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News

17. Mai 2006

CARE-Geburtstagsfest in der Wiener Urania

CARE-Hilfe damals und heute
Am Anfang standen die CARE-Pakete: Seit 60 Jahren kämpft die Hilfsorganisation CARE bereits dagegen, dass Menschen hungern, kein Dach über dem Kopf haben, nicht Lesen und Schreiben können. Seit 20 Jahren auch von Österreich aus. Drei prominente Projekt-PatInnen stellten drei aktelle Projekte von CARE-Österreich vor. Durch den Abend führte Barbara van Melle.

Max Friedrich: Projekt-Pate für Waisenkinder in Ruanda
Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Max Friedrich nahm einen Fahrradschlauch aus dem symbolischen CARE-Paket, das für ein Waisenkinderprojekt in Ruanda steht: Das Fahrrad ist schließlich in weiten Teilen Afrikas das Fortbewegungsmittel schlechthin und so fahren auch die MentorInnen der Waisenkinder mit dem Drahtesel zu den Kindern.

Andrea Händler: Projekt-Patin gegen Menschenhandel
Andrea Händler machte in Zusammenhang mit einem CARE-Projekt gegen Menschenhandel in Bulgarien darauf aufmerksam, dass Frauen sehr oft unfreiwillig in der Prostitution landen. Mit Videos und Radiospots wird in Bulgarien Aufklärungsarbeit betrieben, um junge Frauen rechtzeitig zu schützen.

Barbara Karlich: Projekt-Patin für psychosoziale Hilfe
Barbara Karlich fand in „ihrem“ CARE-Paket Utensilien zum Theaterspielen und Malen, adäquate Mittel für Kinder und Erwachsene, um Traumata zu bewältigen: Sie stand für ein psychosoziales Projekt, das Menschen nach dem Tsunami in Indonesien wieder die Rückkehr zu einem „normalen Leben“ verhelfen soll, Patin.

Texte rund ums CARE-Paket
Eine ebenso ernsthafte wie humorvolle Lesung hielten die SchauspielerInnen Alexander Strobele und Petra Torky. Sie entführten die Anwesenden mit Texten rund um das CARE-Paket in die Gechichte: In die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, als die Menschen in Wien hungerten und ein CARE-Paket fast so etwas wie ein kleines Wunder war. 

Schlusspunkt: Erni Mangold rezitiert Jura Soyfer
Zum Abschluss des CARE-Geburtstagsfestes sprach die Grande Dame des Volkstheaters, Kammerschauspielerin Erni Mangold, mahnende Worte: Jura Soyfers „Lied von der Erde“

„Denn näher, viel näher als ihr es begreift,
Hab‘ ich die Erde gesehen

Voll Hunger und voll Brot ist diese Erde,
Voll Leben und voll Tod ist diese Erde,
In Armut und in Reichtum grenzenlos.
Gesegnet und verdammt ist diese Erde,
Von Schönheit hell umflammt ist diese Erde,
Und ihre Zukunft ist herrlich und groß.“

Alle Fotos: copyright pressefotos.at/Niko Formanek

Weitere Bilder in der

Fotogalerie: CARE-Geburtstagsfest

 

11. Mai 2006

Prominente werben für das CARE-Paket

9. Mai 2006

CARE feiert Geburtstag – 60 Jahre CARE-Paket

CARE wird gegründet
Gegründet wurde die „Cooperative für American Remittance to Europe“ bereits am 27. November 1945: Arthur Ringland und Dr. Lincoln Clark schlugen 22 US-Hilfsorganisationen vor, eine gemeinsame zu gründen. Es schlug die Geburtsstunde von C.A.R.E.

2.8 Millionen Pakete der US-Army
Die US-Army lieferte die ersten Hilfspakete: Sie hatte für die geplante Invasion Japans 2.8 Millionen Proviant-Pakete eingelagert, die nach der Kapitulation Japans nicht mehr benötigt wurden. Also stellte die Armee diese Pakete der noch kleinen Hilfsorganisation CARE zur Verfügung, die den Transport nach Europa abwickelte.

