nicht mehr aus, um alle mit Wasser, Nahrung und Unterkünften also nur dem Notwendigsten, zu versorgen.

Die Menschen in Dadaab sind verzweifelt
Während des letzten Jahres gab es eine signifikante Abnahme an Förderungsmitteln für Dadaab. So zum Beispiel kündigte die UNHCR (lüchtlingshochkommissariat) eine Kürzung ihres Budgets für 2006 um mehr als 20 % an,. „Da wir direkt vor Ort arbeiten, erleben wir hautnah die wachsende Verzweiflung unter den Flüchtlingen aufgrund der unzureichenden Nahrungsmittelversorgung und der zögerlichen Verteilung von Decken, Schlafmatten und Kochutensilien,“ erklärt Bud Crandall, Landesdirektor von CARE Kenia.

50% der Flüchtlinge sind Jugendliche
Eines der Hauptanliegen von CARE sind die Jugendlichen, welche fast die Hälfte aller Flüchtlinge in Dadaab darstellen. Es gibt kaum mehr Möglichkeiten für Schul- oder Berufsausbildungen. „Die hohe Anzahl der unbeschäftigten Jugendlichen stellt eine Zeitbombe dar.“ meint Qazilbash. „Die mangelnde Zukunftsperspektive birgt ein hohes Risiko für antisoziales Verhalten wie Drogenmissbrauch, sexuelle Gewalt, Kriminalität und folglich eine Ausbreitung von HIV/AIDS. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, dass mehr Jugendliche nach Somalia zurückkehren um dort Mitglied einer Miliz zu werden.“

Ahmed kam zu Fuß
„Ich bin zu Fuß hierher gegangen“, erzählt der 17-jährige Ahmed. „Einen Monat lang bin ich gegangen.“ Ahmed hätte alles getan, um ins Flüchtlingslager Dadaab zu gelangen. „In Mogadischu gibt es fürchterliche Kämpfe, viele Menschen sterben.“ Doch seine Eltern hätten die lange Reise über die Grenze nicht geschafft, sie schickten ihren Sohn alleine los. In Dadaab hofft Ahmed nun endlich in Sicherheit zu sein.

Bitte helfen auch Sie!
Mit € 25 können wir eine Flüchtlingsfamilie mit Mehl, Getreide und Öl für einen Monat versorgen!

Mit nur € 5 monatlich können wir in einem Jahr ein komplettes Klassenzimmer einrichten!

24. August 2006

„Warum bist Du hier?“

Fußball bietet Gesprächsstoff
Als wir uns begegneten, war der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hizbullah gerade zehn Stunden in Kraft. Ali war mir aufgefallen, weil er eines der wenigen Kinder war, die sich anfangs deutlich im Hintergrund hielten. Er beobachtete. Stand abseits. Mit dem T-Shirt, das er trug, fand ich einen Anknüpfungspunkt. Es war das Trikot der brasilianischen Fußball-Nationalmannschaft. Der anfangs so scheu wirkende Junge aus Dahir, dem südlichen Beiruter Vorort, zeigte mit den Daumen nach unten und erklärte lachend: „Germany down!“ und rief gleich darauf: „Ronaldinho!“

Man kann es schaffen
Die Ronaldinhos dieser Welt sind es, die den Kindern dieser Welt als Vorbild dienen. Sie sind ihnen personifizierte Ziele. Sie münden in einem einfachen, wenngleich anspruchsvollen Satz: Man kann es schaffen. Das ist es, was diese Namen bedeuten, in allen Sprachen dieser Welt.

Margaret CARE-Mitarbeiterin für Logistik
Der Waffenstillstand hält nun schon den dritten Tag. Hier und da ist er noch brüchig: Raketen gegen Israel, Gefechte am Boden und Truppenbewegungen. Aber der Krieg scheint vorüber zu sein. Alle hoffen, dass es so bleibt. Das hofft auch Margaret McCarthy, die zu uns gestoßen ist. Sie ist Australierin und von ihrer Firma für die CARE-Arbeit in Beirut und dem Libanon freigestellt worden. Bei den Hilfslieferungen in Beit Mery war sie schon dabei. Sie ist Logistikerin und leistet wichtige Dienste. So eine humanitäre Katastrophenhilfe ist eine ungeheuer komplexe Architektur.