Erste CARE-Pakete am Wiener Franz Josefs Bahnhof
Am 19. Juli 1946 trafen die ersten CARE-Pakete, die über Antwerpen und die Schweiz angeliefert wurden, am Wiener Franz Josef-Bahnhof ein: 3.200 Kartons, die zu einem Symbol für Hilfe wurden. Die Pakete waren gefüllt mit Dosenfleisch, Zucker, Kondensmilch, Käse, Obst und Pudding und sicherten jeweils einer Familie mindestens eine Woche lang das Überleben.

Pakete und Bücher bis 1955
Der Inhalt der Pakete wurde immer wieder den Notwendigkeiten angepasst: 1947 wurde die von Kindern heiß ersehnte Schokolade mitverpackt. Es folgten Lieferungen mit Decken und Stoffen, Baby- und Kleinkind-Pakete und schließlich sogar ein Bücherprogramm. 1955 endete das CARE-Programm in Österreich, nachdem noch im Jahr zuvor den Opfern des Hochwassers in unserem Land kräftig unter die Arme gegriffen worden war.

1986 CARE Österreich wird gegründet
In den 80iger Jahren schließlich wurden aus alten Empfängerländern solche, die sich aktiv in die Hilfe einbrachten: Neben den CARE-Organisationen in Deutschland, Frankreich oder Großbritannien wurde 1986 CARE Österreich gegründet. Entsprechend wurde auch die Bezeichnung auf „Cooperative for Assistance and Relief Everywhere“ umgeändert.

CARE hilft 45 Millionen Menschen pro Jahr
Mittlerweile sind weltweit über 14.500 MitarbeiterInnen in fast 900 Projekten tätig. 98 Prozent der HelferInnen stammen aus den jeweiligen Projektländern. CARE hilft pro Jahr fast 45 Millionen Menschen. Pakete werden aber längst nicht mehr verschickt: Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit sind die vielen Projekte darauf ausgerichtet, den Menschen langfristig ein Leben in Würde zu ermöglichen.

Lesen Sie mehr zum

CARE-Paket

Fotogalerie:

Historische Bilder zum CARE-Paket in Österreich

3. Mai 2006

Krieg & Frieden

CARE wurde vor 60 Jahren gegründet, um die Menschen beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg zu unterstützen. Mittlerweile ist CARE eine der größten unabhängigen Hilfsorganisationen der Welt und hat nie aufgehört, an einer Welt in Frieden und Menschenwürde zu arbeiten. Oft und gerade auch in Kriegsgebieten.

CARE ist sehr aktiv in den Palästinensergebieten.

 

Wie verträgt sich das mit den Terroranschlägen dort?
Gut. Wir engagieren uns ja nicht für Terroristen, sondern für Menschen, die unsere Hilfe brauchen. Die Armut in diesen Gebieten ist enorm, die Nahrungssituation katastrophal. Man muss auch überlegen: Was begünstigt Terrorismus? Ein Leben in großer Not ohne die Aussicht auf Verbesserung ist sicher nicht förderlich für den Frieden. Es hat Sinn, gerade dort zu helfen, damit die Menschen Perspektiven  entwickeln können. Abgesehen davon: Das Recht auf Hilfe ist ein fundamentales Menschenrecht. Hilfe wird aufgrund von Bedürfnissen geleistet und nicht aufgrund von Religion, Nationalität, Ideologie, €¦

CARE ist immer wieder in Kriegsgebieten tätig. Wie funktioniert das?
Im Balkan hat geholfen, dass wir auf allen Seiten für die Not leidende Bevölkerung aktiv waren, das wurde auch genau von den Militärs registriert. So sind wir mit unseren Transporten immer zu den Menschen durchgekommen.
 

 

Worauf ist dabei zu achten?
Man muss ausgewogen agieren, darf sich nicht für politische Zwecke missbrauchen lassen. Das fängt bei der militärischen Begleitung, die einem „zum Schutz“ beigestellt wird, an und hört natürlich beim Fundraising auf. Sobald Geldgeber ihre Spenden an Bedingungen knüpfen, wird es heikel. Vor allem bei öffentlichen Geldgebern, Regierungen etwa.

Wie geht CARE damit um?
Wir versuchen immer, den Nutzen für die Bevölkerung hoch zu halten. Unsere Haltung ist: Besser, wir sind da und müssen vielleicht kleinere Kompromisse eingehen, als wir müssen gehen und können gar nicht mehr helfen.

Wie bleibt man unabhängig?
Durch Spenden von Privaten. Unsere Privatspender sind Menschen, die einfach anderen Menschen helfen wollen, ohne Hintergedanken und Bedingungen.

CARE arbeitet am Frieden

  • CARE hilft rasch und umfassend in akuten Katastrophen.
  • CARE vermittelt Wissen über neue Anbaumethoden, damit die Menschen ihre Felderträge steigern können.
  • CARE tauscht Nahrung gegen Arbeit: Menschen errichten dabei gemeinsam Bewässerungssysteme, Dammbauten und schaffen damit die Basis, um mit Erfolg Ackerbau zu betreiben und sich in Zukunft selbst zu versorgen.
  • CARE informiert über das Thema Ernährung, denn oft ist Hunger Folge von Nicht-Wissen.
  • CARE unterstützt die Gründung von Kleinunternehmen, damit die Menschen ihr Einkommen steigern können und weniger anfällig für Hungersnot sind.

Bitte helfen Sie Menschen in Krisengebieten mit Ihrer Spende!

 

 

 

 

 

 

 

27. April 2006

„Es sind viele Menschen und viel Geld involviert“

DER STANDARD: Der EU-Bericht über die Kandidatenländer kritisiert Korruption, Menschen- und Drogenhandel. Wie sehen Sie das für Bulgarien?
Petkova: Das Problem ist insgesamt groß – in ganz Europa. Weil es normalerweise Menschen in gehobenen Positionen, Menschen mit Macht und Geld sind, die Menschenhandel ermöglichen. Vor allem Bulgarien muss höchste Anstrengungen unternehmen, um ein nationales Programm zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität zu implementieren. Obwohl Bulgarien immerhin als einziges Kandidatenland ein Gesetz zur Bekämpfung von Menschenhandel verabschiedet hat – das ist zwar ein Fortschritt, aber eben doch nur ein erster Schritt.

DER STANDARD: Medien berichten in letzter Zeit oft von Babyhändlern. Ist das neu?
Petkova: Nein. Menschenhandel betrifft alle: Frauen, Mädchen, Buben, Männer – und Babys. Kinder sind deshalb sehr beliebt, weil sie von den Menschenhändlern so vielfältig „verwendet“ werden können: illegale Adoption, sexueller Missbrauch, Missbrauch als Sklavenarbeiter oder als Taschendiebe. Letzteres finden wir vor allem in Österreich. Babys werden vor allem ihrer Organe wegen gehandelt, getötet, und ihre Organe werden an kranke, reiche Leute verkauft.

DER STANDARD: In welchen Ländern sitzen die Käufer?
Petkova: Die „Handelswege“ des organisierten Verbrechens ändern sich jedes Jahr. Eine Route geht momentan beispielsweise über Italien nach Südfrankreich, oder jene via Mazedonien, Kosovo nach Bosnien, da gibt es den sogenannten „Arizona-Markt“ bei Brcko, wo Autos Watren und Frauen gehandelt werden. Die UNO hat das in ihrem letzten Report über den Balkan-Einsatz der Blauhelme angesprochen. Dann gibt es die Route via Rumänien, Ungarn, Polen nach Österreich, Belgien oder Deutschland.

DER STANDARD: Wie funktioniert Menschenhandel?
Petkova: Da ist zum Beispiel eine junge Frau aus Moldawien – normalerweise werden junge Frauen verschleppt. Ein Typ verspricht ihr einen guten Job in Polen, als Rezeptionistin in einem Hotel, Kellnerin oder Barfrau. Der Job ist viel besser bezahlt als in Moldawien. Die Frau wird nun von irgendwelchen Männern abgeholt. Sie nehmen ihr den Pass ab. Die Frau wird systematisch eingeschüchtert. Sie befindet sich zum Beispiel in einem so genannten Transitland, Bulgarien oder Ungarn, und schon dort wird sie zur Prostitution gezwungen. Sie kennt niemanden, kann niemandem etwas erzählen, lebt in der ständigen Angst vor den Behörden. Würde sie auspacken, weiß sie, dass die Schlepper zu Hause auf sie warten und sie töten würden. Also macht sie weiter. Wird weiter verschleppt. Sie hat keine Ahnung, wo sie ist – viele Frauen können nicht einmal sagen, wo sie waren – sie können die Sprache nicht. Viele Menschen und viel Geld sind in diesen ganzen Prozess involviert. Das Problem ist, dass diese Frauen kein Zuhause mehr haben. Die Menschen in ihrer Heimat zeigen mit dem Finger auf sie. Oft bleibt ihnen keine andere Möglichkeit als sich weiter zu prostituieren.