Wenn jemand den Teppich ausklopft, erschrecke ich…
Es ist merkwürdig: Wenn eine Tür heftig zugeschlagen wird oder – wie gestern geschehen – jemand einen Teppich ausklopft, erschrecke ich ein wenig. Ich denke dann immer im ersten Moment, es seien wieder Bomben gefallen und explodiert. Aber der Krieg hat jetzt erst einmal aufgehört.

16.08.2006 Thomas Schwarz, Pressesprecher von CARE Deutschland

 

lalalalaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

 

 

16. August 2006

CARE-Hilfe im Libanon

Verteilung in drei Stadtvierteln von BeirutCARE hat mit der Verteilung von dringend benötigten Hilfsgütern in drei Stadtvierteln von Beirut begonnen. In den Bezirken Mansourieh, Mkhallis und Beit Meri suchten libanesische Flüchtlinge Zuflucht vor den Bombenangriffen im südlichen Teil des Libanon.

Menschen leben in Tiefgaragen
CARE stellt Hilfe für die Familien zur Verfügung, die derzeit in behelfsmäßigen Unterkünften, wie z.B. Tiefgaragen oder verlassenen Fabrikgebäuden leben. Die sanitären Zustände sind vor allem wegen der großen Hitze katastrophal. Mehr als 100 Menschen müssen sich eine Toilette teilen.

Verängstigte Flüchtlinge
Viele Familien, die in den von CARE besuchten Behausungen unterkommen, zeigen deutliche Spuren von Angst. Die psychologischen Auswirkungen, die die massive Zerstörung durch den Konflikt bisher ausgelöst hat, beeinflussen sowohl Erwachsene als auch Kinder.

Die Spitze des Eisberges
„Was wir hier sehen ist nur die Spitze des Eisbergs“, sagt die Leiterin des CARE-Teams, Megan Chisholm. „Wir erwarten noch mehr solcher schlechten Lebensumstände und Opfer dieses Krieges zu sehen, sobald wir Zugang im gesamten Libanon haben.“

CARE hift mit Nothilfe-Paketen
CARE versorgt die Flüchtlinge mit Küchen- und Haushaltsutensilien, Kinderbekleidung und Hygiene-Paketen, Shampoo und Reinigungsmitteln. Jedes Küchenpaket besteht aus einem Kochtopf, Schüsseln, Messern und Gabeln für eine fünfköpfige Familie. Haushaltspakete beinhalten 20-Liter Plastikkanister sowie Wischlappen, Besen und Spülmittel zur Reinigung von Küchenutensilien.

Warme Mahlzeiten
Das CARE-Team stellt außerdem tragbare Butangas-Öfen zur Verfügung, da besonders in Anbetracht der knappen Ölversorgung die Zubereitung von warmen Mahlzeiten außerordentlich schwierig geworden ist. Die Hilfsgüter werden in Märkten vor Ort gekauft um Transportkosten zu sparen und zusätzlich lokale Händler zu stützen. Dies ist notwendig, da die gesamte libanesische Wirtschaft durch den Krieg massive Einbußen hinzunehmen hat.

Bitte helfen auch Sie!

4. August 2006

Hilfe für die Menschen im Nahen Osten

Mohamed ist IT-Manager einer libanesischen Firma in Amman. Er ist 32 Jahre alt. Er kennt den Nahen Osten so, wie wir Europäer unsere Nachbarländer auch kennen. Er war in Ägytpen, Syrien, in Palästina und auch im Libanon. Er hat dort Freunde, hat Ferien gemacht mit seiner Familie. Persönliche Kontake über Länder- und Religionsgrenzen hinweg gibt es hier ebenso wie in Europa. Gestern, am Sonntag, als er die Bilder aus dem zerbombten Dorf Kana sah, in dem mehr als 50 Menschen bei einem Luftangriff starben, hat er geweint. Es sei kein Haß, den er empfinde, sagt er. Es sei „das blanke Entsetzen, die Trauer, auch eine Hoffnungslosigkeit, wenn ich diese Bilder und Berichte sehe.“

Etwa 150.000 Menschen sind aus dem Libanon nach Syrien geflüchtet. Mindestens 700.000 sind von der gegenwärtigen Krise betroffen, manche sprechen von 800.000. Ein Waffenstillstand für den Libanon scheint nicht in Sicht – von heute aus betrachtet. Aber was kann man schon vorhersagen in einer Region, in der jeder Tag eine neue Veränderung bringen kann? Noch am Samstag sah es aus, als ob die Parteien kurz vor irgendeiner Vereinbarung gestanden hätten. Dann kam der Schock von Kana.