DER STANDARD: Wie kann man diesen Frauen helfen?
Petkova: Vor allem dadurch, dass man in allen Ländern das Problem thematisiert und eine Sensibilität schafft. Es bräuchte auch bessere Zusammenarbeit zwischen den NGOs und den Behörden, besseres Networking. Derzeit ist es oft so, dass die Institutionen rivalisieren, statt zusammen zu arbeiten. Es muss einen institutionalisierten Kampf gegen das Verbrechen geben. Viele Regierungen neigen dazu, Menschenhandel als Migrationsproblem zu sehen. Das ist falsch. Strenge Grenzkontrollen allein reichen nicht aus, um das Problem zu lösen. Man kann die Menschen nur informieren, damit sie Schleppern gar nicht in die Hände fallen oder zumindest wissen, an wen sie sich notfalls wenden können.

DER STANDARD: Opfer von Menschenhandel sind oft lebenslang traumatisiert. Wie äußert sich das?
Petkova: Es ist das so genannte posttraumatische Stresssyndrom, das auftreten kann, wenn Opfer vergewaltigt und missbraucht werden. Das mündet sehr oft in ein psychiatrisches Problem, etwa Schizophrenie. Diese Frauen sind danach ihr Leben lang viel leichter Opfer von Gewalt. Sie glauben, Gewalt sei normal – und es sei immer ihre Schuld. Sie sind vollkommen desorientiert und können niemals vergessen. Es braucht viel Geld und viele Ressourcen, um diesen Frauen wieder ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen.

CARE wird in Bulgarien die erste landesweite Informations- und Aufklärungskampagne zum Thema Frauenhandel durchführen.

27. April 2006

Verkauft und verraten: Frauenhandel in Osteuropa

Opfer quer durch alle sozialen Schichten
Die Opfer von Menschenhandel sind nicht klar zu kategorisieren. Man ist versucht zu denken, dass es Frauen aus unteren Einkommens- und sozialen Schichten sind, die Opfer ihrer Unwissenheit werden. Doch die Realität sieht anders aus. Opfer von Menschenhandel gibt es quer durch alle sozialen Schichten. Gemeinsam ist ihnen nur eines: Sie alle sind in einem Teil von Europa aufgewachsen, der im Wechsel von der Diktatur zur freien Marktwirtschaft große Armut und wirtschaftliche Instabilität erleben muss. Sie alle wollen ein besseres Leben, und sie wollen es aus eigener Kraft schaffen.

Todesangst durch ständige Gewalt
Was muss passieren, dass aus diesen aktiven, selbstbestimmten Frauen willenlose – so scheint es – Sexarbeiterinnen werden? „Es gibt drei Faktoren, die bei jedem Menschen gleich wirksam sind“, erklärt Maria Tschomarova, Psychotherapeutin bei Animus/LaStrada, einer Partnerorganisation von CARE in diesem Projekt. „Das sind erstens: brutale Gewalt – Vergewaltigung, Folter, Prügel oder auch Nahrungsentzug. Zweitens: physische Erschöpfung und drittens: absolute Isolation und Kontrolle“, so Tschomarova weiter. Die Todesangst, die durch die ständige Gewalt ausgelöst wird, legt im System Mensch alle Schalter um.

Auf Prävention setzen
Dass es dazu erst gar nicht kommt, ist das Ziel eines CARE-Projektes im Osten Bulgariens. Mit den Partnerorganisationen Animus / La Strada und The Bulgarian Gender Research Foundation arbeitet CARE daran, bei den Menschen vor Ort ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Die Aufklärungs- und Informationskampagnen richten sich in erster Linie an zwei Zielgruppen: die zuständigen Behörden einerseits und potentielle Opfer andererseits. Die finden sich häufig in Schulen sowie Kinder- und Jugendheimen, weswegen in Kooperation mit örtlichen NGOs dort zahlreiche Aktivitäten stattfinden, etwa eine Fotoausstellung, bei der die jungen Fotografen aufgerufen wurden, Risikosituationen, potentielle Opfer von Menschenhandel und vieles mehr aus ihrer Sicht darzustellen.