„Man darf die Augen nicht verschließen“

Die Menschen brauchen dringend Hilfe. In Syrien und vor allem im Libanon. In den internationalen Medien wird immer wieder die Frage gestellt, warum bisher so wenig private Spenden eingegangen seien. Die Antwort scheint auf der Hand zu liegen: Es ist eine „menschgemachte“ Katastrophe. Dennoch darf niemand die Augen vor dem Leid, der Zerstörung und dem Elend verschließen, mit der die Libanesen nun leben müssen. Dringend benötigt wird sauberes Wasser und die Herstellung von hygienischen Lebensbedingungen. Die Gefahr von Krankheiten, die sich allzu schnell auszubreiten vermögen, ist sonst zu groß.

CARE International ist auf dem Weg in den Libanon. CARE arbeitet im Westjordanland, in Gaza sowie in Jordanien. Jetzt ist Amman, die Hauptstadt Jordaniens zur ersten Anlaufstelle eines internationalen Erkundungsteams von CARE International geworden. Hier wird koordiniert, geplant, gewichtet und – nicht zuletzt – die Sicherheitslage nahezu stündlich analysiert. In den kommenden Tagen soll es losgehen: Von Amman aus über Syrien in den Libanon. Dann beginnen wir mit unserer eigentlichen Arbeit. Unter der Leitung der kanadischen CARE-Kollegin Megan Chisholm qualifiziert und quantifiziert CARE das Ausmaß der Not und erfasst den Bedarf der Hilfe, um möglichst schnell Hilfsmaßnahmen einzuleiten.

CARE Jordanien arbeitete bereits seit 1949 im Land, mit einer Unterbrechung von 1983 bis 1990. Neben den Armutsbekämpfungsprogrammen steht vor allem die Stärkung von Frauen im Vordergrund.

24. Juli 2006

Eine Perspektive für Waisenkinder

Als Sinzumunsi und seine drei Geschwister von den CARE-MitarbeiterInnen gefunden wurden, lebten sie in einem Erdloch an einem Hügel am Rande des Dorfes. Sinzumunsi ist 17, seine Eltern sind 2001 an AIDS gestorben, seitdem mussten die vier sich alleine durchschlagen.

Fast ein Drittel aller Kinder in Ruanda sind Voll- oder Halbwaisen – über 400.000 sind es, bei einer Gesamtbevölkerung von acht Millionen. 76 Prozent der jugendlichen Familienvorstände sind Mädchen, im Durchschnitt leben bis zu fünf Kinder in einem Haushalt. Ihre Eltern wurden während des Bürgerkriegs 1994 ermordet, sitzen im Gefängnis oder sind an AIDS gestorben. Früher wurden Waisen von anderen Familien aufgenommen – auch dieses soziale Netz hat der Krieg zerstört. Von Verwandten und Nachbarn werden sie, aus der Not der Armut heraus, häufig nur als zusätzliche Arbeitskraft wahrgenommen. Ihre Rechte kennen die Kinder nicht, oft beherrschen sie nicht einmal grundlegendste Fähigkeiten.

MentorInnenprojekt

Vor sieben Jahren begann die Hilfsorganisation CARE, sich der Waisenkinder in Ruanda anzunehmen: In der Region Gitamara, wo laut UNICEF besonders viele Kinder als Familienvorstände leben, werden sozial motivierte Dorfmitglieder zu MentorInnen, den „Nkundabanas“, ausgebildet: „Nkundabanas sind übersetzt die, die Kinder lieben“, erklärt Christina Stummer, Programmleiterin bei CARE Österreich. „Sie betreuen die jugendlichen Familienvorstände in ihrer Entwicklung, ermuntern sie, die Schule oder den Ausbildungsplatz zu besuchen, hören ihnen zu, sind darin geschult, Traumata zu erkennen und schützen die Kinder vor Missbrauch und Ausbeutung.“