Netzwerke schaffen
Ziel der CARE-Maßnahmen ist der Aufbau eines nachhaltigen lokalen Netzwerks, das in der Lage ist, die Rechte von Frauen und Mädchen in den ausgewählten Zielgebieten aufzuzeigen und deren Einhaltung einzufordern. Das hilft auch jenen, die bereits Opfer von Menschenhandel waren und bisher bei ihrer Rückkehr oft auf Unverständnis und Ablehnung gestoßen sind. Erst wenn den Menschen klar ist, dass diese Frauen nicht freiwillig im Bordell gearbeitet haben, wenn Akzeptanz und Integration möglich ist, dann können die Frauen auch mit sich selbst Frieden schließen.

 

 

 

 

 

 

 

19. April 2006

Kenia: CARE eröffnet Ernährungszentrum in Garissa

Vor wenigen Tagen eröffnetVor wenigen Tagen erst wurde das neue Ernährungszentrum in Raya, 15 Kilometer nördlich von Garissa im Nordosten Kenias, von CARE und der lokalen Organisation SIMAHO eröffnet. Seit vielen Jahren bildet CARE in Kenia Hebammen aus, klärt über HIV/AIDS auf und arbeitet an nachhaltigen Lösungen, um den schwindenden Wasser-Ressourcen zu begegnen. Doch nun hat die Dürrekatastrophe Kenia mit voller Wucht erfasst.

Am ersten Tag werden 178 Kinder mit Zusatznahrung versorgt
Bereits am ersten Tag wurden im Ernährungszentrum in Raya 178 Kinder unter 5 Jahren als unterernährt eingestuft und mit Zusatznahrung versorgt. Eines von ihnen ist Marian Hareth. Sie wird gewogen, wenngleich ihr Untergewicht deutlich zu sehen ist. Ihr großer Kopf scheint auf einen zerbrechlichen Körper aufgesetzt. Sie wiegt nur 5.6 Kilo. Mit dem Hungerband wird ihr Armumfang gemessen: Die Skala ist deutlich im roten Bereich: „Nur 10.4 Zentimeter, das ist schwere Unterernährung!“, sagt Rumana, die Leiterin des Zentrums.

Von Hunger und Durst geschwächt
„Neben Hunger und Durst sind Malaria, Durchfallerkrankungen und Lungeninfektionen am schlimmsten.“, erzählt Rumana. Eine Frau, im neunten Monat schwanger, sinkt erschöpft am Boden zusammen. Sie hat zwei ihrer vier Töchter mitgebracht, beide unterernährt. Auch sie selbst ist eigentlich zu schwach, um in Kürze ein Kind zur Welt zu bringen.

3,5 Millionen Menschen sind betroffen
Bereit das dritte Jahr hält die Dürre im Nordosten Kenias an und der Regen fällt auch diesmal viel zu schwach aus. Viele Menschen in der Region leben von der Viehzucht, doch die meisten Kühe sind bereits verdurstet. So gibt es auch keine Milch mehr für die Kinder. Nun sterben auch Esel und Kamele. Die verzweifelten Menschen sind dringend auf Nothilfe angewiesen. Alleine in Kenia sind 3.5 Millionen von der Dürre schwer getroffen. Davon 500.000 Schulkinder.

CARE hilft: Frisches Wasser
CARE verteilt Wasser an 12 verschiedenen Orten in Garissa und betreibt acht Bohrlöcher, die frisches Wasser zutage fördern. Weitere 24 in Garissa und Mandera sind in Planung.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!

CARE hilft im Nordosten Kenias seit 1991 als ein Ansturm von Flüchtlingen aus Somalia in die Region kam. In Kenia arbeitet CARE bereits seit 1968. CARE Österreich unterstützte von 1994 bis 2001 u.a. das Green Belt Movement, die Umwelt- und Frauenbewegung von Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai.