Allein in Gitamara hat CARE fast 500 KindermentorInnen trainiert. Ihre Ausbildung reicht von Theorie wie der Kinderrechtskonvention und den Gesetzen Ruandas über Kinderwohlfahrt bis zu Konfliktmanagement und Beratungstechniken. Wer Nkundabana wird, entscheiden die Kinder selbst: Am Anfang des Projekts wird die ganze Dorfgemeinde gebeten, gemeinsam mit CARE Kinderhaushalte zu lokalisieren. Dann werden die betroffenen Kinder eingeladen, sich mit den wichtigen Persönlichkeiten des Dorfes zu treffen um mit ihnen festzulegen, welche Aufgabe die Nkundabanas zu erfüllen haben und wer überhaupt dafür in Frage kommt. „Für die MentorInnen ist es eine große Ehre, Nkundabana zu werden“, sagt Christina Stummer. „Die meisten sind selbst sehr arm und haben eine eigene Familie zu versorgen, aber sie fühlen sich dazu verpflichtet, sich der befürftigen Kinder anzunehmen und gewinnen damit an Ansehen in der Gesellschaft.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Mittlerweile ist das CARE-Projekt in der Endphase – ganz nach dem CARE-Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ werden die Nkundabanas in Gitamara nun darin geschult, selbst Mittel für ihr Projekt aufzutreiben – sie lernen Grundlagen des Projektmanagements und die Basics des Fundraisings: „Wir wollen die Organisationen vor Ort stärken, damit das MentorInnenprojekt dann auch ohne uns gut weiterläuft“, sagt Christina Stummer. Das Nkundabana-Modell sei bereits so erfolgreich, dass die Regierung in Betracht ziehe, es im ganzen Land einzuführen: Das Projekt ist zur offiziellen Plattform geworden, über die die Menschen mobilisiert werden können, für die Rechte der Kinder einzutreten. Die Dorfgemeinschaft und lokalen Behörden miteinzubeziehen sei deshalb sehr wichtig, weiß Elie Nduwayesu, CARE-Programm-Koordinator in Gitamara, denn: „Die Gemeinschaft muss die Kinder nachhaltig unterstützen, sonst haben die Kinder keine Chance. Sie aber sind die Zukunft Ruandas, also müssen jene, die ihnen am nächsten sind, sich um sie kümmern.“

In Kooperation mit

11. Juli 2006

CARE-Hilfe für die Erdbebenopfer in Yogyakarta

Katastrophales Erdbeben in Yogyakarta
Am 27. Mai 2006 erschütterte ein verheerendes Erdbeben die Region Yogyakarta in Indonesien. Über 6.000 Menschen starben, mehr als 300.000 Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt. Mehr als 1.5 Millionen Menschen sind obdachlos, 40% davon Kinder. Auch die Infrastruktur der Region, wie Straßen und Krankenhäuser, wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen.

CARE Katastrophenhilfe Team war sofort vor Ort
Das Epizentrum des Bebens war südlich von Yogyakarta, in den indonesischen Bezirken Bantul und Kulonprogo. Das CARE-Katastrophenhilfe Team, das bereits nach dem Tsunami geholfen hatte, war noch am Tag des Bebens vor Ort. Innerhalb kürzester Zeit wurden 4.912 Familien mit sauberem Wasser versorgt. CARE hilft den Opfern des Bebens von Anfang an in enger Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Hilfsorganisationen.

83.000 Menschen werden mit Trinkwasser-Reinigungsflaschen versorgt
Sauberes Wasser ist unerlässlich sofort nach einer Katastrophe, um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern. Ein Fläschchen „Air Rahmat“ genügt, damit eine 5-köpfige Familie einen Monat lang sauberes Wasser zur Verfügung hat. Weiters werden von CARE mobile Wassertanks bei Kliniken und anderen wichtigen Plätzen aufgestellt. CARE-MitarbeiterInnen fahren in die Dörfer, um den Wasserbedarf zu erheben und das Wasser qualitativ zu testen. Außerdem klärt CARE die Bevölkerung über Hygiene und die Gefahr von verseuchtem Wasser auf.

Bitte helfen auch Sie!

Verteilung von dringend benötigten Hilfsgütern
Weil so viele Familien nach wie vor im Freien übernachten müssen, verteilt CARE weiterhin Planen, Decken, und Schlafmatten für 12.099 Haushalte in Indonesien. Außerdem werden Wasser-Kanister, Seife, Zahnpaste und Damen-Binden ausgegeben. 10.000 Gesundheits-Pakete mit medizinischen Artikeln werden über mobile Kliniken an Not leidende Menschen ausgegeben.

Lebensmittel-Gutscheine
Um den lokalen Markt zu stärken, verteilt CARE Einkaufsgutscheine für Händler vor Ort. Die Überlebenden der Erdbeben-Katastrophe können sich dadurch genau das kaufen, was sie brauchen, außerdem wird die ebenfalls geschädigte örtliche Wirtschaft dadurch gefördert.

CARE-Spendenkonto: PSK 1.236.000, BLZ 60.000, KW „Erdbeben Indonesien“