4. April 2006

Pakistan: Sechs Monate nach dem Erdbeben

Nach 6 Monaten: Rückkehr zum Alltag
Ein halbes Jahr nach dem verheerenden Erdbeben, bei dem 86.000 Menschen starben und rund 3 Millionen obdachlos wurden, ist Pakistan langsam auf dem Weg zurück zur Normalität. Nachdem CARE vor allem in den Bergdörfern in Allai erste Hilfsmaßnahmen nach der Katastrophe durchgeführt hat, setzt die langfristige CARE-Hilfe auf eine Rückkehr zum Alltag für die Betroffenen.

99 Prozent der Schulen wurden zerstört
Doch die Möglichkeiten der Bevölkerung Pakistans sind begrenzt. Es wurden beim Beben am 8. Oktober 2005 nicht nur private Häuser zerstört, auch ein Großteil der öffentlichen Gebäude und die Infrastruktur waren schwer betroffen. Der Erdstoß ereignete sich kurz nach Schulbeginn: Im Allai-Tal wurden 99 Prozent der Schulen in Schutt und Asche gelegt.

CARE eröffnet 20 Not-Schulen
Die erste Schule, in der 25 Mädchen und 55 Buben von drei LehrerInnen unterrichtet werden, wurde am 2. März mit einem Fest eröffnet. „Wir haben schon seit Wochen darauf gewartet!“ freuten sich die SchülerInnen. „Wir können es kaum erwarten, unsere ersten Bücher zu bekommen.“ Astam Khan, Vater von vier Schulkindern, kann sich dem nur anschließen: „Wir sind überglücklich, dass sie wieder zur Schule gehen können. Die Ausbildung muss kontinuierlich vorangehen. Und die Schule ist der erste Schritt auf dem Weg zurück zu ihrem normalen Leben.“

CARE-Bildungsprogramme in Pakistan
Die CARE-Bildungsprogramme in Pakistan gehen aber weit über den Aufbau von Schulen hinaus: Gemeinsam mit der Schulverwaltung, Eltern- und LehrerInnen-Vereinigungen wird an einem besseren Bildungssystem gearbeitet. LehrerInnen werden ausgebildet, aber auch Maßnahmen zur Reduktion des Analphabetismus unter Erwachsenen gesetzt.

Bitte helfen Sie mit, erdbebensichere Schulen für Pakistan zu bauen!

CARE-Hilfe in Pakistan im Überblick
Die Katastrophenhilfe, die CARE auf internationaler Ebene nach dem schweren Erdbeben in Pakistan leistete, kam 13.500 Haushalten und damit etwa 135.000 Menschen in Battagam, Mansehra, Besham und Bagh zu Gute. Es wurden beispielsweise 5730 Zelte aufgestellt, 36.205 Hygiene-Pakete, 488.595 Wasserreinigungs-Sets, 50.653 Umhänge, 34.741 warme Schals und 18.601 Decken verteilt.

Rückkehr aus den Zelt-Camps
In Hinkunft ist ein wichtiger Aspekt die Rückkehr jener Menschen, die bisher in den Zelt-Camps der Regierung untergebracht waren. Hier ist CARE vor allem im Allai-Gebiet aktiv und stattet die heimkehrenden Familien mit Kochgeschirr und Öfen aus.

CARE „cash for work“-Aktivitäten
Im Rahmen der Wiederaufbauprogramme hat CARE „cash for work“-Aktivitäten gestartet und konzipiert Programme, die es den Menschen ermöglichen, sich wieder eine eigene Lebensgrundlage zu schaffen. Das reicht von Landwirtschaftsprojekten über Ausbildungsmaßnahmen, Mikrofinanz-Projekten und Trainings im Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Wiederaufbau von Infrastruktur
CARE arbeitet im Bereich des Wiederaufbaus von Privathäusern und Infrastruktur mit der Regierung zusammen und wird hier vor allem Know-how einfließen lassen. Ein wichtiger Aspekt ist außerdem die Wiederinstandsetzung von Schulen: 20 temporäre Schulen werden im Allai-Tal bereits eröffnet, fixe werden folgen.

CARE hilft Traumata zu verarbeiten
Wie nach allen Katastrophen ist CARE auch im psychosozialen Bereich engagiert: Nur wenn die Menschen die Traumata verarbeiten, sind sie in der Lage, ihr Leben neu aufzubauen.